Steu­er­er­hö­hung kon­tra­pro­duk­tiv

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Zur Ge­mein­de­rats­sit­zung am 31. Ja­nu­ar in Schöm­berg: Die SPD-Frak­ti­on for­der­te ei­ne Er­hö­hung des Ge­wer­be­steu­er-He­be­sat­zes zur Fi­nan­zie­rung der Kin­der­gar­ten­bei­trä­ge. Wie­so ei­gent­lich? Zah­len Un­ter­neh­merKin­der et­wa kei­ne Kin­der­gar­ten­ge­büh­ren? Das Ar­gu­ment, dass die Ge­wer­be­steu­er ja schließ­lich bei der Ein­kom­men­steu­er an­ge­rech­net wür­de und des­halb für den Un­ter­neh­mer kos­ten­neu­tral sei, ist ex­trem kurz­sich­tig und auch falsch: Selbst wenn dem so wä­re, wür­de dann auch ent­spre­chend der Ge­mein­de­an­teil an der Ein­kom­men­steu­er sin­ken. Das stimmt ein­ge­schränkt auch nur bei Ein­zel­un­ter­neh­men und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten. Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten (GmbH, UG, AG) ha­ben nicht nur kei­nen Frei­be­trag, son­dern kön­nen auch tat­säch­lich nicht an­rech­nen. Und das trifft z.B. al­le klei­nen Hand­werks­be­trie­be, die aus Haf­tungs­grün­den die Rechts­form der GmbH ge­wählt ha­ben.

Vie­le Ar­beit­ge­ber zah­len oh­ne­hin schon zu­sätz­lich zum Ar­beits­lohn die Kin­der­gar­ten­bei­trä­ge ih­rer Ar­beit­neh­mer – denn das ist steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­frei mög­lich. Durch die An­he­bung der Ge­wer­be­steu­er wür­den die Un­ter­neh­mer al­so dop­pelt zah­len. Bei nied­ri­gen Ein­kom­men, ho­hen Son­der­aus­ga­ben, au­ßer­ge­wöhn­li­chen Be­las­tun­gen oder Ver­lus­ten aus an­de­ren Ein­kunfts­ar­ten geht die An­rech­nung oft ins Lee­re und die Ge­wer­be­steu­er wird tat­säch­lich nicht aus­ge­gli­chen. Ei­ne An­he­bung der Ge­wer­be­steu­er macht den Stand­ort für Un­ter­neh­men un­at­trak­tiv. Für den Ver­kauf der In­ter­kom-Grund­stü­cke in Lan­gen­brand wä­re das ga­ran­tiert kon­tra­pro­duk­tiv. Es­t­her Spahn Schöm­berg-Lan­gen­brand

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