Christ­kind­les­markt soll wach­sen

Stadt­ver­wal­tung spricht sich für ei­ne Er­wei­te­rung auf dem Markt­platz aus

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von unserem Re­dak­ti­ons­mit­glied Pa­tri­zia Ka­luz­ny

Zu­erst kom­men die Blu­men zu­rück, im Som­mer fol­gen die Be­schi­cker des Abend­mark­tes und En­de No­vem­ber könn­ten auf der öst­li­chen Sei­te des Markt­plat­zes, vor dem Mo­de­haus Schöpf, Bu­den des Christ­kind­les­mark­tes vor­weih­nacht­li­che Stim­mung in Karls­ru­hes gu­te Stu­be brin­gen. „Wir er­obern Stück für Stück den Markt­platz zu­rück“, so Wirt­schafts­bür­ger­meis­te­rin Ga­b­rie­le Lucz­ak-Schwarz ges­tern bei ei­nem Pres­se­ge­spräch, bei dem sie mit Markt­amts­lei­ter Ar­min Baum­busch ei­ne Bi­lanz der Bu­den­stadt 2016 zog und zu­gleich ei­nen Aus­blick auf den kom­men­den Christ­kind­les­markt gab. Die­ser bleibt auf dem Fried­richs­platz, soll aber auf Tei­le des Markt­plat­zes er­wei­tert wer­den – das zu­min­dest möch­te die Stadt­ver­wal­tung, nach­dem sie ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten ge­prüft hat. Nun muss nur noch der Ge­mein­de­rat in sei­ner Sit­zung am 14. März zu­stim­men.

Ma­xi­mal 20 zu­sätz­li­che Stän­de könn­ten laut Lucz­ak-Schwarz im Be­reich der Licht­py­ra­mi­de plat­ziert wer­den. Man kön­ne dort auf die be­ste­hen­de In­fra­struk­tur mit Was­ser- und Strom­an­schlüs­sen zu­grei­fen. Zu­sätz­li­che Stand­flä­chen auf dem Fried­richs­platz schloss Markt­amts­lei­ter Baum­busch ex­pli­zit aus. Die Sta­tik (im Kern­be­reich der Tief­ga­ra­ge ist ei­ne ma­xi­ma­le Tra­ge­last von 500 Ki­lo­gramm pro Qua­drat­me­ter zu­läs­sig), Baum­schutz­be­rei­che, die das Gar­ten­bau­amt vor­gibt, so­wie die Brand­schutz­zo­ne im nörd­li­chen Be­reich des Fried­richs­plat­zes schlie­ßen dort ei­ne Er­wei­te­rung aus.

Der Ge­mein­de­rat soll Mit­te März nicht nur für den klei­nen Ab­le­ger des Christ­kind­les­mark­tes auf dem Markt­platz grü­nes Licht ge­ben: Beim Zen­tra­len Ju­ris­ti­schen Dienst der Stadt soll künf­tig ein Om­buds­mann oder ei­ne Om­buds­frau das Be­wer­bungs­ver­fah­ren be­treu­en und als An­sprech­part­ner für alle Fragen der Be­wer­ber rund um Zu­las­sungs­richt­li­ni­en und Ver­ga­be­ver­fah­ren zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Ab­sa­ge an teil­wei­se lang­jäh­ri­ge Be­schi­cker im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te für viel Un­mut vor und wäh­rend des Christ­kind­les­mark­tes ge­sorgt und ei­ne hef­ti­ge Debatte in der Stadt aus­ge­löst.

Das Be­wer­bungs­for­mu­lar wird samt al­ler da­zu­ge­hö­ri­gen In­for­ma­tio­nen nach der Ge­mein­de­rats­sit­zung auf der In­ter­net­sei­te des Markt­am­tes ver­öf­fent­licht. Be­wer­bungs­schluss für die Be­schi­cker ist am 30. Juni. „Wir wer­den zu­dem je­dem ab­ge­lehn­ten Be­wer­ber den Be­wer­tungs­bo­gen samt ei­ner aus­führ­li­chen Be­grün­dung zu­schi­cken“, so Lucz­akSchwarz. All das soll zu ei­ner bes­se­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on und mehr Trans­pa­renz füh­ren. „Wir ha­ben aus der ver­gan­ge­nen Si­tua­ti­on ge­lernt und Kon­se­quen­zen ge­zo­gen“, ver­si­chert die De­zer­nen­tin.

An den neu­en Zu­las­sungs­richt­li­ni­en, die der Ge­mein­de­rat im Juni 2016 be­schlos­sen hat­te, hält die Stadt fest. Das al­te Be­wer­tungs­sys­tem, bei dem al­lein die Kri­te­ri­en „at­trak­tiv, be­kannt und be­währt“gal­ten, ha­be ei­ner ge­richt­li­chen Über­prü­fung nicht mehr stand­ge­hal­ten, be­ton­te Lucz­ak-Schwarz noch­mals. „Wir muss­ten auf die stei­gen­den recht­li­chen Vor­ga­ben re­agie­ren.“Die Recht­spre­chung hat noch ei­ne wei­te­re Kon­se­quenz: Das Kri­te­ri­um „Prä­gen­des Tra­di­ti­ons­ge­schäft“kön­ne nicht stär­ker ge­wich­tet wer­den.

Ob die weih­nacht­li­chen Bu­den den Markt­platz am En­de des Jah­res schmü­cken wer­den, ent­schei­den die Ge­mein­de­rä­te. Da­ge­gen steht be­reits fest: Der Blu­men­markt brei­tet sich ab dem 1. März wie­der auf dem Markt­platz aus. Eben­so wird dort im Som­mer re­gel­mä­ßig der Abend­markt statt­fin­den, wie Baum­busch ver­riet.

Zu­las­sungs­richt­li­ni­en für Be­schi­cker blei­ben

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