Das vol­le Pro­gramm

Kia Rio

Pforzheimer Kurier - - MOTOR UND VERKEHR -

Ki­as sie­ben­jäh­ri­ge Neu­wa­gen­ga­ran­tie war einst als ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­me ge­dacht, um all­fäl­li­ge Zwei­fel an der Qua­li­tät ko­rea­ni­scher Au­tos aus­zu­räu­men. Die Zweif­ler sind längst ver­stummt, und das groß­zü­gi­ge Ver­spre­chen hat sich zu ei­nem ent­schei­den­den Kauf­ar­gu­ment ent­wi­ckelt. Im Fal­le des Rio dau­ert die Ga­ran­tie­frist so­gar län­ger als die Mo­dell­ge­ne­ra­ti­on: Wer 2011 ei­nen Klein­wa­gen der da­mals na­gel­neu­en drit­ten Ge­ne­ra­ti­on er­warb, braucht sich um Re­pa­ra­tu­ren im­mer noch kei­ne Sor­gen zu ma­chen, da­bei kommt jetzt schon der Nach­fol­ger in den Han­del.

Nur mi­ni­mal ge­wach­sen, bie­tet der Po­lo- und Cor­sa-Kon­kur­rent in­nen mehr Platz für Mensch und Ge­päck. Hin­ten sit­zen auch zwei Er­wach­se­ne recht kom­mod, der Kof­fer­raum fasst 325 bis 980 Li­ter, gut zehn Pro­zent mehr als bis­her. Die In­nen­ein­rich­tung wirkt an­sehn­li­cher als im Vor­gän­ger, bei der tech­ni­schen Aus­stat­tung hat der Rio mäch­tig zu­ge­legt. Das gilt zum ei­nen für op­tio­na­le Kom­fort­merk­ma­le wie Di­gi­tal­ra­dio oder Lenk­rad­hei­zung, die in die­ser Klas­se längst nicht über­all an­ge­bo­ten wer­den. Auch die Se­ri­en­aus­stat­tung kann sich se­hen las­sen: Ber­gan­fahr­hil­fe, Stopp-Start-Sys­tem und elek­tri­sche Au­ßen­spie­gel bei­spiels­wei­se sind selbst im Ba­sis­mo­dell (ab 11 690 Eu­ro) an Bord. Si­cher­heits­sys­te­me wie die au­to­ma­ti­sche Not­brem­se samt Fuß­gän­ger­er­ken­nung sind für al­le Va­ri­an­ten er­hält­lich, in hö­he­ren Aus­stat­tungs­li­ni­en ge­hört sie zum Se­ri­en­um­fang. Für das Top­mo­dell, bei dem bis hin zu Na­vi, Glas­schie­be­dach oder 17-Zöl­lern al­les ver­baut ist, was der Ka­ta­log her­gibt, wer­den al­ler­dings über 20 000 Eu­ro auf­ge­ru­fen.

Mit et­was über zehn Me­ter Wen­de­kreis und sei­ner eben­so leicht­gän­gi­gen wie ziel­ge­nau­en Len­kung schlüpft der Rio flink in fast je­de Park­lü­cke. Das Fahr­werk wur­de in ers­ter Li­nie auf Kom­fort ge­trimmt und nimmt schlech­ten Stra­ßen ih­ren Schre­cken.

Das An­triebs­sor­ti­ment be­steht aus vier Ot­to- und zwei Die­sel­mo­to­ren zwi­schen 84 und 120 PS, über­wie­gend al­te Be­kann­te. Ein­zig der 1,4-Li­ter-Ben­zi­ner ist mit (ei­ner alt­mo­di­schen Vier-Stu­fen-)Au­to­ma­tik lie­fer­bar, ab 2018 wird es für man­che Mo­to­ren ein Sie­ben­gang-Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be ge­ben.

Neu ist ein Drei­zy­lin­der-Ben­zi­ner mit ei­nem Li­ter Hu­b­raum und Tur­bo­auf­la­dung, wahl­wei­se mit 100 oder 120 PS. In bei­den Fäl­len liegt das ma­xi­ma­le Dreh­mo­ment von 172 New­ton­me­tern schon bei 1500 Um­dre­hun­gen an, was schalt­fau­le Fahr­wei­se er­laubt und nied­ri­gen Treib­stoff­ver­brauch ver­spricht. Nach ers­ten Pro­be­fahr­ten mit der 100-PS-Va­ri­an­te zeig­te der Bord­com­pu­ter al­ler­dings statt der ver­spro­che­nen Vier meist ei­ne Sie­ben vor dem Kom­ma. Das war auch der Tat­sa­che ge­schul­det, dass es an­ge­sichts des mun­te­ren Motör­chens schwer fällt, den Gas­fuß zu zü­geln. Obend­rein fehlt dem Ge­trie­be der sechs­te Gang, den es in der 120-PS-Ver­si­on so­wie für den Die­sel mit 77 und 90 PS gibt. sob

Fo­to: Werk

TY­PISCH KIA: Der neue Rio zeigt das jüngst re­no­vier­te Mar­ken­ge­sicht.

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