Chan­cen­los den Nim­bus ver­lo­ren

TGS Pforz­heim un­ter­liegt im Heim­spiel ge­gen Ba­lin­gen-Weil­stet­ten II und gibt Ta­bel­len­füh­rung ab

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ger­not Ot­to

Pforz­heim. Vor­aus­set­zun­gen für ein aus­ge­spro­chen reiz­vol­les Gip­fel­tref­fen in der drit­ten Hand­ball-Li­ga ge­gen den um ei­nen Zäh­ler da­hin­ter auf Platz zwei ran­gie­ren­den HBW Ba­lin­gen-Weil­stet­ten II hat­te der seit­he­ri­ge Spit­zen­rei­ter TGS Pforz­heim ins­be­son­de­re durch sei­ne bis­lang ma­kel­lo­se Heim­bi­lanz in der Ber­tha-Benz-Sport­hal­le ge­schaf­fen. Der Nim­bus der Un­be­sieg­bar­keit auf hei­mi­schem Par­kett ging den Nord­städ­tern nun frei­lich ge­gen die „Gal­li­er“auf ein­deu­ti­ge Art und Wei­se flö­ten. Le­dig­lich in der Start­pha­se der ers­ten Halb­zeit ver­moch­ten die Ball­wer­fer von Trai­ner And­rej Kli­mo­vets das Nach­wuchs­team

Sdu­n­ek fehlt die Un­ter­stüt­zung

des Bun­des­li­gis­ten von der Alb auf Schlagdis­tanz zu hal­ten. Vor 1 100 Zu­schau­ern hat­te sich die von And­re Dos­ter trai­nier­te Gäs­te-Equi­pe mit 17:11 be­reits ei­nen kom­for­ta­blen Vor­sprung her­aus­ge­schos­sen. In der End­ab­rech­nung be­hielt Ba­lin­gen-Weil­stet­ten II dann klar mit 30:23 die Ober­hand, füg­te den Wart­ber­gern die ers­te He­implei­te zu und setz­te sich an die Ta­bel­len­spit­ze.

Bis zur 25. Mi­nu­te des Spit­zen­matches der Li­ga schien sich die deut­li­che Heim­nie­der­la­ge der Gold­städ­ter noch kei­nes­wegs ab­zu­zeich­nen. Denn da hieß es erst 10:11. Un­über­seh­bar bis zu je­ner Pha­se war in­des­sen be­reits ein we­sent­li­cher Un­ter­schied zwi­schen bei­den Teams. Wäh­rend die Ein­hei­mi­schen mit bis­wei­len nicht all zu plat­zier­ten Wür­fen oft ge­nug am über­ra­gen­den HBW-Zer­be­rus Jo­nas Bau­meis­ter schei­ter­ten, fan­den die schnell und bis­wei­len fin­ten­reich agie­ren­den „Gal­li­er“weit­aus schnel­ler das Ziel – ge­gen ei­nen TGS-To­re­ver­hin­de­rer Da­ni­el Sdu­n­ek, der viel zu we­nig As­sis­tenz durch sei­ne Vor­der­leu­te emp­fing. Ne­ben ei­nem ge­schickt als An­spiel­sta­ti­on ge­wähl­ten, treff­si­che­ren Kreis­läu­fer Mar­kus Dan­gers ge­rier­te sich ei­ne be­trächt­lich gro­ße An­zahl von Ba­lin­ger Wer­fern als Tor­schüt­zen.

Auf der Ge­gen­sei­te leis­te­ten sich vor al­lem Flo­ri­an Taa­fel, Ev­ge­nij Pra­so­l­ov und Ju­li­an Rost ei­ni­ge miss­ra­te­ne Ver­su­che; das Feh­len der nach wie vor ver­letz­ten, zu­letzt sehr ef­fi­zi­en­ten TGSS­co­rer Mar­tin Ki­enz­le und Fe­li­pe So­te­ras-Merz wirk­te sich ge­gen die ge­schlos­sen auf­tre­ten­de De­fen­siv­ab­tei­lung der Gäs­te als ne­ga­tiv aus. Als die Schwa­ben ih­ren Vor­sprung bis zur Pau­se auf sechs Tref­fer aus­ge­baut hat­ten, war der Käs’ für Dos­ters Equi­pe ge­ges­sen – zu­mal auch die Ein­wechs­lung von Tor­hü­ter Jo­na­than Bin­der so­wie Trai­ner And­rej Kli­mo­vets in die Ab­wehr kein po­si­ti­ves Re­sul­tat lie­fer­te. Gleich nach Wie­der­an­pfiff war der spä­te­re Sie­ger gar auf 19:11 da­von­ge­zo­gen.

Nicht das Match ent­schei­dend, doch im­mer­hin durch bis­wei­len ver­schie­den prak­ti­zier­te Re­gel­aus­le­gung ge­gen­über bei­den Teams ge­prägt war zu­dem das Auf­tre­ten des saar­län­di­schen Schieds­rich­ter-Ge­span­nes Phil­ipp Jä­ckel/ Chris­ti­an Stas­z­ak. Als „ar­ro­gant“be­zeich­ne­te TGS-Ma­cher Wolf­gang Taa­fel die bei­den Un­par­tei­ischen, ver­wies in­des­sen eben­so auf die gro­ße phy­si­sche Be­las­tung des Pforz­hei­mer Ka­ders in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit. „Wir ha­ben jetzt end­lich zwei Wo­chen Zeit zur Re­ge­ne­ra­ti­on, die die Spie­ler drin­gend brau­chen.“Gäs­te-Übungs­lei­ter Dos­ter, der sich über die gro­ße Be­su­cher­re­so­nanz ge­freut hat­te, wer­te­te den Ver­lauf der 60 Mi­nu­ten als „ei­nes der bes­ten Spie­le“un­ter sei­ner Re­gie und kon­sta­tier­te den Ak­teu­ren des neu­en Ta­bel­len­füh­rers „ei­ne sehr gu­te, nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“in­ner­halb von ein­ein­halb Jah­ren.

TGS Pforz­heim: Sdu­n­ek, Bin­der – F. Rost, J. Rost, Taa­fel 8/3, Ki­kil­lus 6/2, Sruk 2, Wy­so­kin­ski, Pr­sa 4, Pra­so­l­ov 3, Bo­schen, Kör­ner, Bu­jot­zek, Kli­mo­vets, Ma­loleps­zy.

KEIN DURCH­KOM­MEN für Mar­co Ki­kil­lus: Ge­gen Ju­li­an Tho­mann, Thor­ben Kirsch und Lu­kas Sauer­es­sig und de­ren HBW Ba­lin­genWeil­stet­ten II tat sich der ent­thron­te Spit­zen­rei­ter TGS Pforz­heim schwer. Fo­to: Wai­de­lich

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