Grü­nes Licht für „Ho­he See“

EnBW baut ge­mein­sam mit En­bridge den größ­ten Off­s­hore-Wind­park vor der deut­schen Küs­te

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ma­rio Beltschak

Karls­ru­he. Das Vor­ha­ben hat die Karls­ru­her EnBW schon im ver­gan­ge­nen Jahr an­ge­kün­digt – nun steht laut Vor­stands­chef Frank Mas­ti­aux auch die Am­pel da­für „auf grün“: Der Ener­gie­kon­zern wird ge­mein­sam mit dem ka­na­di­schen Öl- und Gas­kon­zern En­bridge den Off­s­hore-Wind­park „Ho­he See“in der Nord­see ver­wirk­li­chen. „Mit En­bridge an un­se­rer Sei­te rea­li­sie­ren wir un­se­ren bis­lang größ­ten Off­s­hore-Wind­park und schaf­fen durch die­se Be­tei­li­gung gleich­zei­tig fi­nan­zi­el­len Spiel­raum für die Ent­wick­lung neu­er Pro­jek­te“, sag­te Mas­ti­aux ges­tern bei der of­fi­zi­el­len Vor­stel­lung des Pro­jekts, das als ak­tu­ell größ­tes Off­s­hore-Bau­vor­ha­ben vor der deut­schen Küs­te gilt.

Ein Blick auf die Zah­len macht die Di­men­sio­nen deut­lich: Bis Au­gust 2019 sol­len rund 90 Ki­lo­me­ter nörd­lich von Bor­kum und 100 Ki­lo­me­ter nord­west­lich von Hel­go­land auf ei­nem Are­al von 42 Qua­drat­ki­lo­me­tern 71 Wind­rä­der ent­ste­hen. Sie wür­den „jähr­lich rund zwei Mil­li­ar­den Ki­lo­watt­stun­den Strom er­zeu­gen“, wie der Kon­zern mit­teil­te. Mit die­ser Ener­gie könn­ten rund 560 000 Haus­hal­te ver­sorgt wer­den. Die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten be­lau­fen sich auf et­wa 1,8 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Wie schon bei den be­reits rea­li­sier­ten Ost­see-Pro­jek­ten „Bal­tic 1“und „Bal­tic 2“hol­ten sich die Karls­ru­her auch für „Ho­he See“ei­nen Part­ner ins Boot. En­bridge über­nimmt dem­nach 49,9 Pro­zent der An­tei­le an „Ho­he See“, die EnBW be­hält die rest­li­chen 50,1 Pro­zent. „Das zwi­schen den Un­ter­neh­men ver­ein­bar­te Be­tei­li­gungs­mo­dell sieht vor, dass bei­de Part­ner die Um­set­zung des Off­s­hor­eWind­parks vom Bau bis zur In­be­trieb­nah­me ge­mein­sam fi­nan­zie­ren wer­den“, be­ton­ten die Karls­ru­her.

Die EnBW wer­de al­le Ak­ti­vi­tä­ten wäh­rend der wei­te­ren Rea­li­sie­rung des Pro­jekts steu­ern und über­wa­chen. En­bridge-Mit­ar­bei­tern wür­den in das EnBWPro­jekt­team ein­ge­bun­den. „Uns ge­fällt die­se Bran­che und ins­be­son­de­re die­ses Pro­jekt, denn es wird von so­li­den wirt­schaft­li­chen Eck­da­ten ge­tra­gen und bie­tet at­trak­ti­ve Ren­di­ten, die im Ein­klang mit dem Wert­ver­spre­chen an un­se­re In­ves­to­ren ste­hen“, sag­te En­bridgeChef Al Mo­na­co. Mas­ti­aux ver­wies der­weil auf das durch die Part­ner­schaft ge­teil­te Ri­si­ko. Zu­dem blei­be In­ves­ti­ti­ons­spiel­raum für an­de­re Vor­ha­ben in Rich­tung Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en üb­rig.

Ein sol­ches könn­te „Ho­he See“so­gar bald als größ­tes deut­sches Off­s­horeBau­vor­ha­ben ab­lö­sen. Denn die EnBW prüft be­reits ein Nord­see-Pro­jekt mit dem Ar­beits­ti­tel „Al­ba­tros“. Vor­aus­sicht­lich noch in die­sem Früh­jahr wer­de der Auf­sichts­rat über den Bau des Off­s­hore-Wind­parks ent­schei­den, der ge­mein­sam mit „Ho­he See“rea­li­siert wer­den könn­te. Da­durch wür­den sich „Sy­ner­gi­en in der Er­rich­tungs- und Be­triebs­pha­se bie­ten“, hieß es.

Vom nun an­lau­fen­den Bau­vor­ha­ben soll im Üb­ri­gen auch Sie­mens pro­fi­tie­ren. Die Münch­ner, die auch ei­nen In­dus­trie­park in Karls­ru­he be­trei­ben, wur­den laut EnBW mit der Lie­fe­rung und In­stal­la­ti­on der 71 Wind­tur­bi­nen be­auf­tragt.

MIT DEM WIND­PARK „BAL­TIC 2“be­treibt die EnBW be­reits ei­ne grö­ße­re An­la­ge in der Ost­see. Nun will der Karls­ru­her Kon­zern auch in der Nord­see Strom er­zeu­gen. Das Vor­ha­ben „Ho­he See“soll bis Au­gust 2019 um­ge­setzt wer­den. Fo­to: dpa

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