Stadt­bahn­hal­te­stel­le soll 2018 ge­baut wer­den

Pla­nung für „Isprin­gen-West“ist fer­tig / Die Maß­nah­me soll zu 85 Pro­zent ge­för­dert wer­den

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Mar­tin Schott

Isprin­gen. In der jüngs­ten Ge­mein­de­rats­sit­zung konn­te Vi­ze­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Ball­arin den AVG-In­ge­nieur Rein­hard Bi­ckel­haupt will­kom­men hei­ßen, der ei­ne wich­ti­ge Bot­schaft über­brach­te: Die Stadt­bahn­hal­te­stel­le Isprin­gen-West soll ab 2018 ge­baut wer­den. „Un­mög­li­ches wird so­fort er­le­digt, Wun­der dau­ern et­was län­ger“. Die­ser sa­lop­pe Spruch passt durch­aus für die Bahn­stre­cke un­ter­halb des Isprin­ger Orts­kerns bei der Kämp­fel­bach­quel­le. Lan­ge Zeit war es näm­lich un­mög­lich, den dor­ti­gen Bahn­durch­lass ver­kehrs­ge­recht auf­zu­wei­ten. Doch dann ging al­les recht zü­gig. An Pfings­ten 2008 konn­te die an Ort und Stel­le ge­fer­tig­te neue Bahn­über­füh­rung zwi­schen die tags zu­vor aus­ge­ho­be­ne Lü­cke im Bahn­damm ge­scho­ben wer­den. Nachts war die Bahn­stre­cke wie­der frei. Die an der­sel­ben Stel­le heu­te noch feh­len­de Stadt­bahn­hal­te­stel­le Isprin­gen-West war schon lan­ge vor­her mit dem Ver­kehrs­trä­ger, der Alb­tal­bahn­ge­sell­schaft (AVG), ver­ein­bart. Ein Blick ins Ar­chiv macht deut­lich: Schon bei der Kon­zep­ti­on der neu­en Stadt­bahn­stre­cke Karls­ru­he – Pforz­heim wur­de mit der AVG im Jahr 1992 der Bau die­ser Hal­te­stel­le für das Jahr 1997, zum Be­triebs­be­ginn der Stadt­bahn, fest­ge­legt.

Der ers­te An­lauf zum Bau schei­ter­te am Grund­er­werb, dann wur­den die Fi­nanz­mit­tel der öf­fent­li­chen Hand knapp. Schließ­lich stell­ten die In­ge­nieu­re bei der Er­wei­te­rung der Bahn­über­füh­rung fest, dass die Sta­tik des Bahn­dam­mes zu la­bil ist und die Hal­te­stel­le um­ge­plant wer­den muss. Dann hieß es, die Hal­te­stel­le West könn­te kom­plett 2009 ge­baut wer­den, wenn die Ge­mein­de die Fi­nan­zie­rung vor­streckt. In­zwi­schen war auch klar, dass al­les be­hin­der­ten­ge­recht ge­stal­tet wer­den muss. Auch gab es Zu­stän­dig­keits­än­de­run­gen bei den Glie­de­run­gen der Deut­schen Bahn. Jetzt hat die AVG wie­der Fahrt in Rich­tung Hal­te­punkt Isprin­gen-West auf­ge­nom­men. AVG-In­ge­nieur Bi­ckel­haupt be­rich­tet, dass die Pla­nung fer­tig­ge­stellt ist und al­le Gut­ach­ten für das Plan­än­de­rungs­ver­fah­ren vor­lie­gen. Und schließ­lich das Ent­schei­den­de: Die Bau­maß­nah­me ist bahn­be­trieb­lich für 2018 an­ge­mel­det. Da­bei soll die Stre­cken­sper­rung we­gen des Tun­nel­neu­baus zwi­schen Isprin­gen und Pforz­heim ge­nutzt wer­den. Auch gel­te nach wie vor die „al­te“Zu­schuss­be­wil­li­gung mit ei­nem Förd­er­satz von 85 Pro­zent der zu­wen­dungs­fä­hi­gen Bau­kos­ten. Nach der neu­es­ten Kos­ten­be­rech­nung in Net­to­zah­len be­tra­gen die Bau­kos­ten mit Pla­nungs­und Ne­ben­kos­ten drei Mil­lio­nen Eu­ro.

Als Kom­ple­men­tär­an­teil der Ge­mein­de wer­den 850 000 Eu­ro ge­nannt. Die An­la­gen der künf­ti­gen Hal­te­stel­le sind auf bei­den Bahn­sei­ten spie­gel­bild­lich gleich. Auf der West­sei­te der Bahn­über­füh­rung Damm­stra­ße füh­ren die Trep­pen hoch zu den Bahn­stei­gen. Zwei Auf­zu­g­tür­me ma­chen den Zu­gang bar­rie­re­frei. Ver­fah­rens­tech­nisch muss Isprin­gen jetzt die­ser Pla­nung zu­stim­men und ih­ren Fi­nan­zie­rungs­an­teil haus­halts­mä­ßig be­reit­stel­len. Die AVG be­treibt das Plan­än­de­rungs­ver­fah­ren bis zum Pl­an­fest­stel­lungs­be­schluss so­wie die Bau­aus­schrei­bung. Wenn al­les klappt, so Bi­ckel­haupt, be­ginnt der Bau im Som­mer 2018. „Da­für kann ich al­ler­dings die Hand nicht ins Feu­er le­gen“, be­kennt er.

Denn vie­les hängt von der Ver­fah­rens­ge­schwin­dig­keit beim Ei­sen­bahn­bun­des­amt und beim Re­gie­rungs­prä­si­di­um Karls­ru­he ab.

Fo­to: ms

NOCH FÄHRT DIE STADT­BAHN VOR­BEI: In zwei Jah­ren könn­te sie an der Hal­te­stel­le Isprin­gen-West Kämp­fel­bach­quel­le/Damm­stra­ße hal­ten. Links des Bahn­durch­las­ses sol­len der Trep­pen­auf­gang und der Fahr­stuhl­turm für ei­nen bar­rie­re­frei­en Zu­gang ent­ste­hen.

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