Von der Wei­ber­ze­che ins his­to­ri­sche Bret­ten

Wan­de­rung führt auch am Drei­mär­ker vor­bei

Pforzheimer Kurier - - WAS - WANN - WO / WETTER - Von unserem Mit­ar­bei­ter Micha­el Er­le

Die Wan­de­rung von Kö­nigs­bach im Pfinz­tal durch den Kraich­gau nach Bret­ten im Saal­bach­tal ist bes­tens ge­eig­net, bei ei­ner ge­müt­li­chen Tour die See­le bau­meln zu las­sen. Den Se­hens­wür­dig­kei­ten von Kö­nigs­bach zu Be­ginn und von Bret­ten am En­de der Wan­de­rung soll­te man al­ler­dings ge­büh­ren­de Zeit ein­räu­men. Da man sich aus­schließ­lich auf brei­ten Wirt­schafts- und Forst­we­gen ohne stei­le An­stie­ge be­wegt, eig­net sich die Tour auch als klei­ne Rad­wan­de­rung.

Die ers­te Hälf­te der Stre­cke führt durch of­fe­nes Ge­län­de ohne Schat­ten, an hei­ßen son­ni­gen Ta­gen emp­fiehlt sich da­her ein früh­zei­ti­ger Start. Im ers­ten Teil ist die Stre­cke weit­ge­hend un­mar­kiert, des­halb bit­te ge­nau die Weg­be­schrei­bung mit­ver­fol­gen.

Wir lau­fen vom Hal­te­punkt in Kö­nigs­bach auf dem Fuß­weg hin­ab zur Stra­ße, halb rechts in die Dur­la­cher Stra­ße und fol­gen den Schil­dern „Rat­haus“auf der Bahn­hof­stra­ße zum Rat­haus Kö­nigs­bach. Das Fach­werk-Rat­haus in Kö­nigs­bach ist mit sei­ner zier­li­chen frän­ki­schen Holz­bau­wei­se ein Klein­od, das sich wun­der­ba­rer­wei­se seit 1622 bis in un­se­re Zeit er­hal­ten hat. Wenn das Haus er­zäh­len könn­te, dann wür­de es uns von man­chen in­ter­es­san­ten Be­ge­ben­hei­ten be­rich­ten. Et­wa da­von, dass sich all­jähr­lich am Sonn­tag nach Os­tern sämt­li­che Frau­en der Ge­mein­de zur so­ge­nann­ten „Wei­ber­ze­che“ver­sam­mel­ten, bei der ih­nen von der Ge­mein­de ein tüch­ti­ger Schluck Wein ser­viert wur­de.

Nun geht’s, den Schil­dern „Na­tur­freun­de­haus“nach, ge­ra­de­aus auf der Leo­pold­stra­ße, rechts in die Baum­gar­ten­stra­ße, dann ge­ra­de­aus auf ei­nem Teer­weg berg­an aus dem Ort. Wenn das Schild zum Na­tur­freun­de­haus rechts ab­zweigt, blei­ben wir ge­ra­de­aus und mar­schie­ren durch Streu­obst­wie­sen und Fel­der im­mer ge­ra­de­aus, zum Schluss auf ei­nem Feld­weg berg­ab auf den Orts­teil St­ein zu. We­ni­ge Me­ter vor der Stra­ße hal­ten wir uns scharf links und wan­dern auf ei­nem Teer­weg, bis nach 700 Me­tern ein wei­te­rer Teer­weg nach rechts ab­zweigt. Auf ihm lau­fen wir zur Stra­ße, que­ren sie et­was links­ver­setzt, bie­gen links ab und fol­gen für kur­ze Zeit der Mar­kie­rung blau­er Punkt: Zu­nächst rechts, dann et­wa 300 Me­ter links par­al­lel zur Stra­ße, bis uns das Zei­chen nach rechts über die Stra­ße schickt.

300 Me­ter wei­ter knickt der blaue Punkt nach links ab, wir blei­ben aber ge­ra­de­aus und ge­nie­ßen die schö­ne Aus­sicht auf den süd­li­chen Kraich­gau und die Nord­aus­läu­fer des Schwarz­wal­des. Wir mar­schie­ren bis zu ei­nem Qu­er­weg, hal­ten uns links und gleich wie­der rechts, blei­ben zwei­mal ge­ra­de­aus und bie­gen dann links auf ei­nen Teer­weg ab. We­ni­ge Me­ter wei­ter se­hen wir das Zei­chen wei­ßes Andre­as­kreuz des Eu­ro­päi­schen Fern­wan­der­we­ges Nr. 1; es wird uns bis zum Ziel den Weg wei­sen.

We­nig spä­ter be­tre­ten wir den Wald und fol­gen unserem Zei­chen, im­mer in leich­tem Auf und Ab, auf ge­müt­li­chen Forst­we­gen, vor­bei am Drei­mär­ker – ei­nem al­ten Grenz­stein der drei Ge­mar­kun­gen St­ein, Nuß­baum und Spron­tal – que­ren ein­mal ei­ne Land­stra­ße und ge­lan­gen et­wa ei­ne Drei­vier­tel­stun­de spä­ter bei ei­nem hüb­schen Rast- und Grill­platz zum Wald­rand. 300 Me­ter wei­ter bie­gen wir scharf rechts, gleich dar­auf wie­der links ab und fol­gen dem wei­ßen Kreuz auf ei­nen aus­sichts­rei­chen Hö­hen­weg. Kurz nach­dem der Feld­weg in ei­nen Teer­weg über­geht, bie­gen wir rechts ab (hier ist das Zei­chen schlecht zu se­hen) und lau­fen steil berg­ab zum Orts­rand von Bret­ten. Wir blei­ben ge­ra­de­aus, lau­fen durch zwei Bahn­un­ter­füh­run­gen und ge­hen, wenn wir nicht der Alt­stadt von Bret­ten noch ei­nen Be­such ab­stat­ten wol­len, links hin­auf zum S-Bahn-Hal­te­punkt Bret­ten Stadt­mit­te.

Ei­nen Be­such ist Bret­ten je­den­falls mehr als wert: 767 erst­mals un­ter dem Na­men „vil­la bre­te­heim“ur­kund­lich er­wähnt, be­her­bergt die Gro­ße Kreis­stadt heu­te rund 28 800 Ein­woh­nern. Die Ver­bin­dung von Ge­schich­te und Mo­der­ne macht die Stadt auch für Tou­ris­ten at­trak­tiv, vor al­lem das mit­tel­al­ter­li­che Am­bi­en­te zieht im­mer mehr Be­su­cher an. Weit über Bret­tens Gren­zen hin­aus be­rühmt ist das Pe­ter-und-Paul-Fest, ein gro­ßes Volks­fest mit mit­tel­al­ter­li­chem Trei­ben in al­len Stra­ßen und Gas­sen der Alt­stadt und ei­nem Fe­st­um­zug.

Fo­to: Er­le

EI­NE MI­SCHUNG AUS TRA­DI­TI­ON UND MO­DER­NE bie­tet die Gro­ße Kreis­stadt Bret­ten, die den Ziel­punkt der heu­ti­gen Wan­de­rung bil­det. Ganz be­son­ders idyl­lisch prä­sen­tiert sich die his­to­ri­sche Alt­stadt.

ET­WA DREI­EIN­HALB ST­UN­DEN lang wan­dert man auf der Stre­cke zwi­schen Kö­nigs­bach und Bret­ten. In­fo-Gra­fik: Sch­laich

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