Ge­ne­ra­tio­nen-Me­lo­dram

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN AM SONNTAG -

„Mr. Mor­gans letz­te Lie­be“(Das Ers­te, 23.35 Uhr): Gen­tlem­an­li­ke, aber nicht oh­ne Hin­ter­ge­dan­ken, lädt der ame­ri­ka­ni­sche Wit­wer und ehe­ma­li­ge Phi­lo­so­phie-Pro­fes­sor Mor­gan (Micha­el Cai­ne) die ver­ehr­te jun­ge, blon­de Tanz­leh­re­rin Pau­li­ne (Clé­mence Poé­sy) in ein ele­gan­tes Re­stau­rant auf dem Lan­de mit Ho­tel­be­trieb ein. Doch er wird dort die Nacht al­lein ver­brin­gen, als sein Wa­gen nicht an­springt: Pau­li­ne lässt sich von ei­nem jun­gen Mann zu­rück nach Paris mit­neh­men. „Ich al­ter Narr“, sagt Mat­t­hew Mor­gan ver­zwei­felt in San­dra Net­tel­becks hoch­e­mo­tio­na­len Mehr-Ge­ne­ra­tio­nen-Me­lo­dram – und will so­gar ster­ben. Im­mer­hin kann er sei­nen Kin­dern ge­gen­über ehr­lich ab­strei­ten, Pau­li­ne sei sei­ne Ge­lieb­te.

Ver­liebt zu sein, aber nur als Freund wahr­ge­nom­men zu wer­den, pas­siert nicht nur al­ten Män­nern. Po­ten­zi­ell geht „Mr. Mor­gans letz­te Lie­be“je­de(n) an, fragt das Me­lo­dram doch da­nach, wel­che Rol­le wir im Le­ben der an­de­ren spie­len – und wie ehr­lich wir da­bei sind. Os­car­preis­trä­ger Micha­el Cai­ne, der sei­nen Part bril­lant mit Trotz, Ver­letz­lich­keit und Nach­druck in ei­nem schein­bar ge­brech­li­chen Kör­per gibt, lobt San­dra Net­tel­beck („Bella Mar­tha“) zu Recht als eben­so gro­ße Au­to­rin wie Re­gis­seu­rin. tsch

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