Ehe oder Krieg

Mu­si­cal-AG zeigt das 2015 er­schie­ne­ne Ju­gend­stück „Schach“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Bet­ti­na Geb­hard

Die Au­la der Kon­rad-Ade­nau­er Re­al­schu­le (KAR) ist gut be­sucht und al­le Zu­schau­er sind of­fen­bar gro­ße Fans der Schau­spie­ler, die nach­mit­tags bis 17 Uhr frei­wil­lig das Mu­si­cal pro­ben, das mor­gen und am Don­ners­tag ge­zeigt wird. Erst seit ver­gan­ge­nen Mitt­woch pro­ben al­le ge­mein­sam. Bis­her hat die Mu­si­cal-AG al­le Tei­le se­pa­rat vor­be­rei­tet: Mas­ke, Büh­nen­bild und Ku­lis­se, Schau­spiel, Ge­sang, Ko­s­tüm, Re­qui­si­te und Ton­tech­nik wird zwar al­les von den Leh­rern an­ge­lei­tet und be­glei­tet, doch die mit­wir­ken­den Schü­ler fast je­den Al­ters ha­ben of­fen­bar al­le ei­ne Auf­ga­be und da­mit Ver­ant­wor­tung über­nom­men.

Mit Be­ginn des neu­en Schul­jahrs im Sep­tem­ber be­gan­nen auch die Cas­tings und die Ar­beit am Mu­si­cal „Schach“von Andre­as Sch­mitt­ber­ger, selbst Leh­rer und Ver­fas­ser von noch wei­te­ren Kin­der- und Ju­gend­mu­si­cals. „Schach“ist 2015 er­schie­nen. Den­noch fan­den Leh­rer und Schü­ler das Stück nicht mo­dern ge­nug und ha­ben mit Wort­schöp­fun­gen wie „Chess­book“oder „Spa­lan­do“noch mehr vom ju­gend­li­chen All­tag ins Stück ein­ge­baut. An der KAR wird seit 1995 al­le zwei Jah­re ein Mu­si­cal auf­ge­führt.

Auf der Büh­ne pro­ben ge­ra­de Sa­rah Ram­say­er aus der zehn­ten Klas­se als herrsch­süch­ti­ge Kö­ni­gin der „Wei­ßen“und Se­li­na Chion­na aus der neun­ten Klas­se als Prin­zes­sin Lu­na die Sze­ne, in der die kalt­her­zi­ge Mut­ter ih­rer ver­wöhn­ten Toch­ter er­klärt, dass sie um ei­nen Krieg zu ver­hin­dern den Prinz der „Schwar­zen“, hei­ra­ten müs­se. Wort­ge­fech­te wech­seln mit Ge­s­angs­ein­la­gen, bei de­nen es viel zu la­chen gibt. Nach dem drit­ten Ver­such klappt es auch oh­ne La­chen und das Pro­ben­pu­bli­kum ap­plau­diert be­geis­tert. Erst als Eis­ver­käu­fer Pa­blo ali­as Ales­sio Rus­so mit sei­nem be­ein­dru­cken­den Schnurr­bart sei­nen Auf­tritt hat, wird es wie­der schwie­rig für die Sän­ger, ernst zu blei­ben.

Ins­ge­samt sind 70 Schü­ler vor und hin­ter der Büh­ne an der Pro­duk­ti­on be­tei­ligt, al­lei­ne im Chor sin­gen 30 Schü­ler mit, 19 ha­ben ei­ne Rol­le als Schau­spie­ler, 20 zei­gen ei­nen Stock­kampf. Die Büh­nen­bil­der sind haupt­säch­lich in Schwarz-Weiß ge­hal­ten. Ju­lia Rau­ber führt be­reits das zwei­te Mal Re­gie. Zu­dem lei­tet sie den Chor und übt mit den So­lis­tin­nen. Sa­b­ri­na Wörz hat die Schü­ler aus den Klas­sen sechs bis zehn im Schau­spiel un­ter­rich­tet und auf ih­ren Auf­tritt vor­be­rei­tet und wird auf der Büh­ne stän­dig ge­braucht. Im Pro­gramm­heft, das zwei sieb­te Klas­sen ge­stal­tet ha­ben, wird deut­lich, was das Be­son­de­re an ei­nem Mu­si­cal ist, das von Schü­lern ge­spielt wird: Nils Rösch aus der sechs­ten Klas­se, der den Kö­nig spielt und so­mit den Ge­mahl der vier Jah­re äl­te­ren Sa­rah und den Va­ter der drei Jah­re äl­te­ren Se­li­na er­klärt dar­in: „Es ist schwie­rig, da ich ja der Kö­nig bin und ei­gent­lich nichts zu sa­gen ha­be.“

Schü­ler und Leh­rer wer­den bis zur Auf­füh­rung et­li­che St­un­de Frei­zeit in das Mu­si­cal in­ves­tiert ha­ben. Nie­mand klagt, es ha­be sich nicht ge­lohnt. Da­für hof­fen Leh­rer wie Schü­ler, dass die bei­den Auf­füh­run­gen vie­le Zu­schau­er an­zie­hen. „Na­tür­lich wer­den Ehe­ma­li­ge, Schü­ler und El­tern zur Auf­füh­rung kom­men, aber wir freu­en uns auch über schul­frem­de Mu­si­cal-In­ter­es­sier­te“, be­tont Su­san­ne Mat­tern.

MUSICALPROBE in der Kon­rad-Ade­nau­er-Re­al­schu­le. Mor­gen und am Mitt­woch sind die bei­den Auf­füh­run­gen von „Schach“. Fo­to: Geb­hard

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