Puz­zle­heim wird zum „Schmu­ckel­heim“

Im Ju­bi­lä­ums­jahr ver­legt der Stadt­ju­gend­ring die Kin­der­spiel­stadt ins Schmuck­mu­se­um

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Clau­dia Kraus

Puz­zle­heim zieht ins Schmuck­mu­se­um und wird zum „Schmu­ckel­heim“. Das Ju­bi­lä­um „250 Jah­re Gold­stadt Pforz­heim“zeigt sei­ne Strahl­kraft auch im Pro­gramm für die Som­mer­fe­ri­en. Die Or­ga­ni­sa­to­ren vom Stadt­ju­gend­ring (SJR) hof­fen die dies­jäh­ri­gen „Be­woh­ner“der Kin­der­spiel­stadt mit dem der­zeit gras­sie­ren­den Schmuck­fie­ber an­ste­cken zu kön­nen und ins Reuch­lin­haus zu ho­len. Vom 31. Ju­li bis 4. Au­gust und vom 7. bis 11. Au­gust (je­weils 8.30 bis 15 Uhr) dür­fen je 150 Kin­der ein Mu­se­um im Mu­se­um auf­bau­en. Es wird da­bei um die The­men Schmuck und Kunst ge­hen.

Krea­ti­vi­tät ist al­so ge­fragt bei den „Schmu­ckel­heim“-Be­woh­nern. Kers­tin Opol­ka und Ro­bin Schnei­der von Mo­bi­le Kin­der­an­ge­bo­te (Mo­ki) stell­ten ges­tern das Kon­zept vor: Per­len im Me­dien­be­reich, Glanz­stü­cke aus der Schnei­de­rei und Gol­di­ges aus der Schmuck­ma­nu­fak­tur kön­nen die „Schmu­ckel­hei­mer“schaf­fen. Sie wer­den spie­lend in ver­schie­de­nen Krea­tiv­be­ru­fen ar­bei­ten und kön­nen auf die­se Wei­se ein Ge­fühl da­für ent­wi­ckeln, wie Le­ben und Ar­bei­ten in ei­ner Schmuck­stadt be­zie­hungs­wei­se in Schmu­ckel­heim funk­tio­nie­ren.

Die Idee ist, dass die „Schmu­ckel­hei­mer“im Al­ter von sechs bis 13 Jah­ren ein Mu­se­um selbst ge­stal­ten mit ver­schie­de­nen (Zeit-)Räu­men und am Nach­mit­tag vi­el­leicht so­gar Be­su­cher durchs Mu­se­um füh­ren. Los geht es vor 250 Jah­ren mit dem The­ma Wai­sen­haus­kin­der. Der letz­te Raum bleibt dem Heu­te vor­be­hal­ten. Die Grund­idee der Stadt der Kin­der bleibt gleich. Es wird wie­der Ge­mein­de­rat, Bür­ger­meis­ter oder Bür­ger­meis­te­rin ge­ben und Geld. Am Sams­tag, 5. Au­gust, ist von 11 bis 15 Uhr Tag der of­fe­nen Tür in „Schmu­ckel­heim“.

Der SJR will mit die­sem Fe­ri­en­pro­jekt sei­nen Bei­trag zum Schmuck­ju­bi­lä­um leis­ten und bei den Teil­neh­mern Ver­ständ­nis für die Ge­schich­te der Stadt we­cken. „Kul­tu­rel­le Bil­dung und Ju­gend­ar­beit kann man nicht mehr tren­nen“, sagt SJR-Chef Hart­mut Wa­gner. Schmuck­mu­se­ums­lei­te­rin Cor­ne­lie Holz­ach wie­der­um freut sich auf die neu­en „Be­woh­ner“, die für zwei Wo­chen das Reuch­lin­haus mit mit neu­em, jun­gem Le­ben fül­len wer­den.

Holz­ach sieht da­rin auch ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit, das Schmuck­mu­se­um in der Stadt zu ver­or­ten. „Die Kin­der ler­nen spie­le­risch Mu­se­ums­ar­beit ken­nen und er­fah­ren, was da­zu ge­hört, ei­ne Aus­stel­lung zu or­ga­ni­sie­ren.“Zu­dem hofft Holz­ach, dass im Ge­fol­ge der „Schmu­ckel­hei­mer“auch El­tern den Weg ins Mu­se­um fin­den, „die man sonst nicht hier sieht“. Die „Schmu­ckel­hei­mer“müs­sen nicht die gan­ze Zeit in ge­schlos­se­nen Räu­men wer­keln. Im In­nen­hof soll es ei­ne Gold­wasch­stra­ße ge­ben. Der Stadt­gar­ten steht au­ßer­dem als Spiel- und Ak­ti­ons­flä­che zur Ver­fü­gung, wo nach­mit­tags das nor­ma­le Fe­ri­en­pro­gramm von Ju­gend­ar­beit Stadt­tei­le an­ge­bo­ten wird.

5 000 Eu­ro ste­hen dem SJR aus der Re­gel­fi­nan­zie­rung zur Ver­fü­gung. Auch Spon­so­ren sind wie­der mit im Boot. Ei­ne Pforz­hei­mer Fir­ma sorgt für Ver­pfle­gung, und schließ­lich kann die Kü­che im Reuch­lin­haus ge­nutzt wer­den. Die Kin­der er­hal­ten Früh­stück und Mit­tag­es­sen. Ab 20. Fe­bru­ar kann man sich persönlich an­mel­den in der Ora­ni­er­stra­ße 15 oder on­line beim Stadt­ju­gend­ring. Beim letz­ten Mal sei Puz­zle­heim nach ei­nem hal­ben Tag schon aus­ge­bucht ge­we­sen, er­in­nert Ro­bin Schnei­der dar­an, wie be­liebt die Kin­der­spiel­stadt ist.

„Ver­ständ­nis für die Stadt-Ge­schich­te we­cken“

FÜR DIE KIN­DER­SPIEL­STADT „SCHMU­CKEL­HEIM“wer­ben Ro­bin Schnei­der, Kers­tin Opol­ka, Hart­mut Wa­gner, Cor­ne­lie Holz­ach und Isa­bel Schmidt-Map­pes (von links). Fo­to: Eh­mann

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