Oboe im Zen­trum

Hän­del-So­lis­ten

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Das dies­jäh­ri­ge Kam­mer­kon­zert der Deut­schen Hän­del-So­lis­ten wur­de von der Obo­is­tin Su­san­ne Re­gel kon­zi­piert und stell­te dem­zu­fol­ge auch die­ses In­stru­ment in den Mit­tel­punkt. Wohl aus An­lass des 250. To­des­tags von Ge­org Phil­ipp Tele­mann stan­den ne­ben je ei­nem Werk von Hän­del und Bach gleich vier Kom­po­si­tio­nen des gro­ßen ba­ro­cken Meis­ters auf dem Pro­gramm.

Nun er­wie­sen sich nicht al­le Bei­trä­ge des Pro­gramms als ganz gro­ße Kunst. So war bei­spiels­wei­se Tele­manns So­na­ta à 5 in F-Dur für 2 Vio­li­nen, 2 Vio­len und Bas­so con­ti­nuo (TWV 44:F11) al­len­falls ein kon­ven­tio­nel­les Ge­brauchs­stück, doch schon hier zeig­ten sich Chris­toph Tim­pe und Ja­na Ano­vá (Vio­li­ne) so­wie Ga­b­ri­el­le Kan­cachi­an und Ca­thi Ag­li­but (Vio­la) von der bes­ten Sei­te. Mar­kus Möl­len­beck (Vio­lon­cel­lo), Da­vid Sin­clair (Vio­lo­ne) und Wolf­gang Kos­tu­jak (Cem­ba­lo) über­nah­men (wie bei al­len Wer­ken) sou­ve­rän den Bas­so Con­ti­nuo-Part. Auch Hän­dels So­na­te in g-Moll für Oboe, 2 Vio­li­nen und B.c. (HWV 404) ist kaum mehr als ei­ne net­te Fin­ger­übung (Oboe: Su­san­ne Re­gel, Vio­li­ne: Chris­toph Tim­pe und Ja­na Ano­vá).

Kunst vom Feins­ten da­ge­gen Jo­hann Se­bas­ti­an Bachs Kon­zert in d-Moll für Oboe, Strei­cher und B.c. (Re­kon­struk­ti­on nach BWV 1059), das ei­nen mit­rei­ßen­den, tän­ze­ri­schen Bach vor­stell­te und be­son­ders im wun­der­schö­nen Mit­tel­satz zum Schwel­gen ein­lud. Zu den drei Vor­ge­nann­ten trat nun noch die Brat­schis­tin Ga­b­ri­el­le Kan­cachi­an. In der glei­chen Be­set­zung er­klang auch das hüb­sche Kon­zert in d-Moll für Oboe, Strei­cher und B.c. von Tele­mann (TWV 51:d1). Die So­na­te in A-Dur für zwei Vio­li­nen und B.c. (TWV 42:C1) zeig­te er­neut ei­ne klei­ne Be­set­zung, ehe sich noch ein­mal das ge­sam­te En­sem­ble (zu­sätz­lich mit Avi­ad Ger­s­ho­ni als zwei­tem Obo­is­ten) für Tele­manns herr­li­che So­na­ta in e-Moll für 2 Obo­en, 2 Vio­li­nen, 2 Vio­len und B.c. (TWV 50:e4) ver­sam­mel­te. Und ge­ra­de die­ses geist­rei­che, mit wun­der­ba­ren Ein­fäl­len ge­seg­ne­te Werk ver­lieh dem Abend ei­nen Glanz, den nicht je­des der sechs Stü­cke des Abends ver­sprüh­te. Ein Ein­druck, der je­doch kei­nes­falls der hin­ge­bungs­voll spie­len­den Obo­is­tin Su­san­ne Re­gel und ih­ren Kol­le­gen an­ge­las­tet wer­den darf. Man­fred Kraft

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