Be­wer­bungs­schrei­ben für Löw

St­indl stimmt Bo­rus­sen eu­pho­risch, bleibt beim The­ma Na­tio­nal­mann­schaft aber cool

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Flo­renz (dpa). Nach sei­ner un­glaub­li­chen To­re-Show und dem ers­ten Drei­er­pack sei­ner Pro­fi­kar­rie­re konn­te Lars St­indl sein Glück kaum fas­sen. „Das war der Wahn­sinn“, mein­te der Ka­pi­tän von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach, nach­dem er den Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten qua­si im Al­lein­gang ins nicht mehr für mög­lich ge­hal­te­ne Ach­tel­fi­na­le der Eu­ro­pa Le­ague ge­schos­sen hat­te. „Gei­ler Abend“, fass­te der 28-Jäh­ri­ge den er­staun­li­chen 4:2(1:2)-Er­folg beim AC Flo­renz, der nach dem 1:0-Hin­spiel­sieg auch im Rück­spiel schon nach ei­ner hal­ben St­un­de mit 2:0 in Front lag, tref­fend zu­sam­men.

Lan­ge fei­er­te die Mann­schaft mit ih­ren knapp 4 000 An­hän­gern vor der Fan­kur­ve, tanz­te und sang in der ma­gi­schen Nacht zu Flo­renz. „Das ist un­glaub­lich. Das sind nur Glücks­ge­füh­le“, sag­te Flü­gel­spie­ler Patrick Herr­mann. Der aus Wag­häu­sel stam­men­de St­indl be­hielt auch im Ju­bel kla­ren Kopf und si­cher­te sich den Spiel­ball. Stolz prä­sen­tier­te er nach dem Spiel den Ball, auf dem al­le Mit­spie­ler un­ter­schrie­ben hat­ten. „Das ist für mich ein ganz be­son­de­rer Mo­ment und der Ball be­kommt ei­nen ganz be­son­de­ren Platz zu Hau­se“, mein­te St­indl, der sei­ne Pro­fi­lauf­bahn der­einst beim Karls­ru­her SC be­gon­nen hat­te. Trai­ner Die­ter He­cking war be­geis­tert von dem Auf­tritt sei­ner Mann­schaft und ih­rem An­füh­rer. „Lars St­indl ist ein her­vor­ra­gen­der Ka­pi­tän. Ich ha­be schon zu mei­nem Amts­an­tritt ge­sagt, dass er für mich zu den Füh­rungs­spie­lern zählt. Wie er die Mann­schaft in sei­ner ru­hi­gen und be­son­ne­nen Art führt, so et­was wünscht man sich als Trai­ner“, sag­te He­cking. In Flo­renz war es der ers­te Sieg der Bo­rus­sen auf ita­lie­ni­schem Bo­den seit mehr als 37 Jah­ren. Aber ei­gent­lich wa­ren die Glad­ba­cher im Sta­dio Ar­te­mio Fran­chi schon mau­se­tot. Die drit­te Nie­der­la­ge in Se­rie bahn­te sich an, die Eu­ro­pa­po­kal­tour schien ge­lau­fen. „Glück­li­cher­wei­se ha­ben wir den Elf­me­ter vor der Pau­se be­kom­men und ver­wan­delt. Das Tor hat uns Mut ge­macht. Und dann hat uns der Trai­ner in der Halb­zeit er­mu­tigt“, er­zähl­te St­indl, der selbst den Elf­me­ter zum 1:2 ver­wan­delt hat­te. Mit zwei wei­te­ren Tref­fern bin­nen acht Mi­nu­ten und dem Kopf­ball­tref­fer von Andreas Chris­ten­sen zum 4:2 war das Spiel ge­lau­fen. Be­mer­kens­wert war auch, dass al­le vier Tref­fer nach Stan­dard­si­tua­tio­nen fie­len und dass der neu ins Team ge­rutsch­te Jo­nas Hof­mann an al­len vier To­ren be­tei­ligt war.

He­cking mein­te hin­ter­her: „Ich glau­be, dass bei uns wie­der et­was zu­sam­men­wächst und dass Spie­ler ih­ren Kopf raus­stre­cken, die mal für die Na­tio­nal­mann­schaft in­fra­ge kom­men kön­nen.“Für St­indl ist das kein The­ma mehr. „Da brau­che ich nicht groß spe­ku­lie­ren, da­mit be­schäf­ti­ge ich mich nicht. Ich ha­be hier mit Bo­rus­sia ge­nug zu tun.“Das hat er in Flo­renz ein­drucks­voll be­wie­sen.

Foto: dpa

FI­GUR ei­ner ma­gi­schen Fuß­ball-Nacht in Flo­renz: Glad­bachs Ka­pi­tän Lars St­indl sorg­te für die kaum er­war­te­te Wen­de.

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