100 Pro­zent Sü­le

Ver­tei­di­ger will vorm Wech­sel zum FCB mit Hof­fen­heim „Gro­ßes“schaf­fen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter To­bi­as Schäch­ter

Zu­zen­hau­sen. Ni­k­las Sü­le sagt: „Für mich ist es wich­tig, den Fans in Hof­fen­heim zu zei­gen: Der gibt bis zum En­de noch ein­mal al­les für sei­nen Ju­gend­ver­ein, ob­wohl sein Wech­sel zum FC Bay­ern fest­steht.“Die Ent­schlos­sen­heit des In­nen­ver­tei­di­gers, sich mit Stil von der TSG zu ver­ab­schie­den, ist bei je­dem Wort zu spü­ren. Noch 13 Spie­le, dann wird Sü­le zu­sam­men mit Mit­tel­feld­stra­te­ge Se­bas­ti­an Ru­dy nach Mün­chen wech­seln. Mor­gen geht die Ab­schieds­tour der bei­den beim FC Schal­ke wei­ter.

Die Chan­ce, erst­mals die Qua­li­fi­ka­ti­on für den Eu­ro­pa­po­kal zu schaf­fen, ist ein gro­ßer An­trieb, Sü­le sagt selbst­be­wusst: „Wir sind fuß­bal­le­risch ei­ne der bes­ten Mann­schaf­ten in die­ser Sai­son. Wenn wir al­les rein­wer­fen, dann kön­nen wir ge­gen je­den Geg­ner be­ste­hen. Wir ste­hen ver­dient da oben und ha­ben die Qua­li­tät, Gro­ßes zu schaf­fen.“

Ob die Qua­li­fi­ka­ti­on für die Eu­ro­pa Le­ague das Gro­ße ist, von dem in Hof­fen­heim al­le träu­men, oder doch gar die für die Cham­pi­ons Le­ague, lässt Sü­le mit ei­nem Lä­cheln of­fen. Der 1,95 Me­ter gro­ße Mann geht oh­ne­hin lie­ber la­chend als grü­belnd durchs Le­ben.

Mit erst 21 Jah­ren hat Sü­le schon mehr er­lebt als an­de­re in ei­ner gan­zen Kar­rie­re. Auch ein Kreuz­band­riss warf das Ta­lent, das 2013 un­ter Mar­kus Gis­dol mit 17 mit­ten im Ab­stiegs­kampf sein Bun­des­li­ga­de­büt fei­er­te, nicht aus der Bahn. Mit 95 Bun­des­li­ga­ein­sät­zen ist Sü­le trotz sei­nes jun­gen Al­ters mitt­ler­wei­le fast schon ein Rou­ti­nier. Er wirkt nicht son­der­lich be­ein­druckt von dem Hy­pe, den er in die­ser Sai­son aus­ge­löst hat. Erst war er das Ge­sicht der deut­schen Aus­wahl, die erst im End­spiel der Olym­pi­schen Spie­le 2016 von Gast­ge­ber Bra­si­li­en ge­stoppt wer­den konn­te. Kurz dar­auf de­bü­tier­te Sü­le als ers­ter in der Hof­fen­hei­mer Nach­wuchs­aka­de­mie aus­ge­bil­de­ter Spie­ler in der A-Na­tio­nal­elf. En­de 2016 wur­de sein Wech­sel zum FC Bay­ern öf­fent­lich. Rund 20 Mil­lio­nen Eu­ro kas­siert Hof­fen­heim von den Bay­ern für die­sen Wech­sel.

Die kom­men­de Kon­kur­renz in Mün­chen durch das auch in der Na­tio­nal­mann­schaft ge­setz­te In­nen­ver­tei­di­ger­paar Mats Hum­mels/Jerô­me Boateng macht Sü­le kei­ne Angst, er sagt: „Ich wer­de mit dem Welt­meis­ter­duo trai­nie­ren, von dem ich mir viel ab­schau­en kann. Auf die­sem Ni­veau je­den Tag zu trai­nie­ren, ge­nau das bringt ei­nen nach vor­ne.“Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al ha­be er ge­nug, fin­det Sü­le. Die Ent­schlos­sen­heit des spa­ni­schen Ver­tei­di­gers Ser­gio Ra­mos zum Bei­spiel, mit der die­ser To­re nach Stan­dard­si­tua­tio­nen er­zielt, wünscht er sich auch für sein Spiel. In die­ser Sai­son traf der 100-Ki­lo-Hü­ne in 21 Pflicht­spie­len erst ein­mal.

Dass er seit die­ser Sai­son rechts in ei­ner Drei­er- statt in ei­ner Vie­rer­ket­te agiert, ma­che de­fen­siv kei­nen grund­sätz­li­chen Un­ter­schied, fin­det Sü­le. Er müs­se nur ein biss­chen wei­ter au­ßen ver­tei­di­gen. Den­noch ha­be ihn die Um­stel­lung fuß­bal­le­risch nach vor­ne ge­bracht: Das Spiel ei­nes Ver­tei­di­gers hat sich ra­sant ent­wi­ckelt. Mitt­ler­wei­le sind Ver­tei­di­ger fast Spiel­ma­cher. Wie Sü­le.

Sü­le ver­spricht für die noch 13 Spie­le vol­len Ein­satz

TURM DER TSG: Ni­k­las Sü­le geht wei­ter mit Ent­schlos­sen­heit sei­ner Ar­beit im Tri­kot von Hof­fen­heim nach.

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