Ho­ward als Wie­der­ho­lungs­tä­ter

Er­neut Deut­scher Meis­ter im Weit­sprung / Sprin­te­rin­nen zün­den den Tur­bo / Kess­ler Zwei­ter

Pforzheimer Kurier - - SPORT - TRIUMPHATOR: Weit­sprin­ger Ju­li­an Ho­ward be­ju­belt sei­nen deut­schen Ti­tel. Fo­to: dpa

Leip­zig (sog/sid). Bei den deut­schen Hal­len­meis­ter­schaf­ten der Leicht­ath­le­ten hat Ju­li­an Ho­ward al­les ge­ge­ben: Erst am Sams­tag im Weit­sprung, den der 27-Jäh­ri­ge von der LG Re­gi­on Karls­ru­he mit der Wei­te von 7,82 Me­tern ge­wann und da­mit nach 2014 in Leip­zig sei­nen zwei­ten Ti­tel hol­te. Dann auch ges­tern beim An­feu­ern, als ein LGRT­rio im Fi­na­le über die 800 Me­ter an den Start ging. Ge­gen die 3 500 säch­si­schen Keh­len konn­te der Karls­ru­her Chor aber we­nig aus­rich­ten, die Leip­zi­ger schrien ih­ren Lo­kal­ma­ta­do­ren Ro­bert Far­ken im Du­ell mit Chris­toph Kess­ler förm­lich zum Sieg. Far­ken ge­wann in

Hür­den­läu­fe­rin Dut­kie­wicz in Welt­klas­se­zeit vor Ro­le­der

1:49,78 Mi­nu­ten und ei­nem hauch­dün­nen Vor­sprung von drei Hun­derts­tel vor Kess­ler. „Es ist bit­ter, so nah dran zu sein und es nicht ganz nach oben zu schaf­fen“, gab Kess­ler zu, der wie Ho­ward in zwei Wo­chen bei der Hal­len-EM in Bel­grad das Tri­kot des deut­schen Leicht­ath­le­tik-Ver­bands (DLV) tra­gen wird. Bis zu 35 Män­ner und Frau­en wird der Ver­band am Mitt­woch no­mi­nie­ren.

Dass beim Hö­he­punkt der Win­ter­sai­son die 200 Me­ter nicht im Pro­gramm sind, ist aus DLV-Sicht scha­de. Denn auf der Hal­len­run­de sorg­ten der Wat­ten­schei­der Ro­bin Ewe­ra mit von ei­nem Deut­schen nur ein­mal un­ter­bo­te­nen 20,52 Se­kun­den und Re­bek­ka Haa­se vom LV Erz­ge­bir­ge mit 22,77 Se­kun­den für in­ter­na­tio­na­le Spit­zen­zei­ten. Haa­se hielt sich da­mit schad­los für ent­gan­ge­nes Gold über die 60 Me­ter, das sich die Dort­mun­de­rin Gi­na Lü­ckenk­em­per in 7,14 Se­kun­den si­cher­te. Als schnells­ter Mann er­wies sich der Wein­hei­mer Micha­el Bryan (6,67 Se­kun­den).

Für das Top-Er­geb­nis der Ti­tel­kämp­fe sorg­ten die Hür­den­sprin­te­rin­nen, die sich an die Spit­ze der eu­ro­päi­schen Bes­ten­lis­te setz­ten. Mit der Welt­klas­se­zeit von 7,79 Se­kun­den ver­wies Pa­me­la Dut­kie­wicz aus Wat­ten­scheid Cin­dy Ro­le­der aus Hal­le, die in 7,84 Se­kun­den eben­falls per­sön­li­che Best­zeit rann­te, auf Rang zwei. „Von so et­was ha­be ich ge­träumt. Die Zeit ha­be ich noch gar nicht rea­li­siert. Das ist völ­lig ver­rückt“, sag­te Dut­kie­wicz, die so schnell lief wie kei­ne Deut­sche seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung.

Im Ku­gel­sto­ßen tri­um­phier­ten der jun­ge Va­ter Da­vid Storl und die wer­den­de Mut­ter Chris­ti­na Schwa­nitz. Die 31-Jäh­ri­ge vom LV Erz­ge­bir­ge, die 18,50 Me­ter stieß, be­en­det we­gen ih­rer Schwan­ger­schaft im fünf­ten Mo­nat die Sai­son. We­ni­ge Ta­ge nach der Ge­burt sei­nes Soh­nes do­mi­nier­te der zwei­ma­li­ge Welt­meis­ter Storl wie ge­wohnt die Kon­kur­renz bei sei­nem Heim­spiel. Auch wenn der Welt­jah­res­bes­te mit 20,98 Me­tern un­ter der 21-Me­ter-Mar­ke blieb. Bo­do Gö­der von SP Yburg St­ein­bach wur­de Drit­ter mit 19,02 Me­tern.

Die an­ge­peil­te Mar­ke hat­te auch Ho­ward ver­fehlt, der die acht Me­ter nun in Bel­grad zu sprin­gen hofft. „Der Ti­tel war das Ziel. Ich freue mich rie­sig, auch wenn von der Wei­te her mehr drin ge­we­sen wä­re“, sag­te Ho­ward. Dass es nicht reich­te für die Acht vorm Kom­ma, führ­te er auf ei­ne Er­käl­tung und die Un­ter­bre­chun­gen des Wett­kampfs durch an­de­re Dis­zi­pli­nen zu­rück: „Ku­gel und Stab lie­fen par­al­lel, das war grenz­wer­tig.“Bei sei­nem bes­ten Ver­such sei er sehr schnell ge­we­sen, ha­be das Brett aber nicht op­ti­mal ge­trof­fen. „Dass ich mit so ’ner Gur­ke so weit ge­kom­men bin, stimmt mich zu­ver­sicht­lich für Bel­grad. Bei der EM will ich zei­gen, was ich drauf ha­be“, er­klär­te Ho­ward.

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