Baum des Frie­dens kann wei­ter wach­sen

Mo­sa­ik des Ge­den­kens in der Schlöss­le Ga­le­rie

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIMER GEDENKTAG - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Jür­gen Pe­che

Ein Frie­dens­baum ziert seit ges­tern das Bas­e­ment der Schlöss­le Ga­le­rie. Er fun­gie­re „als Ab­bild ei­ner Frie­dens­ge­sell­schaft“, wie Bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler das „star­ke Bild mit kla­rer Bot­schaft“be­zeich­ne­te. Als öf­fent­lich sicht­ba­re Ak­ti­on zum „23. Fe­bru­ar 1945“fin­det die Mo­sa­ik­ak­ti­on zum ers­ten Mal in dem Ein­kaufs­zen­trum als „Ort mit his­to­ri­scher Be­deu­tung“statt. Vor 1945 stand dort die Vil­la der Fa­b­ri­kan­ten­fa­mi­lie Boh­nen­ber­ger. Sie wur­de wie vie­le Ge­bäu­de in der Stadt ein Op­fer der Bom­ben. Im Bun­ker, der auf dem­sel­ben Grund­stück lag, ka­men 1945 zahl­rei­che Men­schen ums Le­ben.

„Wir wol­len das Ge­den­ken in den All­tag hin­ein­tra­gen“, sagt Schüs­s­ler zu dem Stand­ort. Der Frie­dens­baum bil­det ein 20 Qua­drat­me­ter gro­ßes Haupt­bild. An ihm hän­gen Blät­ter mit Hin­wei­sen für ein gu­tes Mit­ein­an­der der Men­schen. Baum und Frie­den sol­len wach­sen: Des­halb kann je­der Be­trach­ter noch sei­nen Rat­schlag an­hän­gen. „Je­des Blatt ist ein Sym­bol des Auf­bruchs zu ei­nem fried­li­chen Zu­sam­men­le­ben“, meint Schüs­s­ler.

Die Mo­sa­ik­plat­ten-Ak­ti­on ge­hört seit 2011 zum Ge­den­ken an den 23. Fe­bru­ar 1945. Bis heu­te sind rund 1 000 Puz­zle­tei­le an Schu­len, in Kir­chen­ge­mein­den, Ver­ei­nen und Ju­gend­grup­pen künst­le­risch be­ar­bei­tet wor­den. Frü­he­re Mo­sa­ik­plat­ten mit ih­ren Frie­dens­bot­schaf­ten ha­ben in­zwi­schen ei­ne Blei­be in der Flücht­lings­un­ter­kunft Tha­les ge­fun­den. Da­her ge­stal­te­te das Kul­tur­amt in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Stadt­ju­gend­ring und dem Ju­gend­ge­mein­de­rat neue Plat­ten. Die Bot­schaft lau­tet: 72 Jah­re Frie­den – Mit­ein­an­der! In den zu­rück­lie­gen­den Wo­chen sind ein gro­ßes und zwei klei­ne Frie­dens­bil­der ent­stan­den – ein Kraft­akt für So­zi­al­päd­ago­gin Kat­ja Wen­gert von Ju­gend­ar­beit Stadt­tei­le und Mu­se­ums­päd­ago­gin Re­gi­ne Lan­dau­er vom Team Kul­tu­rel­le Bil­dung. Mit rund 50 Ju­gend­li­chen ha­ben sie ei­ne Art Wan­der­bild ge­schaf­fen, das von Ju­gend­treff zu Ju­gend­treff ge­tra­gen wur­de, nach­dem die Idee des Frie­dens­bau­mes ge­mein­sam mit den ju­gend­li­chen Teil­neh­mern ent­wi­ckelt wor­den war. Bei al­len Sta­tio­nen wur­den Ele­men­te hin­zu ge­fügt. Ein wei­te­res Mo­sa­ik­stück kommt vom Ju­gend­ge­mein­de­rat. Er setzt mit auf­stei­gen­den bun­ten Luft­bal­lons ein Zei­chen für Frei­heit, Viel­falt und die Frie­dens­wün­sche, die in den Him­mel stei­gen. Das Mo­sa­ik kann bis 6. März an­ge­schaut und er­gänzt wer­den.

Ju­gend­li­che ge­stal­ten ih­re Bot­schaft

TIPPS FÜR EIN GU­TES MIT­EIN­AN­DER sind am Baum des Frie­dens zu fin­den, der in der Schlöss­le Ga­le­rie aus­ge­brei­tet ist. Fo­to: PK

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