Hür­den­rei­cher Weg für Eu­ro­pa­hal­len-Neu­start

Kei­ne Aus­sicht auf ei­ne schnel­le Sa­nie­rung / Mo­bi­le Leicht­me­tall­hal­le noch nicht ab­ge­schrie­ben

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Theo Wes­ter­mann

Auf der völ­lig un­kal­ku­lier­ba­ren Zeit­leis­te für die Lö­sung der Karls­ru­her Sport­hal­len­pro­ble­ma­tik hat aus­ge­rech­net ein klei­ner Baustein noch am schnells­ten die Aus­sicht auf Ver­wirk­li­chung. Denn das Pro­jekt ei­ner mo­bi­len Leicht­me­tall­hal­le, die an der Ett­lin­ger Al­lee auf dem Ge­län­de des eins­ti­gen VfB-Süd­stadt auf­ge­stellt wer­den soll, ist noch nicht be­er­digt, mach­te Sport­bür­ger­meis­ter Mar­tin Lenz auf der Pres­se­kon­fe­renz zur Hal­len­pro­ble­ma­tik klar. „Das müs­sen wir noch ei­ni­ge Ta­ge prü­fen,“sag­te Lenz.

Be­kannt­lich soll der An­kauf der Leicht­me­tall­hal­le aus Go­tha die Hal­lenNot für den Bas­ket­ball­sport lin­dern, zu­letzt hat­te Bau­bür­ger­meis­ter Micha­el Obert Be­den­ken an­ge­mel­det. Nun ste­hen noch Um­welt­be­lan­ge der Zelt­hal­le ent­ge­gen, so Lenz. „Da geht es um In­sek­ten und Fle­der­mäu­se“. Und bei der Eu­ro­pa­hal­le geht es um das Geld. Nach dem flam­men­den Be­kennt­nis des Sport­bür­ger­meis­ters zur Eu­ro­pa­hal­le und dem aber nicht min­der kla­ren Be­kennt­nis der Fi­nanz­bür­ger­meis­te­rin, dass sich teu­re Sa­nie­rungs­plä­ne in die städ­ti­sche In­ves­ti­ti­ons­lis­te ein­zu­rei­hen ha­ben, liegt der Ball im Feld der Kom­mu­nal­po­li­tik. Be­kannt­lich hat ei­ne nun von der Stadt ver­öf­fent­lich­te Studie des Ar­chi­tek­tur­bü­ros Ross­mann und Part­ner er­ge­ben, dass nach ei­ner Sa­nie­rung für 21,1 Mil­lio­nen Eu­ro die Eu­ro­pa­hal­le für ei­ne Viel­zahl sport­li­cher Ver­an­stal­tun­gen wie­der ge­nutzt wer­den könn­te.

Wie sor­tiert sich nun die Kom­mu­nal­po­li­tik? Der Ge­mein­de­rat muss am 14. März über ei­ne kos­ten­kon­trol­lier­te Pla­nung ent­schei­den, es geht al­so noch nicht um ei­nen kon­kre­ten Auf­trag. Für den im kom­men­den Jahr auf­zu­stel­len­den Dop­pel­haus­halt 2019/20 dürf­te es dann nicht mehr rei­chen, eher für den Haus­halt 2021/22. Die Eu­ro­pa­hal­le hat quer durch die Frak­tio­nen An­hän­ger, die nun vor­ge­schla­ge­ne Lö­sung fin­det zu­dem die Zu­stim­mung des or­ga­ni­sier­ten Sports in der Stadt, ob Ball­sport oder Leichtathletik. Al­ler­dings sieht man dort auch noch den Be­darf für ei­ne wei­te­re Groß­sport­hal­le. Denn je­des Event in ei­ner wie­der sa­nier­ten Eu­ro­pa­hal­le zwingt na­tür­lich zu Ver­la­ge­run­gen für den dor­ti­gen Ver­eins- und Schul­sport. Wie zu hö­ren ist, mü­hen sich die Frak­tio­nen und de­ren Sport­po­li­ti­ker um ei­ne ein­heit­li­che Li­nie. Al­ler­dings will so man­cher mehr Zah­len se­hen, et­wa was ein Ab­riss der Eu­ro­pa­hal­le und ein Neu­bau kos­ten wür­de. Die FDP hat bei­spiels­wei­se schon früh für die wei­ter­ge­hen­de Sa­nie­rung der Eu­ro­pa­hal­le ge­wor­ben. „Wenn wir jetzt nicht Geld in die Hand neh­men und ei­ne zu­kunfts­si­che­re Hal­le er­stel­len, wä­re es Geld­und Res­sour­cen­ver­schwen­dung“, so Stadt­rat Tho­mas Hock wei­ter.

Wie rea­lis­tisch ist die be­sag­te zu­sätz­li­che Groß­sport­hal­le, über die die Stadt zu­min­dest „nach­den­ken“will und für die Sport­bür­ger­meis­ter Mar­tin Lenz als mög­li­ches Ge­län­de ein Are­al beim SSC nennt? Wenn die mil­lio­nen­teu­re Sa­nie­rung der Eu­ro­pa­hal­le tat­säch­lich kommt, wird die städ­ti­sche Haus­halts­la­ge und die prall ge­füll­te In­ves­ti­ti­ons­lis­te den Bau ei­ner wei­te­ren Hal­le un­mög­lich ma­chen, kur­sier­te be­reits als Ein­schät­zung am Ran­de der Pres­se­kon­fe­renz. Im noch stär­ke­ren Aus­ma­ße dürf­te dies für die Vi­si­on ei­ner neu­en Groß­ver­an­stal­tungs­hal­le gel­ten, ein Pro­jekt, bei dem schnell mal 100 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­setzt wer­den müss­ten.

„Ein­rei­hen“in städ­ti­sche In­ves­ti­ti­ons­lis­te

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