Nur wer hat, der kriegt

Pforzheimer Kurier - - FERNSEHEN -

„Die gro­ße Geld­flut“(Das Ers­te, 22.45 Uhr): Wenn dem­nächst in Deutsch­land der Bun­des­tags­wahl­kampf an­rollt, wird ein The­ma weit oben auf der Agen­da zu fin­den sein: die Fra­ge, war­um es in ei­nem wohl­ha­ben­den Land wie die­sem so schwer fällt, die Sche­re zwi­schen Arm und Reich wie­der ein biss­chen mehr zu schlie­ßen. Die Hin­ter­grün­de sind kom­plex. Til­man Acht­nich und Hans­pe­ter Mi­chel leis­ten in ih­rer Re­por­ta­ge Vor­bild­li­ches: Sie er­klä­ren die sys­te­ma­ti­schen Zu­sam­men­hän­ge, die da­zu füh­ren, dass sich im­mer mehr Men­schen „ab­ge­hängt“füh­len.

Die Kern­the­se: „Die gro­ße Geld­flut“ist die Wur­zel al­len Übels. Fi­nanz­märk­te und Re­al­wirt­schaft sind auf ge­fähr­li­che Wei­se ent­kop­pelt. Wäh­rend die von der EZB for­cier­te Po­li­tik der Nied­rig­zin­sen de­fi­zi­tä­ren Ban­ken und Staats­haus­hal­ten auf die Sprün­ge hilft, rinnt den Klein­spa­rern die Al­ters­si­che­rung durch die Fin­ger. Un­ter Fi­nanz­jon­gleu­ren führt das „bil­li­ge“Geld zu hoch­ris­kan­ten Ca­si­no-Re­fle­xen. Im­mer grö­ße­re Sum­men – so wei­sen die Au­to­ren nach – wan­dern aus der Re­al­wirt­schaft in den spe­ku­la­ti­ven Be­reich. „Die Geld­flut hat zu ei­ner ge­fähr­li­chen Um­ver­tei­lung ge­führt“, kri­ti­siert der deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Öko­nom Pro­fes­sor Max Ot­te: „Wer hat, dem wird ge­ge­ben.“tsch

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