Öku­me­ne bleibt gro­ße Her­aus­for­de­rung

Ba­di­sche Bi­schö­fe spre­chen über Ko­ope­ra­tio­nen

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ju­li­us Sand­mann

Karls­ru­he. Die bei­den gro­ßen Kir­chen in Ba­den ar­bei­te­ten an Fort­schrit­ten in der Öku­me­ne, aber die bräuch­ten Zeit: Das sag­ten der Frei­bur­ger Erz­bi­schof Ste­phan Bur­ger und Jo­chen Cor­ne­li­usBund­schuh, Lan­des­bi­schof der evan­ge­li­schen Kir­che in Ba­den, nach ei­nem Tref­fen in Karls­ru­he. Sie ver­folg­ten 500 Jah­re nach der Ver­öf­fent­li­chung von Mar­tin Lu­thers 95 The­sen ei­ne Po­li­tik der „klei­nen Schrit­te“und wie­sen auf Er­fol­ge hin.

„Wir er­le­ben bei­de, dass das Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit ist, in bei­den Kir­chen zu über­le­gen: Was ist ei­gent­lich das, was uns aus­macht?“, sag­te Cor­ne­li­us-Bund­schuh. Ei­ne neue Ent­wick­lung ge­be es be­züg­lich des ko­ope­ra­ti­ven Re­li­gi­ons­un­ter­richts in Schu­len. Die­ser sei von Sei­ten der Deut­schen Bi­schofs­kon­fe­renz jetzt auch bun­des­weit mög­lich, er­klär­te Bur­ger. „Da gibt es ei­ne Ver­ein­ba­rung.“Cor­ne­li­us-Bund­schuh er­läu­ter­te, ih­re bei­den Kir­chen hät­ten sich da­für be­son­ders ein­ge­setzt. Für die Kin­der im Kom­mu­ni­ons- und Kon­fir­ma­ti­ons­al­ter ge­be es al­ler­dings Spe­zi­al­re­ge­lun­gen.

Bur­ger ver­wies auch auf die fast 110 Ko­ope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen ka­tho­li­schen und evan­ge­li­schen Ge­mein­den der Erz­diö­ze­se Frei­burg und der ba­di­schen Lan­des­kir­che. Aber auch da sei noch Luft nach oben. Bur­ger und Cor­ne­li­us-Bund­schuh, die sich rund zwei­mal im Jahr zu Ge­sprä­chen tref­fen, wie­sen zu­dem auf ei­ne be­son­de­re Form der Ehe­schlie­ßung hin. „Wir ha­ben ei­ne Trau­form in Ba­den, die gibt es sonst in ganz Deutsch­land nicht: Wer bei uns nach dem öku­me­ni­schen Trau­for­mu­lar ge­traut wird, wird in bei­de Kir­chen­bü­cher ein­ge­tra­gen“, er­klär­te das Ober­haupt der ba­di­schen Lan­des­kir­che. Aber ge­ra­de bei Ehen zwi­schen den bei­den Kon­fes­sio­nen zeigt sich ein zen­tra­les Pro­blem: So darf et­wa ein evan­ge­li­scher Mann nicht am Abend­mahl in der Kir­che sei­ner ka­tho­li­schen Ehe­frau teil­neh­men. Dies ist nach dem „Co­dex Iu­ris Ca­no­ni­ci“nur mög­lich, wenn To­des­ge­fahr oder ei­ne an­de­re schwe­re Not­la­ge be­steht. Hin­zu kommt das un­ter­schied­li­che Amts­ver­ständ­nis bei evan­ge­li­schen Pfar­rern und ka­tho­li­schen Pries­tern. Dar­an wer­de ge­ar­bei­tet, aber es könn­te lan­ge dau­ern, er­klär­ten die bei­den Bi­schö­fe. Al­ler­dings ge­he es nicht dar­um, dass ei­ne Kon­fes­si­on ih­re zen­tra­len Glau­bens­grund­sät­ze auf­ge­ben müs­se.

Bur­ger sag­te, maß­geb­lich für die evan­ge­li­sche und ka­tho­li­sche Kir­che sei, die Bot­schaft Je­su Chris­ti zu ver­kün­den, da­her stün­den bei­de heut­zu­ta­ge vor be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen: „Wir sind mitt­ler­wei­le nicht mehr al­lein die so­ge­nann­ten Sinn­an­bie­ter, son­dern da sind sehr vie­le mit un­ter­wegs.“

ÜBER DIE ZU­KUNFT IH­RER KON­FES­SIO­NEN spra­chen Lan­des­bi­schof Jo­chen Cor­ne­li­us-Bund­schuh (links) und Erz­bi­schof Ste­phan Bur­ger (rechts) ges­tern im Evan­ge­li­schen Ober­kir­chen­rat in Karls­ru­he. Fo­to: ar­tis

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