Schnel­les Han­deln im Ernst­fall ge­probt

Vier­tes Schock­raum-Trai­ning für Ärz­te und Pfle­ge­teams in der Mühl­acker Not­auf­nah­me

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Mühl­acker (PK). Im Ernst­fall muss je­der Hand­griff sit­zen. Das wissen die Teams von Ärz­ten und Pfle­ge­kräf­ten aus un­ter­schied­li­chen Fach­ab­tei­lun­gen, die im Schock­raum der In­ter­dis­zi­pli­nä­ren Not­auf­nah­me am Kran­ken­haus Mühl­acker die Erst­ver­sor­gung schwerst­ver­letz­ter Pa­ti­en­ten über­neh­men. Ob Ver­kehrs­un­fall, ein Sturz aus grö­ße­rer Hö­he oder hoch­gra­di­ge Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen – im Schock­raum kann op­ti­ma­le Team­ar­beit und Kom­mu­ni­ka­ti­on le­bens­ret­tend sein.

Im Kran­ken­haus Mühl­acker, das zer­ti­fi­zier­tes lo­ka­les Trau­ma­zen­trum ist, wird nicht nur im All­tag trai­niert. Alle zwei Jah­re wer­den ge­ziel­te Übun­gen durch­ge­führt, um die Ko­or­di­na­ti­on der Erst­ver­sor­gung wei­ter zu op­ti­mie­ren. Ziel ei­nes Schock­raum-Trai­nings sei es, in si­mu­lier­ten Akut­si­tua­tio­nen kom­ple­xe Ab­läu­fe im Echt­zeit­be­trieb und am ech­ten Men­schen zu trai­nie­ren, um so im Ernst­fall schnell und si­cher zu han­deln, er­klärt der Lei­ten­de Ober­arzt der Chir­ur­gi­schen Kli­nik, Dr. Ol­gierd Ta­ler.

Be­reits zum vier­ten Mal hat der er­fah­re­ne Un­fall­chir­urg des Kran­ken­hau­ses Mühl­acker ei­nen Trai­nings­tag für rund 30 ärzt­li­che und pfle­ge­ri­sche Mit­ar­bei­ter aus un­ter­schied­li­chen Fach­ab­tei­lun­gen or­ga­ni­siert. Un­ter­stützt wur­de er da­bei von Kol­le­gen des Kli­ni­kums Ess­lin­gen, die sich auf Trai­nings­ein­hei­ten im Schock­raum spe­zia­li­siert ha­ben. „In der Mühl­acker Not­auf­nah­me wer­den pro Jahr et­wa 80 po­ly­t­rau­ma­ti­sier­te Pa­ti­en­ten von den Ret­tungs­diens­ten an­ge­kün­digt, da­von stel­len sich dann et­wa 25 bis 30 als wirk­lich schwer­ver­letzt her­aus.“Im Ver­gleich zu gro­ßen Häu­sern ei­ne re­la­tiv ge­rin­ge Zahl. Den­noch be­darf es für den op­ti­ma­len Ablauf im Schock­raum, der an­hand in­ter­na­tio­nal gül­ti­ger Stan­dards ge­re­gelt ist, ei­ner grund­sätz­li­chen Rou­ti­ne. Bei wel­chen Ver­let­zun­gen müs­sen wel­che Un­ter­su­chun­gen in wel­chen Zei­t­räu­men an­ge­wen­det wer­den? Ge­nau das trai­nie­ren die Teams der Mühl­acker Not­auf­nah­me re­gel­mä­ßig. Denn bei der Ver­sor­gung von Schwer­ver­letz­ten müs­sen meh­re­re Ärz­te und Pfle­ge­kräf­te zur glei­chen Zeit un­ter­schied­li­che Maß­nah­men zur Un­ter­su­chung und Be­hand­lung der Pa­ti­en­ten ein­lei­ten. Von der Sta­bi­li­sie­rung des Kreis­laufs und der At­mung durch ei­nen Anäs­the­sis­ten bis hin zur Dia­gnos­tik durch den Ra­dio­lo­gen mit Rönt­gen oder Com­pu­ter­to­mo­gra­fie und der Ent­schei­dung für ei­nen ope­ra­ti­ven Ein­griff durch den Un­fall­chir­ur­gen läuft die Erst­ver­sor­gung der Pa­ti­en­ten im Schock­raum Hand in Hand ab.

„Die­ses Trai­ning gibt uns Si­cher­heit“, be­stä­tigt Kat­ja Vo­gel-Metz­ger. Vor al­lem hin­sicht­lich der Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter­ein­an­der ha­be die Ge­sund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­rin in der In­ter­dis­zi­pli­nä­ren Not­auf­nah­me hilf­rei­che Tipps er­hal­ten. „Durch das re­gel­mä­ßi­ge Trai­ning im Schock­raum wol­len wir die not­wen­di­ge Selbst­si­cher­heit und Rou­ti­ne be­hal­ten, um im Ernst­fall sys­te­ma­tisch und schnell vor­zu­ge­hen und auf­tre­ten­de Ge­fah­ren so ge­ring wie mög­lich hal­ten zu kön­nen“, er­gänzt Dr. Ol­gierd Ta­ler.

Bei Schwer­ver­letz­ten muss je­der Hand­griff sit­zen

Fo­to: Enz­kreis-Kli­ni­ken

EIN EIN­GE­SPIEL­TES TEAM braucht es, um im Schock­raum schnell han­deln zu kön­nen. In der Mühl­acker Kli­nik wur­de ei­ne Akut­be­hand­lung ei­ner schwan­ge­ren Ver­kehrs­ver­letz­ten si­mu­liert.

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