Un­ter­schrif­ten für Pa­ri­tät beim Zah­len

IG Me­tall will bei Kran­ken­ver­si­che­rung zu­rück

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFTSREGION -

Pforz­heim (PK). Zu­rück zu ei­ner pa­ri­tä­ti­schen und da­mit „ge­rech­ten“Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­ver­si­che­rung will die IG Me­tall. Sie un­ter­streicht dies mit Un­ter­schrif­ten, die die hie­si­gen Ver­tre­ter der Ge­werk­schaft jetzt dem CDUBun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gun­ther Krich­baum über­ga­ben. Im Enz­kreis hät­ten bis da­to 2 498 Me­tal­ler für ei­ne pa­ri­tä­ti­sche Fi­nan­zie­rung un­ter­schrie­ben, teilt die IG Me­tall wei­ter mit.

„Die Ak­ti­on er­fährt enor­me Re­so­nanz und setzt ein kla­res Zei­chen: Die Men­schen sind em­pört und er­war­ten, dass sich die ört­li­chen Po­li­ti­ker da­für ein­set­zen, zu ei­ner pa­ri­tä­ti­schen Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­ver­si­che­rung zu­rück­zu­keh­ren“, sag­te die Ers­te Be­voll­mäch­tig­te der IG Me­tall Pforz­heim, Lia­ne Pa­paio­an­nou. Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Kat­ja Mast, der die IG Me­tall be­reits im Ok­to­ber ent­spre­chen­de Un­ter­schrif­ten über­ga­ben, äu­ßer­te sich po­si­tiv: „Es darf nicht sein, dass künf­ti­ge Aus­ga­ben­stei­ge­run­gen, die auf­grund des de­mo­gra­phi­schen Wan­dels und me­di­zi­ni­schen Fort­schritts auf uns zu­kom­men wer­den, nur auf Kos­ten der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer ge­hen“, zi­tie­ren die Ge­werk­schaf­ter aus ei­nem Brief der SPD-Po­li­ti­ke­rin. Auch der Vor­sit­zen­de des DGB Kreis­ver­bands, Wolf-Dietrich Gla­ser, die Re­gio­nal­se­kre­tä­rin des DGB im Enz­kreis, Su­san­ne Nit­tel so­wie Ver­tre­ter der Ein­zel­ge­werk- schaf­ten im DGB, schlos­sen sich der For­de­rung der IG Me­tall an.

2005 hat­te sich die Po­li­tik von der pa­ri­tä­ti­schen Fi­nan­zie­rung ab­ge­wandt und ei­nen Son­der­bei­trag für Ver­si­cher­te ein­ge­führt. Spä­ter wur­de der Ar­beit­ge­ber­bei­trag fest­ge­schrie­ben. Kos­ten­stei­ge­run­gen im Ge­sund­heits­sys­tem tra­gen seit­dem die Ar­beit­neh­mer al­lei­ne. „Es ist höchs­te Zeit die­se so­zi­al­po­li­ti­sche Fehl­ent­schei­dung und Un­ge­rech­tig­keit zu kor­ri­gie­ren“, for­dert Ge­werk­schafts­se­kre­tär Ar­no Ra­stet­ter, der auch im Be­zirks­bei­rat der AOK Nord­schwarz­wald ak­tiv ist. Ar­beit­neh­mer hät­ten 2016 durch­schnitt­lich ei­nen Zu­satz­bei­trag von 1,1 Pro­zent schul­tern müs­sen. Die Be­las­tung könn­te je nach Ein­kom­men bis zu 47 Eu­ro mo­nat­lich und 560 Eu­ro jähr­lich be­tra­gen. Ei­ni­ge Kran­ken­kas­sen und Ge­sund­heits­öko­no­men wür­den für 2017 ei­nen wei­te­ren An­stieg der Zu­satz­bei­trä­ge er­war­ten.

Fo­to: PK

BE­SUCH von CDU-Po­li­ti­ker Gun­ther Krich­baum (rechts) bei der IG Me­tall. Er be­kam 2 498 Un­ter­schrif­ten über­reicht.

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