Mu­sik zur Re­for­ma­ti­on

SWDKO gas­tiert in der Lu­ther­kir­che Pforz­heim

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Die Evan­ge­lisch-Lu­the­ri­sche Kir­che in Pforz­heim star­te­te an die­sem Wo­che­n­en­de ei­ne Ver­an­stal­tungs­rei­he zum Ju­bi­lä­um 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on. Da­zu gab es am Sonn­tag­abend ein Kon­zert des Süd­west­deut­schen Kam­mer­or­ches­ters Pforz­heim. Wie Pfar­rer Andre­as Schwarz bei sei­ner Be­grü­ßung in der voll be­setz­ten Kir­che sag­te, spiel­te die Mu­sik für Mar­tin Lu­ther ei­ne ganz gro­ße Rol­le. Er ha­be ge­schrie­ben, dass die Mu­sik „ein gött­li­ches Ge­schenk sei und des­halb dem Sa­tan völ­lig zu­wi­der“.

Als ers­tes er­klang aus der auf ei­nem Kir­chen­lied von Mar­tin Lu­ther ba­sie­ren­den Kan­ta­te „Ein fes­te Burg ist un­ser Gott“von Jo­hann Se­bas­ti­an Bach (1685–1750) der gleich­na­mi­ge Cho­ral. Das Orches­ter be­gann, da­nach im­pro­vi­sier­te Ti­mo Hand­schuh auf der Or­gel über den Cho­ral.

Beim Con­cer­to Gros­so d-Moll op.6 Nr. 10 von Ge­org Fried­rich Hän­del (1685–1759) setz­te sich Chef­di­ri­gent Ti­mo Hand­schuh ans Cem­ba­lo und lei­te­te von dort aus das Orches­ter. Schön ge­spiel­te So­li wech­sel­ten mit Tut­ti-Pas­sa­gen, und das gan­ze Werk hat­te ei­nen gu­ten Schwung. Die drei Sät­ze der „Sin­fo­nia a cin­que g-Moll op. 2 Nr. 11“von To­ma­so Al­bi­no­ni (1671–1750) sind be­wegt und un­ru­hig, ein­zig der zwei­te Satz Gra­ve bringt et­was Be­ru­hi­gung.

Kon­zert­meis­ter Micha­el Ewers war der So­list im Vio­lin­kon­zert a-Moll BWV 1041 von Jo­hann Se­bas­ti­an Bach. Mit schö­nem Ton, vor al­lem im An­dan­te zu hö­ren, meis­ter­te er die drei kur­zen Sät­ze, sehr gut von Ti­mo Hand­schuh und dem Orches­ter be­glei­tet.

Das nächs­te Stück war zeit­lich ei­ni­ges ent­fernt von den Ba­rock­wer­ken. Er er­klang die Sin­fo­nie für Strei­cher Nr. 10 h-Moll von Fe­lix Men­dels­sohnBar­thol­dy (1809–1847). Der Kom­po­nist schrieb sei­ne zwölf Strei­cher­sin­fo­ni­en im Al­ter zwi­schen zwölf und 14 Jah­ren. Nach ei­nem kur­zen Ad­a­gio folgt ein schwung­vol­les Al­le­gro, das mit „piu pres­to“en­det. Aus dem Streich­quin­tett F-Dur von An­ton Bruck­ner (1824–1896) spiel­te das Orches­ter den drit­ten Satz in der we­nig strei­cher­freund­li­chen Ton­art Ges-Dur. Mit gro­ßer Ru­he und viel Aus­druck er­klang das als be­deu­tends­ter Satz des Quin­tetts gel­ten­de Ad­a­gio.

Den Schluss des mit viel Bei­fall auf­ge­nom­me­nen Kon­zerts bil­de­ten der ers­te und der vier­te Satz, „Roman­ze“und ‚Fi­na­le al­la Zin­ga­re­se’ aus der Strei­cher­se­re­na­de e-Moll Nr. 3 op. 21 von Ro­bert Fuchs (1847–1927). Hei­ter und im vier­ten Satz ras­sig und vir­tu­os ließ sich er­ken­nen, war­um der Kom­po­nist den Spitz­na­men „Se­re­na­denFuchs“be­kom­men hat­te. Als Dank für den gro­ßen Ap­plaus er­klang von Hand­schuh und dem Orches­ter die „Air“von Bach. Chris­ti­an Hen­rich

Vom Kir­chen­lied bis zum „Se­re­na­den-Fuchs“

DAS PU­BLI­KUM er­freu­te sich am Auf­tritt des Süd­west­deut­schen Kam­mer­or­ches­ters in der Lu­ther­kir­che. Fo­to: Eh­mann

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.