„Der Tag ist zu weit weg“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

72 Jah­re ist der An­schlag auf Pforz­heim mitt­ler­wei­le her. Be­son­ders für die jun­gen Pforz­hei­mer ist das ei­ne lan­ge Zeit. Der Ku­ri­er hat sich in der In­nen­stadt um­ge­hört, wel­chen Be­zug Schü­ler heu­te noch zum 23. Fe­bru­ar ha­ben. fre/Fo­tos: eh

„An die­sem Tag, am En­de des Zwei­ten Welt­krie­ges, ha­ben Flie­ger aus En­g­land Pforz­heim bom­bar­diert. Vie­le Tau­send Men­schen sind ge­stor­ben. Ich ha­be heu­te in der Schu­le ein Re­fe­rat über den 23. Fe­bru­ar ge­hal­ten. Für mich ist das The­ma schon ir­gend­wie prä­gend, weil ich hier woh­ne und zur Schu­le ge­he. Auch zu Hau­se bei uns wird dar­über ge­re­det mit der Fa­mi­lie. Man sieht ja auch in der Stadt, wie die­ser Tag Pforz­heim ver­än­dert hat. Vik­to­ria, 14 (Wal­dorf­schu­le Pforz­heim)

„Ich ha­be da­von ge­hört, weil ich hier auf die Fritz-Er­ler-Schu­le ge­he. Ei­gent­lich woh­ne ich aber in Kirchheim. Wir ha­ben heu­te ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on über den 23. Fe­bru­ar ge­se­hen. Und es ist na­tür­lich auch ein The­ma, weil ja auf­fällt, dass Pforz­heim nicht so schön ist. Man fragt sich dann schon, was hier da­mals pas­siert ist. Das be­schäf­tigt ei­nen.“Ame­lie, 21 (Fritz-Er­ler-Schu­le)

„Der 23. Fe­bru­ar wird ei­gent­lich haupt­säch­lich in der Schu­le be­han­delt. Der per­sön­li­che Be­zug fehlt doch oft und der Tag ist ein­fach zu weit weg, ge­ra­de in un­se­rer Ge­ne­ra­ti­on, weil es eben schon so lan­ge her ist. Da­durch ist es wohl auch nicht so emo­tio­nal. Das hö­re ich auch von vie­len Freun­den. Wir kön­nen uns nicht vor­stel­len, wie es ist, wenn Bom­ben auf die Stadt fal­len. An den Ge­denk­ta­feln in der In­nen­stadt geht man lei­der oft ein­fach vor­bei, weil man an­de­re Din­ge im Kopf hat.“Ja­nosch, 16 (Hil­da-Gym­na­si­um)

„Ich ha­be ei­gent­lich nicht viel Ah­nung, was genau am 23. Fe­bru­ar pas­siert ist. Aber un­ser Leh­rer hat heu­te im Un­ter­richt ge­sagt, dass vor vie­len Jah­ren die Stadt durch Bom­ben zer­stört wur­de. Lei­der, glau­be ich, hat es nicht vie­le in­ter­es­siert. Krieg ist schon schlimm. Ich wür­de mir wün­schen, dass man mehr dar­über spricht.“Ro­mi­na, 15 (Werk­re­al­schu­le Con­wei­ler)

„Ich weiß das meis­te über den 23. Fe­bru­ar von mei­nem Ge­schichts­leh­rer. Ich den­ke, dass das The­ma jun­ge Men­schen in­ter­es­siert, doch man be­schäf­tigt sich oft nur an den Jah­res­ta­gen da­mit. Was ich schon von ei­ni­gen Pforz­hei­mern ge­hört ha­be ist, dass sie es be­dau­ern, dass die Stadt nicht wie­der so auf­ge­baut wur­de, wie sie vor dem An­schlag war. Al­les wur­de mo­der­ner. Und in mei­ner Ge­ne­ra­ti­on ist der Tag lei­der nicht mehr so prä­sent.‘‘ Alex­an­der, 17 (Fritz-Er­lerSchu­le)

„Die Zer­stö­rung von Pforz­heim durch Flie­ger­bom­ben war bei uns vor al­lem im Ge­schichts­un­ter­richt The­ma. Es ist schlimm, die Bil­der von den ein­zel­nen Stadt­tei­len zu se­hen, wie sie ein­mal vor dem An­schlag aus­sa­hen. Ich ken­ne aber auch ei­ni­ge, die nicht so viel mit dem 23. Fe­bru­ar an­fan­gen kön­nen, was ich scha­de fin­de, aber auch nach­voll­zie­hen kann – schließ­lich wa­ren wir da­mals nicht da­bei.‘‘

Li­sa, 16 (He­bel-Gym­na­si­um)

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