Hunts Fehl­schuss

Der Ham­bur­ger SV ver­gibt ge­gen Frei­burg spä­ten Match­ball

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Ham­burg (sid). Aa­ron Hunt zwir­bel­te ver­le­gen an sei­nem Voll­bart, wäh­rend er sich im­mer wie­der für sei­nen ka­pi­ta­len Fehl­schuss ent­schul­dig­te. „Das war si­cher mein schlech­tes­ter Elf­me­ter, den ich in der Li­ga ge­schos­sen ha­be“, sag­te der Pech­vo­gel des Ham­bur­ger SV nach dem 2:2 (1:1) ge­gen den SC Frei­burg. Die leicht­fer­tig ver­ge­be­ne Chan­ce auf Big Points im Kampf um den Klas­sen­ver­bleib schmerz­te. Der dro­hen­de Aus­fall von Hoff­nungs­trä­ger Ky­ria­kos Pa­pa­do­pou­los be­rei­te­te HSV-Trai­ner Mar­kus Gis­dol zu­sätz­li­che Sor­gen. Doch ges­tern konn­te Gis­dol zu­min­dest teil­wei­se Ent­war­nung

„Das war si­cher mein schlech­tes­ter Elf­me­ter“

ge­ben. „Es sieht ge­ra­de so aus, als wenn es nicht so gra­vie­rend wä­re“, sag­te der 47-Jäh­ri­ge: „Vi­el­leicht krie­gen wir es in ein paar Ta­gen wie­der hin.“

Der so stark auf­spie­len­de Win­ter­zu­gang Pa­pa­do­pou­los hat­te sich früh mit ei­ner Schul­ter­ver­let­zung aus­wech­seln las­sen. Der Grie­che konn­te die viel dis­ku­tier­ten Sze­nen aus der 88. Spiel­mi­nu­te nur noch von der Bank aus ver­fol­gen. Im team­in­ter­nen Streit um die Aus­füh­rung mit Micha­el Gre­go­ritsch setz­te sich Hunt noch ent­schlos­sen durch – bei­de Of­fen­siv­män­ner hat­ten mit ei­nem Ball in der Hand be­reit­ge­stan­den. Doch dann ver­sag­ten dem frü­he­ren Bre­mer im Du­ell aus elf Me­tern mit Frei­burgs Tor­wart Alex­an­der Schwo­low die Ner­ven. „Är­ger­lich, aber wir ma­chen ihm kei­nen Vor­wurf“, sag­te Gis­dol. Künf­tig will er die Schüt­zen klar vor­ge­ben, um die we­nig för­der­li­chen Dis­kus­sio­nen auf dem Platz zu ver­mei­den. Der ver­hin­der­te Schüt­ze Gre­go­ritsch gab Hunt Rü­cken­de­ckung und sprach von „Pech“, auch wenn er „na­tür­lich gern“selbst ge­schos­sen hät­te.

Statt sich auf drei Punk­te vom Re­le­ga­ti­ons­platz 16 ab­zu­set­zen, bleibt der Vor­sprung der Ham­bur­ger auf die Ge­fah­ren­zo­ne hauch­dünn, die Ab­stiegs­ge­fahr wei­ter akut. Die zwei­ma­li­ge HSV-Füh­rung durch Hunt (15.) und Gre­go­ritsch (57.) reich­te nicht, ins­ge­samt mach­te Frei­burg den ge­fes­tig­te­ren Ein­druck. Die Tref­fer von Ma­xi­mi­li­an Phil­ipp (23.) und Vin­cen­zo Grifo (72.) – je­weils auf Vor­la­ge von Nils Pe­ter­sen – wa­ren fol­ge­rich­tig. „Es ist für mich ein Punkt­ge­winn, Frei­burg war dem Füh­rungs­tor nah“, sag­te HSV-Sport­chef Jens Todt, der in sei­ner Analyse mit Frei­burgs Trai­ner Chris­ti­an Streich über­ein­stimm­te: „Wir kön­nen zu­frie­den sein, sind es aber nicht ganz“, sag­te Streich. Das Spiel der Ham­bur­ger litt un­ter den kurz­fris­ti­gen Aus­fäl­len von Bob­by Wood – Gis­dols no­mi­nel­lem Elf­me­ter­schüt­zen – und von Top­vor­be­rei­ter Ni­co­lai Mül­ler (bei­de mus­ku­lä­re Pro­ble­me). Als dann auch noch Pa­pa­do­pou­los ab­wink­te, nah­men die Sor­gen­fal­ten auf Gis­dols Stirn zu. Dass die Han­sea­ten trotz der Rück­schlä­ge bis zum Schluss auf drei Punk­te spiel­ten, un­ter­strich aber die durch­aus po­si­ti­ve Ent­wick­lung beim HSV.

FRUST DES FEHLSCHÜTZEN: Ham­burgs Aa­ron Hunt ver­gab im Spiel ge­gen Frei­burg kurz vor Schluss den mög­li­chen Sieg­tref­fer vom Elf­me­ter­punkt aus. Fo­to: dpa

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