Kom­mu­nal­auf­sicht warnt vor Kre­dit­auf­nah­me

Maß­nah­me aus Etat ge­stri­chen: Ham­ber­ger Ge­mein­de­rä­te stim­men ge­gen Haus­halts­ent­wurf

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS - Von unserem Mit­ar­bei­ter Sieg­fried Hör­ner

Neu­hau­sen. Das war neu am Neu­hau­se­ner Rats­tisch und vor al­lem für Käm­me­rer Ralf Hil­din­ger bei der Prä­sen­ta­ti­on sei­nes ers­ten Haus­halts­plans: Bei der Ab­stim­mung über den 15,3-Mil­lio­nen­E­tat des Jah­res 2017 ent­hiel­ten sich drei Ge­mein­de­rä­te. Die FWV-Bür­ger­ver­tre­ter Rein­hold Au­er, Geb­hard Mühl­tha­ler und Mar­tin Volz do­ku­men­tier­ten da­mit – so Bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­ter Au­er – dass sie mit der Strei­chung von 636 000 Eu­ro für In­ves­ti­tio­nen für die vor­be­ra­te­ne Sa­nie­rung der Zu­fahrts­stra­ßen zum Ham­ber­ger Ge­wer­be­ge­biet nicht ein­ver­stan­den sind. „Die­se wich­ti­gen For­stund In­dus­trie­stra­ßen sind vom Schwer­last­ver­kehr zu­sam­men­ge­drückt, ma­ro­de Was­ser­lei­tun­gen ber­gen Ge­fah­ren auch für die Lösch­was­ser­ver­sor­gung der dor­ti­gen Be­trie­be“, be­grün­de­te Au­er sei­ne Ent­schei­dung. Des­halb müss­te in Bäl­de Ab­hil­fe ge­schaf­fen wer­den. Und, mit Blick auf die der­zeit 3,4 Mil­lio­nen Eu­ro im Spar­strumpf: „Ich hal­te nichts von Rück­la­gen-Kos­me­tik: Was ge­tan wer­den muss, muss ge­tan wer­den.“

Schon bei der Be­ra­tung des Etat-Ent­wurfs am 31. Ja­nu­ar im Ge­mein­de­rat hat­te Au­er, nach­dem Bür­ger­meis­ter Oli­ver Korz ei­ne Mehr­heit für die Re­du­zie­rung des Auf­wands 2017 auf 50 000 Eu­ro Pla­nungs­kos­ten die Mehr­heit be­kom­men hat­te, sei­nem Är­ger Luft ge­macht. „Was im Neu­hau­se­ner Zah­len­werk an Haus­halts­res­ten aus­ge­wie­sen wird, da­mit fi­nan­zie­ren an­de­re Ge­mein­den ei­nen gan­zen Ver­mö­gens­haus­halt“, so Au­er. Aber Fi­nanz­aus­schuss-Spre­cher Gün­ter Holz­hau­er (CDU) blieb da­mals bei sei­ner War­nung: „Neu­hau­sen hat kei­ne vier Mil­lio­nen Eu­ro mehr auf der ho­hen Kan­te.“Ein Schrei­ben der Kom­mu­nal­auf­sicht beim Land­rats­amt vom 3. Fe­bru­ar zur Fi­nanz­si­tua­ti­on hat­te die Rä­te nach­denk­lich ge­macht. Den Prü­fern war auf­ge­fal­len, dass Neu­hau­sen in der Fi­nanz­pla­nung 2018 – auch sie ist Teil des ak­tu­el­len Haus­halts­plans – mit ei­ner erst­mals seit Jahr­zehn­ten be­ab­sich­tig­ten Kre­dit­auf­nah­me von ei­ner Mil­li­on Eu­ro auch die Fi­nan­zie­rung der Er­schlie­ßung von bis zu sechs Hekt­ar Ge­wer­be­ge­biet-Er­wei­te­rung auf ge­mein­de­ei­ge­ner Wald­flä­che an der Mon­bach­stra­ße schul­tern will. Mit der zu­sätz­li­chen Ent­nah­me aus der Rück­la­ge von 734 000 Eu­ro für den Ge­samt­etat wä­ren im Spar­strumpf En­de 2018 nur noch 1,6 Mil­lio­nen Eu­ro, wie schon CDU-Ge­mein­de­rat Gün­ter Holz­hau­er als Spre­cher des Fi­nanz­aus­schus­ses im Ja­nu­ar warn­te. Das Land­rats­amt hob den Zei­ge­fin­ger. Es schrieb ans Rat­haus, die Grund­sät­ze der Ein­nah­me­be­schaf­fung an­mah­nend: „Die vor­ge­se­he­ne Kre­dit­auf­nah­me von ei­ner Mil­li­on Eu­ro im Haus­halt 2018 wür­de bei ei­nem Stand der all­ge­mei­nen Rück­la­ge von 1,6 Mio. Eu­ro nicht ge­neh­migt wer­den.“Hil­din­ger: „Al­so kei­ne wei­te­ren Schul­den, so­lan­ge die Rück­la­ge nicht ganz auf­ge­braucht ist.“Jetzt hofft der Fi­nanz­chef auf ein gu­tes Er­geb­nis der Jah­res­rech­nung 2016. Sie wird wohl zur Jah­res­mit­te dem Ge­mein­de­rat prä­sen­tiert. Und Bür­ger­meis­ter Korz hat mit Blick auf die Stra­ßen­sa­nie­rung in Ham­berg ver­spro­chen: „Wir ar­bei­ten wei­ter dran.“

Bei zwei Ent­hal­tun­gen aus an­de­ren Frak­tio­nen wur­den da­zu die In­ge­nieur­leis­tun­gen „Was­ser­ver­sor­gung und Stra­ßen­bau Forst- und In­dus­trie­stra­ße“ans Pforz­hei­mer Pla­nungs­bü­ro Kirn für rund 91 000 Eu­ro ver­ge­ben.

Fo­to: Hör­ner

IN DER NEU­HAU­SE­NER ORTS­MIT­TE rü­cken die Ab­riss­bag­ger an. Das ge­mein­de­ei­ge­ne An­we­sen „Boh­ne“wird ab­ge­ris­sen, weil sich ei­ne Sa­nie­rung des denk­mal­ge­schütz­ten An­we­sens nicht rech­net.

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