Nar­ren­ge­richt

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Das „Ho­he Grob­güns­ti­ge Nar­ren­ge­richt zu Sto­cken“ge­hört zu den Hö­he­punk­ten der schwä­bisch-ale­man­ni­schen Fast­nacht und blickt auf ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on zu­rück. Die sa­ti­ri­sche In­sti­tu­ti­on be­steht seit dem Jahr 1351. Sie geht zu­rück auf ei­nen miss­glück­ten Feld­zug des ös­ter­rei­chi­schen Her­zogs Leo­pold in die um Un­ab­hän­gig­keit kämp­fen­de Schweiz. Des­sen Hof­narr Hans Ku­o­ny hat­te zu­vor ge­warnt: „Ihr ra­tet al­le, wie Ihr wol­let in das Land Schwyz hin­ein­kom­men, Eu­er kei­ner aber hat ge­ra­ten, wie Ihr wol­let wie­der her­aus­kom­men.“Für den wei­sen Rat er­hielt Ku­o­ny das Pri­vi­leg, in sei­ner Hei­mat­stadt Stockach (Kreis Kon­stanz) ein Nar­ren­ge­richt ab­hal­ten zu dür­fen. Frü­her sei­en al­le när­ri­schen Tor­hei­ten ge­sam­melt und ab­ge­han­delt wor­den, heißt es. „Die ,Mis­se­ta­ten‘ wur­den öf­fent­lich ver­le­sen, ge­büh­rend glos­siert und der Be­trof­fe­ne scho­nungs­los dem Spott der Um­ste­hen­den preis­ge­ge­ben.“In­zwi­schen hat sich das Stock­a­cher Nar­ren­ge­richt zu ei­nem Treff­punkt der po­li­ti­schen Pro­mi­nenz ent­wi­ckelt. Auf der An­kla­ge­bank sa­ßen un­ter an­de­rem schon An­ge­la Mer­kel. dpa

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