„Ich bren­ne und möch­te et­was be­we­gen“

Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel bei der SPD im Enz­kreis: Paul Ren­ner ist neu­er Kreis­vor­sit­zen­der

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Tors­ten Ochs

Enz­kreis/Neu­lin­gen-Göb­ri­chen. „Ich bren­ne und möch­te et­was be­we­gen“be­grün­de­te Paul Ren­ner sei­ne Kan­di­da­tur für den SPD-Kreis­vor­sitz. Die Kreis­de­le­gier­ten wähl­ten den 23-Jäh­ri­gen bei ih­rer Kon­fe­renz in Göb­ri­chen fast ein­stim­mig zum neu­en Kreis­vor­sit­zen­den. Die SPD im Enz­kreis setzt da­mit auf ei­nen Neu­an­fang und auf den Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel. Ren­ners Stell­ver­tre­ter ist der 20-jäh­ri­ge Micha­el Hof­säß aus Göb­ri­chen, der im Kreis­ver­band zwei Jah­re lang als Schrift­füh­rer tä­tig war.

Ver­ges­sen schie­nen bei der Kreis­de­le­gier­ten­kon­fe­renz am Frei­tag­abend auch die in­ter­nen Que­re­len um Nils Non­nen­ma­cher, der wie be­rich­tet im De­zem­ber über­ra­schend vom Amt des Kreis­vor­sit­zen­den zu­rück­ge­tre­ten war und die Par­tei in­zwi­schen ganz ver­las­sen hat. Seit­dem hat­te Ren­ner mit Si­gu­ne Wie­land den Kreis­ver­band ge­lei­tet. Die Strau­ben­hard­te­rin wur­de bei der Sit­zung genau wie Hof­säß für den Vi­ze-Vor­sitz ge­wählt.

Po­li­tik ma­chen be­deu­te für ihn, et­was zu ge­stal­ten, sag­te Ren­ner in sei­ner Vor­stel­lungs­re­de. Sei­nen Ehr­geiz wol­le er auch in den Wahl­kampf für die Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber in­ves­tie­ren. Wie vie­le an­de­re Ge­nos­sen ha­be ihn die Eu­pho­rie um Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz er­fasst, er­zähl­te der 23-Jäh­ri­ge, der bis Jah­res­en­de in Stutt­gart ei­nen Mas­ters-Stu­di­en­gang zu Pla­nung und Par­ti­zi­pa­ti­on ab­sol­viert. Si­cher­heit, Di­gi­ta­li­sie­rung und Bür­ger­be­tei­li­gung sind The­men, die dem stell­ver­tre­ten­den Kreis­vor­sit­zen­den der Enz­kreis-Ju­sos be­son­ders am Her­zen lie­gen.

Die gu­te Stim­mung un­ter den Ge­nos­sen griff auch die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Kat­ja Mast auf. Um­fra­ge­wer­te von ak­tu­ell über 30 Pro­zent, 6 000 neue Mit­glie­der bun­des­weit und 500 in Ba­denWürt­tem­berg – „das macht schon Spaß“, so Mast. Die SPD müs­se wie­der an die Re­gie­rung, um da­für zu sor­gen, dass un­ter an­de­rem Ma­na­ger­ge­häl­ter re­gu­liert, die Erb­schafts­steu­er neu ge­re­gelt und Rech­te von Kin­dern im Grund­ge­setz ver­an­kert wer­den, be­ton­te die Ab­ge­ord­ne­te.

Von ei­ner Auf­bruchs­stim­mung sprach auch der Vor­sit­zen­de der SPD-Kreis­tags­frak­ti­on Hans Ves­ter, der von der Ar­beit im Kreis­tag be­rich­te­te. Do­mi­nie­ren­des The­ma sei ver­gan­ge­nes Jahr die Flücht­lings­pro­ble­ma­tik ge­we­sen. 1 000 Asyl­su­chen­de sei­en an­er­kannt wor­den, mit wei­te­ren 1 200 sei zu rech­nen. Für sie müs­se nun er­schwing­li­cher Wohn­raum ge­fun­den wer­den. Der Kreis­tag ha­be sich auch auf die Fah­nen ge­schrie­ben, das an­ge­spann­te Ver­hält­nis zur Stadt Pforz­heim zu ver­bes­sern. Um ei­ne An­nä­he­rung zu er­rei­chen, su­che die Kreis­tags­frak­ti­on den Kon­takt zur SPD-Stadt­rats­frak­ti­on.

Ei­nen Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel gab es im Vor­stand auch beim Amt des Kreis­kas­siers: Jo­chen Kie­fer, der seit 1968 der SPD an­ge­hört und in den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren die Fi­nan­zen der Kreis-SPD ver­wal­tet hat, trat bei den Vor­stands­wah­len nicht mehr an. Zu sei­nem Nach­fol­ger wähl­ten die De­le­gier­ten Ger­not Ertl aus Isprin­gen. Schrift­füh­re­rin wur­de Ul­la Ohaus aus Neu­en­bürg, Pres­se­spre­cher ist Mat­thi­as La­jer aus Kie­sel­bronn. Bei­sit­zer sind: Chris­toph Fried­rich, Bo­do Knechtl, Ur­su­la Köppen, Char­lot­te Ohaus, Adri­an Pelz und Ina Rau. Mar­tin Kunz­mann, neu­er Lan­des­vor­sit­zen­der des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB), ist ei­ner der bei­den stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den der Schieds­kom­mis­si­on.

Fo­to: Ochs

DER NEUE KREISVORSTAND DER SPD: Vor­sit­zen­der Paul Ren­ner (Zwei­ter von links) mit sei­nen Stell­ver­tre­tern Micha­el Hof­säß (rechts) und Si­gu­ne Wie­land (links). Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Kat­ja Mast gra­tu­lier­te.

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