Mi­grant oh­ne Pass be­kommt Recht

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Karls­ru­he (dpa). Ein Flücht­ling darf nicht län­ger als sechs Mo­na­te in Ab­schie­be­haft ge­nom­men wer­den, nur weil er vor der Ein­rei­se sei­nen Pass weg­ge­wor­fen hat. Das geht aus ei­nem ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Be­schluss des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) her­vor (Az. V ZB 99/16). Die Karls­ru­her Rich­ter hat­ten über die Rechts­be­schwer­de ei­nes in­zwi­schen ab­ge­scho­be­nen Ma­rok­ka­ners zu ent­schei­den. Der Mann war En­de 2015 un­er­laubt nach Deutsch­land ein­ge­reist. An­fang De­zem­ber kam er in Ab­schie­be­haft, An­fang Ju­ni 2016 ver­län­ger­te das Amts­ge­richt die­se noch ein­mal auf dann sechs Mo­na­te und zwei Wo­chen. Zur Be­grün­dung hieß es, der Mann ha­be sei­nen Pass ab­sicht­lich ins Meer ge­wor­fen. Die Haft ha­be den Mann in sei­nen Rech­ten ver­letzt, wie die Karls­ru­her Rich­ter nun nach­träg­lich fest­stell­ten.

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