„Ein biss­chen ko­misch“

BVB-Ju­bel vor lee­rer Süd­tri­bü­ne / Blasz­c­zy­kow­skis ver­spä­te­ter Ab­schied

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Mar­cus Bark AUF EH­REN­RUN­DE: Ex-BVB-Spie­ler Ja­kub Blasz­c­zy­kow­ski. Fo­to: dpa

Dort­mund. An ei­nem Tag, an dem ei­ni­ges an­ders war, soll­te auch das Nach­spiel au­ßer­ge­wöhn­lich wer­den. Ein Spie­ler des Geg­ners dreh­te ei­ne Eh­ren­run­de – und die Fans von Bo­rus­sia Dort­mund er­ho­ben sich von ih­ren Plät­zen und ju­bel­ten ihm zu. Ja­kub Blasz­c­zy­kow­ski hät­te ger­ne, das hat­te er nach dem Hin­spiel ge­sagt, ei­nen ver­nünf­ti­gen Ab­schied nach acht Jah­ren in Dort­mund ge­habt. Am Sams­tag gab es dann mit reich­lich Ver­spä­tung ei­nen Blu­men­strauß und net­te Wor­te für den Wolfs­bur­ger.

Auf den Ap­plaus von der Süd­tri­bü­ne muss­te Blasz­c­zy­kow­ski auf sei­ner Run­de je­doch ver­zich­ten. Der Be­ton­klotz war vom Deut­schen Fuß­ball-Bund ge­sperrt wor­den, vor al­lem weil beim Heim­spiel zu­vor ge­gen RB Leip­zig vie­le be­lei­di­gen­de Trans­pa­ren­te ge­zeigt wor­den wa­ren. Am Sams­tag blieb al­les im üb­li­chen Rah­men. „Es lief wei­test­ge­hend fried­lich ab. Das war ein wich­ti­ges Si­gnal“, sag­te ein Spre­cher der Dort­mun­der Po­li­zei, die auch ei­nen Fahn­dungs­er­folg mel­de­te. Zwei mut­maß­li­che Ge­walt­tä­ter, von de­nen ei­ner ei­ne ge­füll­te Ge­trän­ke­kis­te auf Leip­zi­ger Fans ge­wor­fen ha­ben soll, wur­den fest­ge­nom­men.

Wäh­rend der Par­tie war von den knapp 24 500 feh­len­den Be­su­chern kaum et­was zu mer­ken. „Die At­mo­sphä­re war ein biss­chen ko­misch, aber die Stim­mung war trotz­dem toll. Da­her ein di­ckes Kom­pli­ment an die Zu­schau­er. Aber das ei­ne Mal hat jetzt auch ge­reicht“, sag­te der Dort­mun­der Trai­ner Tho­mas Tu­chel. Auch BVB-Ge­schäfts­füh­rer Hans-Joa­chim Watz­ke ge­stand, dass al­les halb so wild war.

Sport­lich hat­ten die Bo­rus­sen über­haupt kei­ne Pro­ble­me mit dem An­blick des lee­ren Be­ton­blocks. Der BVB ge­wann nach ei­ner star­ken Vor­stel­lung mit 3:0 ge­gen ei­nen VfL Wolfs­burg, der al­les ver­mis­sen ließ, was ei­ne Bun­des­li­ga­mann­schaft an gu­ten Ei­gen­schaf­ten ha­ben soll­te. Blasz­c­zy­kow­skis pol­ni­scher Lands­mann Lu­kasz Pisz­c­zek war der über­ra­gen­de Spie­ler beim BVB mit zwei Vor­la­gen und ei­nem Tref­fer, sei­nem be­reits fünf­ten in die­ser Sai­son. „Er ist der­zeit in her­aus­ra­gen­der Form“, lob­te Tu­chel sei­nen Ver­tei­di­ger.

Ein paar Fans in den Ecken, die an die Süd­tri­bü­ne gren­zen, hat­ten ver­sucht, in die Bre­sche zu sprin­gen. Sie stimm­ten Ge­sän­ge an, manch­mal so­gar mit Er­folg. Letzt­lich aber ga­ben meis­tens wie­der die Ul­tras den Ton an. Ihr Glück war, dass der VfL Wolfs­burg nur 1 700 Fans mit­brach­te. Die­se wur­den auf Sitz­plät­ze ver­teilt, so­dass der Gäs­te-Steh­block auf der Nord­tri­bü­ne Platz für BVB-Fans bot. So trom­mel­ten und san­gen die Ul­tras, nur dass es die­ses Mal ins an­de­re Ohr der Be­su­cher auf den lan­gen Gera­den ging.

Dass der BVB nach der Pau­se noch ernst­haf­te Be­den­ken zer­streu­en muss­te, das Spiel zu ge­win­nen, war sei­ner fahr­läs­si­gen Chan­cen­ver­wer­tung ge­schul­det. Wie am Di­ens­tag in der Cham­pi­ons Le­ague bei Ben­fi­ca Lis­s­a­bon (0:1) ver­gab die Bo­rus­sia in der ers­ten Halb­zeit rei­hen­wei­se bes­te Mög­lich­kei­ten. Be­zeich­nend war da­her, dass der ers­te Tref­fer von ei­nem Wolfs­bur­ger er­zielt wur­de. Jef­frey Bru­ma köpf­te ei­ne Her­ein­ga­be von Pisz­c­zek oh­ne Not ins ei­ge­ne Tor (20.). Durch ein Kopf­ball­tor des Po­len (48.) und den Tref­fer des eben­falls star­ken Ous­ma­ne Dem­bé­lé (59.) wur­den die Ver­hält­nis­se nach der Pau­se ge­ra­de ge­rückt.

VOR DER DIES­MAL GRAU­EN WAND freu­en sich die Spie­ler von Bo­rus­sia Dort­mund über den Füh­rungs­tref­fer ge­gen den VfL Wolfs­burg. Am En­de fei­er­te der BVB nach ei­ner star­ken Vor­stel­lung ei­nen un­ge­fähr­de­ten 3:0-Er­folg. Fo­to: dpa

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