Ihr Leit­mo­tiv ist ge­leb­te De­mo­kra­tie

Pa­paio­an­nou ist neue IGM Che­fin in Pforz­heim

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Jür­gen Pe­che

Dass sie als neue Ers­te Be­voll­mäch­tig­te der IG Me­tall Pforz­heim in gro­ße Fuß­stap­fen tritt, näm­lich in die von Vor­gän­ger Mar­tin Kunz­mann, war Lia­ne Pa­paio­an­nou klar. „Aber ich ha­be kei­ne Angst da­vor, wenn auch ganz gro­ßen Re­spekt“, sagt die bis­he­ri­ge Kas­sie­re­rin der IG Me­tall in ih­rer Be­wer­bungs­re­de vor der Wahl am Don­ners­tag­abend. Die De­le­gier­ten­ver­samm­lung, in die meist Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de von Fir­men aus Pforz­heim und dem Enz­kreis ver­tre­ten sind, zeig­te Ver­trau­en in die ein­zi­ge Be­wer­be­rin: Von den 63 An­we­sen­den stimm­ten 57 und da­mit 90 Pro­zent für Pa­paio­an­nou. Da­ne­ben gab es vier nein Stim­men und zwei Ent­hal­tun­gen. Der Ver­trau­ens­be­weis zeig­te sich auch im Bei­fall der Ver­samm­lung in der „Stadt Pforz­heim“in Eu­tin­gen.

„Ei­ne neue Ära“sieht der Zwei­te Be­voll­mäch- tig­te Mar­tin Kolb ein­ge- läu­tet, die ei­ne ähn­li­che Er­folgs­ge­schich­te zu wer­den ver­spre­che, wie die 25 Jah­re mit Kunz­mann. Pa­paio­an­nou nahm die Wahl an und ver­sprach im­mer ein of­fe­nes Ohr zu ha­ben für Mit­glie­der und Funk­tio­nä­re ih­rer Ge­werk­schaft. Die 46-Jäh­ri­ge sieht in ih­rer Ge­werk­schafts­ar­beit po­li­ti­sche Ziel­set­zun­gen: „Die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Rechts­po­pu­lis­mus und den Neo­na­zis ist mir wich­tig“, be­ton­te die Toch­ter ei­nes grie­chi­schen Gas­t­ar­bei­ters und ei­ner deut­schen Mut­ter, die in Uslar (Nie­der­sach­sen) auf­ge­wach­sen ist. Ge­leb­te De­mo­kra­tie, so­zia­le Ge­rech­tig­keit, und So­li­da­ri­tät nennt sie als ih­re Leit­mo­ti­ve. „Das Sys­tem der deut­schen Mit­be­stim­mung ist ei­ne der Säu­len un­se­rer De­mo­kra­tie. Die­se gel­te es wei­ter aus­zu­bau­en und zu stär­ken“, so Pa­paio­an­nou nach ih­rer Wahl. Dies be­deu­te für sie ganz kon­kret in Be­trie­ben, in de­nen es kei­ne Be­triebs­rä­te gibt, die Be­schäf­tig­ten zu un­ter­stüt­zen und Struk­tu­ren auf­zu­bau­en, um Be­triebs­rats­wah­len durch­zu­füh­ren. Auch Ar­beits­schutz blie­be ein The­ma in den Be­trie­ben. Noch im­mer gä­be es Ar­beits­plät­ze die kein al­ters­ge­rech­tes Ar­bei­ten er­mög­lich­ten. Die Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern ist ihr ein Her­zens­the­ma: „Zur Ge­rech­tig­keit ge­hört ne­ben gu­ter Be­zah­lung auch glei­che Be­zah­lung von Män­nern und Frau­en.“Das neue Ge­setz zur Ent­gelt­trans­pa­renz bö­te gu­te An­sät­ze, blie­be aber hin­ter den An­for­de­run­gen der IG Me­tall zu­rück.

Wei­ter weist Lia­ne Pa­paio­an­nou auf die von der IG Me­tall am 16. Ja­nu­ar ge­star­te­te bun­des­wei­te Be­fra­gung der Be­schäf­tig­ten zur per­sön­li­chen Ar­beits­si­tua­ti­on hin. „Wir wol­len von den Be­schäf­tig­ten er­fah­ren: Wo hakt es bei eu­ren Ar­beits­zei­ten? Wel­che Wün­sche gibt es, um Ar­beit und Le­ben bes­ser ver­ein­ba­ren zu kön­nen?“, er­klärt sie. Ne­ben der Ar­beits­zeit setzt die Be­fra­gung den zwei­ten Schwer­punkt auf all­ge­mei­ne po­li­ti­sche The­men. Die IG Me­tall wol­le sich mit dem Vo­tum der Be­schäf­tig­ten am Bun­des­tags­wahl­kampf be­tei­li­gen und ih­re Wün­sche, Zie­le und Vor­stel­lun­gen für ei­ne ar­beit­neh­mer­ori­en­tier­te Po­li­tik, ei­nen So­zi­al­staat 4.0, öf­fent­lich be­kräf­ti­gen, so die Be­voll­mäch­tig­te.

Fo­to: pec

LIA­NE Pa­paio­an­nou steht neu an der Spit­ze.

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