Schutz nur für Pri­vat­kun­den

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Frank­furt/Main (dpa). Deutsch­lands Pri­vat­ban­ken wol­len im Plei­te­fall nur noch Pri­vat­kun­den den vol­len Schutz ih­rer Ein­la­gen zu­si­chern. Bund, Län­der und Kom­mu­nen so­wie Fi­nanz­pro­fis wie bei­spiels­wei­se Wert­pa­pier­fir­men und Ver­mö­gens­ver­wal­ter sol­len vom 1. Ok­to­ber an in Not­la­gen nicht mehr aus dem Topf be­dient wer­den, den die In­sti­tu­te zu­sätz­lich zur ge­setz­li­chen Ein­la­gen­si­che­rung ge­füllt ha­ben. „Wir ge­hen da­von aus, dass die­se pro­fes­sio­nel­len In­ves­to­ren die Ri­si­ken ad­äquat ein­schät­zen kön­nen und des­we­gen ei­nes Schut­zes durch die frei­wil­li­ge Ein­la­gen­si­che­rung nicht be­dür­fen“, be­grün­de­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Bun­des­ver­ban­des deut­scher Ban­ken (BdB), Micha­el Kem­mer, den Re­form­vor­stoß.

Kem­mer be­ton­te, für Pri­vat­kun­den und Stif­tun­gen än­de­re sich nichts: „Vol­ler Schutz­er­halt für pri­va­te An­le­ger – das steht über al­lem.“Auch mit­tel­stän­di­sche Hand­wer­ker müss­ten sich kei­ne Sor­gen ma­chen. In Deutsch­land sind im Fall ei­ner Ban­ken­plei­te pro Kun­de Spar­ein­la­gen bis zu 100 000 Eu­ro ge­setz­lich ge­schützt. Dar­über hin­aus si­chern fast al­le Kre­dit­in­sti­tu­te hier­zu­lan­de Kun­den­gel­der frei­wil­lig ab – in der Re­gel weit über das ge­setz­li­che Maß hin­aus. Für pri­va­te Ban­ken greift der Ein­la­gen­si­che­rungs­fonds des BdB.

Nach An­ga­ben des Ver­ban­des sind so­mit in der Re­gel je Kun­de min­des­tens ei­ne Mil­li­on Eu­ro Ein­la­ge pro Bank ge­schützt. Bei vie­len In­sti­tu­ten lä­gen die Si­che­rungs­gren­zen noch deut­lich hö­her. Ver­gleich­ba­re Re­ge­lun­gen gibt es bei Spar­kas­sen und Ge­nos­sen­schafts­ban­ken. Den Ein­la­gen­schutz für Un­ter­neh­men, Ver­si­che­run­gen und halb­staat­li­che Stel­len – et­wa Ver­sor­gungs­wer­ke – will der BdB ein­schrän­ken: Vom 1. Ok­to­ber an sol­len Na­mens­schuld­ver­schrei­bun­gen und Schuld­schein­dar­le­hen nicht mehr ab­ge­si­chert sein.

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