An­lei­hen we­nig at­trak­tiv

Wo­hin mit dem Ge­lad nach En­de der Bör­sen­ral­lye?

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

„Vie­le Men­schen in Deutsch­land über­schät­zen das Ri­si­ko der Ak­ti­en­märk­te und un­ter­schät­zen die Chan­cen“, sagt Ve­ro­ni­ka Csi­zi. Die Fi­nanz­jour­na­lis­tin lässt für die Le­se­rin­nen und Le­ser je­de Wo­che das Bör­sen­ge­sche­hen Re­vue pas­sie­ren und er­klärt da­bei die Zu­sam­men­hän­ge.

Die Ge­fahr ei­nes Rück­schlags steigt – vor al­lem in den USA. Dort hat der Dow Jo­nes in den ver­gan­ge­nen Ta­gen im­mer neue Re­kor­de er­klom­men und steht nun mit 20 624 Punk­ten rund 1,7 Pro­zent hö­her als ei­ne Wo­che zu­vor. Er­neut konn­te Eu­ro­pa hier nicht mit­hal­ten, der Dax schaff­te nur 0,7 Pro­zent auf 11 757 Zäh­ler. Wür­de der Dow Jo­nes nun zu ei­ner Kon­so­li­die­rung an­set­zen, wo­mit nach ei­nem Plus von gut zwölf Pro­zent in drei Mo­na­ten frü­her oder spä­ter zu rech­nen ist, könn­ten sich auch die eu­ro­päi­schen Märk­te schwer ent­zie­hen. Mehr noch: die re­la­ti­ve Schwä­che von Dax & Co im Ver­gleich zu US-In­di­zes deu­tet an, was im Fal­le ei­nes Rück­zie­hers im Dow pas­sie­ren soll­te: Dax & Co wür­den wohl deut­lich ein­kni­cken.

Al­ler­dings: Dass An­la­ge­al­ter­na­ti­ven feh­len, könn­te wie ein Si­cher­heits­netz für die Bör­sen wir­ken. Denn die An­lei­he­märk­te et­wa schrei­en ja nicht ge­ra­de nach In­ves­ti­tio­nen. Seit Ok­to­ber sind die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen Bun­des­an­lei­he von mi­nus 0,2 Pro­zent auf plus 0,5 Pro­zent ge­stie­gen, bei deut­lich fal­len­den Kur­sen. Zwar geht der Trend kurz­fris­tig eher in die um­ge­kehr­te Rich­tung, weil man­che Markt­teil­neh­mer aus Furcht vor der Wahl in Frank­reich auf Si­cher­heit set­zen und da­mit die Ren­di­ten – vor al­lem in Deutsch­land – wie­der ge­de­ckelt ha­ben. Doch ein Run zu­rück in An­lei­hen ist eher nicht zu er­war­ten.

Für Ak­ti­en spricht zu­dem: Im­mer wie­der lie­fern Un­ter­neh­men gu­te Kauf­ar­gu­men­te, durch stei­gen­de Di­vi­den­den, durch An­kün­di­gung von mas­si­ven Ak­ti­en­rück­käu­fen wie zu­letzt bei der Al­li­anz oder durch Über­nah­men. Zu­letzt kam bei Kon­sum­ak­ti­en das Fu­si­ons­ka­rus­sell in Schwung, an­ge­sto­ßen durch den US-Nah­rungs­mit­tel­kon­zern Kraft Heinz, der den dop­pelt so gro­ßen bri­tisch-nie­der­län­di­schen Rie­sen Uni­le­ver über­neh­men möch­te. Die Uni­le­ver-Ak­tie ex­plo­dier­te des­halb um fast 16 Pro­zent. Ges­tern teil­ten bei­de Un­ter­neh­men al­ler­dings mit, dass Kraft Heinz sein An­ge­bot über 143 Mil­li­ar­den Eu­ro zu­rück­ge­zo­gen ha­be. Uni­le­ver hat­ten den Fu­si­ons­ver­such zu­vor be­reits zu­rück­ge­wie­sen.

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