„Pforz­hei­mer be­geis­tern“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Was ist die ty­pi­sche Re­ak­ti­on, wenn Sie er­zäh­len, dass Sie aus der Re­gi­on Pforz­heim stam­men?

Bau­ern­hansl: Ich ar­bei­te in Stutt­gart und des­halb er­war­ten vie­le, dass ich da auch woh­ne. Wenn ich dann er­zäh­le, dass wir, mei­ne Fa­mi­lie und ich, vor ei­ni­gen Jah­ren von Hei­del­berg nach Pforz­heim und nicht nach Stutt­gart ge­zo­gen sind, ist die Über­ra­schung im­mer groß. Häu­fig hö­re ich dann: Nach Pforz­heim, war­um denn da hin? Vie­le hal­ten Pforz­heim, ins­be­son­de­re die In­nen­stadt, für un­at­trak­tiv.

Wie re­agie­ren Sie dar­auf? Bau­ern­hansl: Ich er­zäh­le von den vie­len net­ten Men­schen, die wir ken­nen­ler­nen durf­ten. Die vie­len Freund­schaf­ten, die wir hier auf­ge­baut ha­ben. Na­tür­lich auch von der wun­der­schö­nen Ge­gend, von un­se­rem schö­nen denk­mal­ge­schütz­ten Haus und der für uns sehr gu­ten In­fra­struk­tur. Ich er­zäh­le auch von den Ge­gen­sät­zen in der Stadt, ih­rer span­nen­den Ge­schich­te und da­von wie wohl wir uns füh­len.

Wo wür­den Sie an­set­zen, wenn es gilt die At­trak­ti­vi­tät der Stadt zu stei­gern?

Bau­ern­hansl: Es muss ge­lin­gen, die Men­schen wie­der mehr für ih­re ei­ge­ne Stadt zu be­geis­tern. Ich ha­be manch­mal den Ein­druck, dass ins­be­son­de­re die ge­bür­ti­gen Pforz­hei­mer ih­rer Hei­mat am kri­tischs­ten ge­gen­über­ste­hen. Da­bei ha­ben wir in Pforz­heim vie­le Po­ten­zia­le. Wir ha­ben ei­ne sehr gu­te un­ter­neh­me­ri­sche Ba­sis, in der Hoch­schu­le jun­ge und krea­ti­ve Men­schen und ei­ne gro­ße kul­tu­rel­le Viel­falt. Si­cher auch ei­ni­ge Pro­ble­me, wenn ich an den Haus­halt der Stadt oder die Ar­beits­lo­sen­quo­te den­ke. Aber wenn wir uns al­le mehr in und für un­se­re Stadt en­ga­gie­ren wür­den, könn­te die Stadt wie­der rich­tig auf­blü­hen.

Wie merkt die Welt au­ßer­halb Pforz­heims, dass Sie ein Gold­stadt­bot­schaf­ter sind?

Bau­ern­hansl: Das ist ei­ne gu­te Fra­ge, die ich mir auch ge­stellt ha­be. Ich ver­su­che Wer­bung für Pforz­heim zu ma­chen, Men­schen von den Vor­zü­gen Pforz­heims zu über­zeu­gen und sie in die Stadt zu brin­gen. Aber noch wich­ti­ger ist das En­ga­ge­ment in Pforz­heim. Ich ha­be mir vor­ge­nom­men mehr dar­auf zu ach­ten. Das sind eher klei­ne Din­ge: Ich kau­fe lo­kal ein, ste­he ei­ni­gen Un­ter­neh­men be­ra­tend zur Sei­te, ver­su­che Ver­an­stal­tun­gen in Pforz­heim zu ma­chen und hal­te ab und zu Vor­trä­ge in der Stadt. Zu­künf­tig wür­de ich ger­ne auch Pro­jek­te vor­an­brin­gen. Zum Bei­spiel könn­te ich mir ei­ne Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen der Hoch­schu­le und Fraun­ho­fer gut vor­stel­len. Al­les in al­lem soll­te der Bot­schaf­ter­sta­tus je­doch für mich kei­nen Un­ter­schied ma­chen, da je­der Pforz­hei­mer Bot­schaf­ter sei­ner Stadt ist und sich ent­spre­chend sei­ner Mög­lich­kei­ten en­ga­gie­ren kann.

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