Erst Bi­son­far­mer, jetzt Welt­meis­ter

Bai­ley ver­drängt Les­ser vom Po­di­um

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Hoch­fil­zen (sid/dpa). Nie­mand, am we­nigs­ten wohl Lo­well Bai­ley selbst, hät­te ge­glaubt, dass der 35-jäh­ri­ge USA­me­ri­ka­ner tat­säch­lich noch ein­mal Welt­meis­ter wür­de. Noch da­zu im schwers­ten al­ler Bi­ath­lon-Ren­nen über 20 Ki­lo­me­ter. Nie zu­vor hat­te Bai­ley auch nur ei­nen Welt­cup ge­won­nen – doch in Hoch­fil­zen setz­te er sich oh­ne Schieß­feh­ler durch, ver­wies Ond­rej Mora­vec (Tsche­chi­en) und Mar­tin Four­ca­de (Frank­reich) auf die Plät­ze. „Ich war­te auf je­man­den, der mich auf­weckt. Das ist der per­fek­tes­te Tag mei­ner Kar­rie­re“, sag­te der ers­te USWelt­meis­ter im Bi­ath­lon über­haupt.

Bai­ley ar­bei­te­te einst auf der fa­mi­li­en­ei­ge­nen Bi­son­farm und woll­te die­se spä­ter über­neh­men. Im vo­ri­gen Jahr hat­te er schon über das En­de sei­ner Lauf­bahn nach­ge­dacht, ent­schied sich aber da­ge­gen. Im Bi­ath­lon-Feld zählt er zu den we­ni­gen Links­schüt­zen. Sein ein­zi­ger Po­dest­platz: ein zwei­ter Platz im Sprint von Kon­tio­lah­ti im Win­ter 2013/14. Nun folg­te die spä­te Krö­nung für den Mann, der sich als Ath­le­ten­spre­cher für die Be­lan­ge der Ski­jä­ger ein­setzt.

Dem­ent­spre­chend wur­de Bai­ley von sei­nen Kon­tra­hen­ten im Ziel ge­fei­ert. Dop­pel-Olym­pia­sie­ger Four­ca­de sag­te: „Er ist sehr gut für den Sport und es ist toll, dass auch je­mand ge­winnt, der nicht aus Eu­ro­pa kommt. Das macht Bi­ath­lon grö­ßer.“Bai­ley hat­te das Po­dest in Hoch­fil­zen zu­vor als Vier­ter im Sprint und Sechs­ter der Ver­fol­gung knapp ver­passt – jetzt will er auch bei Olym­pia 2018 in Pyeong­chang glän­zen. „Wir ha­ben ein groß­ar­ti­ges Team in den USA und wol­len ger­ne noch mehr sol­che Er­fol­ge fei­ern“, sag­te Bai­ley.

Auch Erik Les­ser (Fran­ken­hain) gönnt es Bai­ley: „Er ist ein su­per Kerl.“Dass der neue Welt­meis­ter als dritt­letz­ter Star­ter im Feld den zum Schluss viert­plat­zier­ten Les­ser noch vom Po­dest ver­drängt hat, sieht Les­ser lo­cker: „Ich woll­te ein gu­tes Ren­nen und ein gu­tes Ge­fühl be­kom­men. Und mit so ei­nem Ren­nen lässt sich deut­lich leich­ter in die Staf­fel ge­hen“, sagt er. Für die wei­te­ren deut­schen Bi­ath­lon-Män­ner ver­lief der Wett­kampf al­ler­dings durch­wach­sen. Si­mon Sch­empp (Uhin­gen) er­reich­te Rang 13, Sprint-Welt­meis­ter Be­ne­dikt Doll (Breit­nau) wur­de 19. Arnd Peif­fer (Claus­thal-Zel­ler­feld) folg­te ab­ge­schla­gen auf Platz 34.

Schon heu­te (14.45 Uhr/Das Ers­te und Eu­ro­sport) geht es bei der Bi­ath­lon-WM mit der Frau­en-Staf­fel wei­ter. Dann möch­te Lau­ra Dahl­mei­er (Par­ten­kir­chen) als ers­te Ski­jä­ge­rin über­haupt zehn Me­dail­len in Serie bei Welt­meis­ter­schaf­ten ge­win­nen.

Sch­empp und Doll in den Top 20

EI­NEN WELT­MEIS­TER AUS DEN USA gab es im Bi­ath­lon noch nie. Lo­well Bai­ley schrieb bei der Bi­ath­lon-WM Ge­schich­te. Fo­to: ima­go

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