Ka­ra­göz kalt er­wischt

FC Nöt­tin­gen un­ter­liegt ef­fek­ti­ven Of­fen­ba­chern mit 1:3

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Flo­ri­an Kon­rad

Rem­chin­gen. Wie ein Häuf­lein Elend saß Büny­amin Ka­ra­göz auf der Bank des FC Nöt­tin­gen. Hin­ter dem jun­gen Tor­wart lag mit der 1:3(0:2)-Nie­der­la­ge ge­gen die Ki­ckers Of­fen­bach der ers­te Ein­satz in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga, der aus des­sen Sicht kaum un­glück­li­cher hät­te lau­fen kön­nen. Gleich bei sei­ner ers­ten ernst­haf­ten Prü­fung ließ der etat­mä­ßi­ge Lan­des­li­ga-Kee­per nach ei­ner kurz aus­ge­führ­ten Ecke den Ball bei ei­nem Schuss von Ma­ik Vet­ter nach vor­ne pral­len, so dass Ben­ja­min Kirch­hoff in der 15. Spiel­mi­nu­te aus kur­zer Dis­tanz ein­schie­ben konn­te. „Das 0:1 geht auf mei­ne Kap­pe“, be­kann­te Ka­ra­göz, der ei­nen Tag vor der Par­tie – an sei­nem 22. Ge­burts­tag – von Chef­trai­ner Du­brav­ko Ko­lin­ger in sein an­ste­hen­des De­büt ein­ge­weiht wur­de.

Dass ein nach­träg­li­ches Prä­sent aus­blieb, lag an den äu­ßerst ef­fek­ti­ven Of­fen­ba­chern, die aus den ers­ten zwei Mög­lich­kei­ten zwei To­re er­ziel­ten. Denn auch nach dem zwei­ten Eck­ball der Gäs­te ju­bel­ten die rund 400 mit­ge­reis­ten Fans der Hes­sen un­ter den of­fi­zi­ell 921 Zu­schau­ern, als der über­ra­gen­de und in die­sem Mo­ment un­ge­deck­te Ihab Dar­wi­che die Her­ein­ga­be von Dren Hod­ja über den am Pfos­ten plat­zier­ten Si­mon Frank ins Nöt­tin­ger Tor köpf­te (30.). „Wir ma­chen uns durch zwei Stan­dards al­les ka­putt. Wir wa­ren nicht cle­ver ge­nug, dar­aus müs­sen wir ler­nen“, mein­te FCN-Coach Ko­lin­ger.

Von den Nöt­tin­gern kam in der ers­ten Hälf­te we­nig, trotz or­dent­li­chen Be­ginns mit ei­ner ge­fähr­li­chen Frei­stoß­flan­ke von Rein­hard Schen­ker so­wie ei­ner ziem­lich of­fen­si­ven Auf­stel­lung mit zwei Stür­mern. Für Be­le­bung sorg­te der zur zwei­ten Halb­zeit für Mat­tia Mag­gio ge­kom­me­ne Ni­k­las Hecht-Zir­pel, der Of­fen­bachs Er­satz­tor­wart Alex­an­der Se­bald zu ei­ner Glanz­tat zwang (49.). Statt des An­schluss­tref­fers fiel zwei Mi­nu­ten spä­ter auf der an­de­ren Sei­te das 0:3. Der flin­ke Dar­wi­che schüt­tel­te zwei Nöt­tin­ger ab, leg­te im Straf­raum quer auf Ser­kan Fi­rat, der den Ball ins Tor bug­sier­te.

Of­fen­bach be­schränk­te sich in der Fol­ge auf die Ver­wal­tung des ver­meint­lich si­che­ren Vor­sprungs, Trai­ner Oli­ver Reck nahm in Dar­wi­che und Vet­ter zwei wich­ti­ge Stüt­zen vom Feld, und wur­de fast da­für be­straft. Zu­nächst be­lohn­te Hecht-Zir­pel mit dem 1:3 (74.) die bis zum Schluss en­ga­gier­ten Nöt­tin­ger, als er Se­bald im zwei­ten Ver­such über­wand. Zu ei­nem wei­te­ren Tor­er­folg reich­te es den Gast­ge­bern in der fai­ren Par­tie nicht mehr, weil Hol­ger Fuchs die­sen per Kopf knapp ver­pass­te (78.).

So­mit ver­lor der FCN auch den sechs­ten Re­gio­nal­li­ga-Ver­gleich mit den Ki­ckers Of­fen­bach, die sich et­was Luft im Kampf ge­gen den Ab­stieg ver­schaff­ten. „Der FC Nöt­tin­gen hat es uns sehr schwer ge­macht, aber wir wa­ren über 90 Mi­nu­ten die bes­se­re Mann­schaft“, sag­te Gäs­te-Coach Reck, des­sen Nöt­tin­ger Kol­le­ge Ko­lin­ger sich im­mer­hin über die Ein­stel­lung sei­ner Spie­ler freu­te: „Wir ha­ben nach dem 0:3 nicht auf­ge­hört und uns nicht hän­gen las­sen.“

Ob beim Aus­wärts­spiel beim VfB Stutt­gart II am Frei­tag er­neut Youngs­ter Ka­ra­göz zwi­schen den Pfos­ten steht, ist of­fen. Zwar wird Ro­bin Kra­ski we­gen ei­ner hart­nä­cki­gen Rip­pen­prel­lung wei­ter aus­fal­len, ei­ne Op­ti­on könn­te dann aber wie­der Andre­as Dups sein.

FC Nöt­tin­gen: Ka­ra­göz, Wal­ter, Bren­ner, Fuchs, Frank, Gür (75. Bel­lana­ve), Schen­ker, Bräu­ning, Bil­ger, Ne­zi­raj (66. Schürg), Mag­gio (46. Hecht-Zir­pel).

Ki­ckers Of­fen­bach: Se­bald, Marx (87. Frey), Kirch­hoff, Schul­te, Theo­dosia­dis, Gö­cer, Vet­ter (68. Sen­türk), Hod­ja, Stoi­las, Dar­wi­che (63. Ne­o­fy­tos), Fi­rat.

Fo­to: Rub­ner

HIN­TER SICH GREI­FEN muss­te Büny­amin Ka­ra­göz zwei­mal nach Stan­dards in der ers­ten Halb­zeit, hier zum 0:2. Das ers­te Ge­gen­tor nahm er auf sei­ne Kap­pe.

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