„Nicht mo­ra­lisch, aber un­ter­halt­sam“

Hän­dels „Se­me­le“in Karls­ru­he / Red­ner wür­di­gen Fest­spiel-Grün­der Kö­ne­mann

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Dem Grün­der der Karls­ru­her Hän­delFest­spie­le wi­der­fuhr ges­tern Abend al­le Eh­re: Es sei über­fäl­lig, Gün­ter Kö­ne­mann zum Karls­ru­her Eh­ren­bür­ger zu er­nen­nen, be­fand Micha­el Fich­ten­holz, Opern­di­rek­tor am Ba­di­schen Staats­thea­ter, im Rah­men der Er­öff­nung der 40. Aus­ga­be des Ba­rock-Fes­ti­vals. Auch von Ge­ne­ral­in­ten­dant Pe­ter Sp­uh­ler, Staats­se­kre­tä­rin Pe­tra Ol­schow­ski und Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup wur­de Kö­ne­manns Leis­tung her­vor­ge­ho­ben. So er­klär­te Ol­schow­ski, die Hän­delFest­spie­le sei­en „ein zen­tra­ler Cha­rak­ter­zug des Karls­ru­her Staats­thea­ters ge­wor­den“.

Der von 1977 bis 1997 als Ge­ne­ral­in­ten­dant am­tie­ren­de Kö­ne­mann hat­te 1977 zu­nächst die Hän­del-Ta­ge und dann im Jahr 1985 die Fest­spie­le ge­grün­det. Zwar war der be­rühm­te Ba­rock­kom­po­nist selbst nie in Karls­ru­he, den­noch ent­wi­ckel­te sich die Stadt dank in­ten­si­ver Pfle­ge sei­ner Büh­nen­wer­ke zu ei­ner Art Mek­ka für Ba­rock-Lieb­ha­ber. Kö­ne­manns Ziel war, Hän­del als Opern­kom­po­nis­ten re­per­toire­fä­hig zu ma­chen – das ist ge­lun­gen: Nur noch sechs von ins­ge­samt 42 Opern des „Mes­si­as“-Kom­po­nis­ten feh­len in der Auf­füh­rungs­le­gen­de der Fä­cher­stadt.

Bei der gest­ri­gen Er­öff­nung rich­te­te Haus­herr Pe­ter Sp­uh­ler Wor­te des Dan­kes an al­le Be­tei­lig­ten. Staats­se­kre­tä­rin Ol­schow­ski er­in­ner­te an die schwie­ri­gen An­fän­ge des ges­tern als Neu­in­sze­nie­rung ge­zeig­ten Werks „Se­me­le“, das bei der Lon­do­ner Urauf­füh­rung im Jahr 1743 als „ob­szön“ver­dammt wur­de. Ober­bür­ger­meis­ter Men­trup nahm die­sen Ball auf und er­klär­te: „Die Ge­schich­te der Oper ist nicht mo­ra­lisch, aber un­ter­halt­sam.“(Be­spre­chung der Karls­ru­her Pre­mie­re folgt am Mon­tag).

Men­trup ver­wies dar­auf, dass in den Wo­chen der Hän­del-Fest­spie­le in Karls­ru­he ei­ne be­son­de­re At­mo­sphä­re herr­sche und be­zeich­ne­te Hän­del als „Ide­al­typ ei­nes eu­ro­päi­schen Künst­lers“. Zu­dem kün­dig­te er an, so­wohl die Zu­kunft der Fest­spie­le als auch die der Hän­delA­ka­de­mie sei ge­si­chert. Das Pro­gramm bie­tet un­ter das Ora­to­ri­um „Theo­do­ra“(heu­te, 19.30 Uhr) und Kon­zer­te mit den ei­gens für die Fest­spie­le ge­grün­de­ten Deut­schen Hän­del-So­lis­ten. Ei­ne Be­son­der­heit sind auch drei un­ter dem Ti­tel „Abend­ster­ne“lau­fen­de Kon­zer­te in der Chris­tus­kir­che. ISt/rkr

GRUSSWORTE AN DIE FEST­SPIEL-BE­SU­CHER rich­te­te bei der gest­ri­gen Er­öff­nung im mitt­le­ren Foy­er des Ba­di­schen Staats­thea­ters Karls­ru­he un­ter an­de­rem Ge­ne­ral­in­ten­dant Pe­ter Sp­uh­ler. Fo­to: Onuk

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