Top-Schmuck geht auch on­li­ne weg

Bran­che hat sich 2016 „or­dent­lich ge­schla­gen“/ Schmuck­mes­se In­hor­gen­ta er­öff­net

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf

Mün­chen/Pforz­heim. „Herz ist Trumpf“, meint der Bun­des­ver­band Schmuck und Uh­ren (BV) aus Pforz­heim bei der Schmuck­mes­se In­hor­gen­ta in Mün­chen. Er legt wie im­mer zur Er­öff­nung ei­nen Trend­be­richt vor. Da­nach geht es sym­bo­lisch bei al­lem, was glänzt an Hand und Hals, um Zu­sam­men­halt und Unend­lich­keit, und dies am bes­ten und zu­neh­mend in hoch­wer­tig, er­gänzt der Bun­des­ver­band der Ju­we­lie­re (BVJ) zum Start der Schau.

Bei der Smart­watch ent­schei­det Zu­satz­nut­zen

Das klas­si­sche Sor­ti­ment mit viel Gold und Dia­man­ten hat die Gunst des Pu­bli­kums zu­rück er­obert. Da­mit hat sich die Bran­che „ganz or­dent­lich ge­schla­gen 2016“, bi­lan­ziert BVJ-Prä­si­dent Ste­phan Lind­ner. Schmuck blieb sta­bil mit 3,43 Mil­li­ar­den Eu­ro. Mit Uh­ren er­ziel­ten die Händ­ler ei­nen „Ach­tungs­er­folg“. Das Mi­nus von drei Pro­zent auf 1,3 Mil­li­ar­den Eu­ro sei we­sent­lich Fol­ge ei­ner schwä­che­ren Nach­fra­ge kauf­kräf­ti­ger Aus­län­der, vor al­lem im Lu­xus­seg­ment.

Bei der In­hor­gen­ta geht es jetzt aber vor al­lem um Neu­es. Jen­seits mo­di­scher Trends heißt das, dass sich Her­stel­ler und End­ver­käu­fer noch mehr in die di­gi­ta­le Welt ver­tie­fen. Der „hy­bri­de Han­del“, das Ne­ben­ein­an­der von On­li­ne und Kun­den­be­ra­tung im Ge­schäft „ge­winnt über­pro­por­tio­nal an Be­deu­tung“. Er lie­ge ak­tu­ell bei sie­ben Pro­zent des Um­sat­zes. „Die Kun­den wol­len das Bes­te aus zwei Wel­ten“, sagt Lind­ner: On­li­ne-Be­quem­lich­keit so­wie Si­cher­heit im Ver­trau­en auf ei­nen Ju­we­lier.

Die Ver­schmel­zung di­gi­ta­ler An­for­de­run­gen mit tra­di­tio­nel­len An­sprü­chen lässt sich deut­lich auch an der Ent­wick­lung der Smart­watch ab­le­sen. Die Ver­kaufs­zah­len pass­ten zwar nicht ganz zu den eu­pho­ri­schen Pro­gno­sen für 2016, aber die Ent­wick­lung blei­be dy­na­misch, zeigt sich der Ver­kaufs­lei­ter von Ca­sio Eu­ro­pe Gm­bH, Marc Cz­em­per über­zeugt. Ent­schei­dend da­für sei der Nut­zen­fak­tor für den Kun­den. Ne­ben un­ein­ge­schränk­ter All­tags­taug­lich­keit kön­ne hier jen­seits der Funk­tio­nen, die der boo­men­de Ge­sund­heits- und Fit­ness­markt ab­fragt, bar­geld­lo­ses Be­zah­len oder das Si­gnal fürs Au­to kauf­ent­schei­dend wer­den.

Der nie­der­ge­las­se­ne Händ­ler tut gut dar­an, hier ei­ne ho­he Pro­dukt­kom­pe­tenz zu ent­wi­ckeln, ist den Aus­füh­run­gen Cz­em­pers zu ent­neh­men. Da­ne­ben sieht er sich da­mit kon­fron­tiert, dass be­reits 24 Pro­zent der Deut­schen be­reit sind, auch teu­re Uh­ren und Schmuck on­li­ne zu kau­fen, so Mes­se­chef Klaus Dittrich. Zur In­hor­gen­ta mein­te er, „die Be­mü­hun­gen zei­gen Früch­te“. Er er­war­te, dass bis Di­ens­tag mehr als 26 000 Be­su­cher – wie 2016 – kom­men wer­den. Sie fin­den An­ge­bo­te von 987 Aus­stel­lern aus 40 Län­dern auf 64 000 Qua­drat­me­tern in sechs Hal­len.

Dar­un­ter sind über 80 Un­ter­neh­men aus dem Nord­schwarz­wald rund um Pforz­heim. Sie tra­gen in die­sem Jahr nicht nur we­sent­lich da­zu bei, dass viel Schmuck aus Deutsch­land glänzt in Mün­chen. Sie prä­sen­tie­ren sich auch wie wohl nie zu­vor als die Bran­che, die die Gold­stadt fei­ert, de­ren Ge­schich­te vor 250 Jah­ren be­gann.

NI­NA RU­GE trägt Schmuck aus der Pforz­hei­mer Ma­nu­fak­tur Oden­wald, wenn sie die Pre­mie­re mo­de­riert, bei der die ers­ten In­hor­gen­ta-Awards ver­ge­ben wer­den. Fo­to: Kopf

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