Gro­ße Sprün­ge zur rech­ten Zeit

Ab­ge­zock­te Vogt lässt Fa­vo­ri­tin­nen hin­ter sich

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Lah­ti (dpa). Ca­ri­na Vogt schlug in der Se­kun­de des Tri­umphs die Hän­de über dem Helm zu­sam­men und brach in Trä­nen aus. Dann wur­de sie von ih­ren Team­kol­le­gin­nen förm­lich er­drückt. Zum zwei­ten Mal nach 2015 ist die De­gen­fel­de­rin Ski­sprung-Welt­meis­te­rin. Bei den Ti­tel­kämp­fen im fin­ni­schen Lah­ti mach­te sie in der St­un­de der Ent­schei­dung ih­rem Ruf als ab­ge­zock­te Ath­le­tin al­le Eh­re und ließ die Kon­kur­renz mit 254,6 Punk­ten hin­ter sich. Nach 98,5 Me­tern und Platz drei im ers­ten Durch­gang stell­te sie die Kon­kur­ren­tin­nen Sa­ra Ta­kanashi aus Ja­pan und Ma­ren Lund­by mit ei­nem 96,5 Me­ter-Sprung vor ei­ne Ner­ven­pro­be, die die­se – wie­der ein­mal – nicht be­stan­den. Die Fa­vo­ri­tin Ta­kanashi (251,5 Punk­te) fiel auf Rang drei zu­rück, die Nor­we­ge­rin Lund­by so­gar auf Platz vier. Zwei­te wur­de die Ja­pa­ne­rin Yu­ki Ito (252,6).

„Ich ha­be so ge­kämpft auf die­ser Schan­ze, mich von Sprung zu Sprung ver­bes­sert. Und dann ge­lin­gen mir wie im­mer im Wett­kampf die bei­den bes­ten Sprün­ge. Es ist so un­glaub­lich“, stam­mel­te die 25-Jäh­ri­ge. „Wenn man wie ich im ge­sam­ten Win­ter kei­nen Welt­cup ge­won­nen hat, ist man im ers­ten Mo­ment na­tür­lich fas­sungs­los. War­um es im­mer wie­der bei Groß­er­eig­nis­sen funk­tio­niert, weiß ich selbst nicht“, sag­te Vogt und kün­dig­te an, un­ge­ach­tet des am mor­gi­gen Sonn­tag an­ste­hen­den Mi­xed-Wett­be­werbs auf die Gold­me­dail­le an­sto­ßen zu wol­len. Bun­des­trai­ner Andreas Bau­er kämpf­te ge­gen die Trä­nen an. „Es ist die al­te Ge­schich­te vom Ha­sen und dem Igel: Die Welt­cups ge­win­nen die an­de­ren, Ca­ri­na wenn es drauf an­kommt“, sag­te der All­gäu­er. Zu­dem schaff­ten Sven­ja Würth als Sechs­te und Kat­ha­ri­na Alt­haus als Ach­te her­vor­ra­gen­de Plat­zie­run­gen.

Der­weil ha­ben Vogts männ­li­che Team­kol­le­gen ih­re Me­dail­len-Am­bi­tio­nen un­ter­stri­chen. Ste­phan Ley­he (Wil­lin­gen) be­leg­te ges­tern in der Qua­li­fi­ka­ti­on mit 96,0 Me­tern den vier­ten Rang, der ge­setz­te Andreas Wel­lin­ger (Ruh­pol­ding) flog au­ßer Kon­kur­renz so­gar auf 98,5 Me­ter. Der eben­falls vor­qua­li­fi­zier­te Mar­kus Ei­sen­bich­ler (Siegs­dorf) ver­zich­te­te nach star­ken Trai­nings­leis­tun­gen auf sei­nen Sprung. Richard Frei­tag (Aue) muss­te sich mit 90,0 Me­tern be­gnü­gen, schaff­te auf Rang 19 aber pro­blem­los den Sprung in den ers­ten WM-Show­down am heu­ti­gen Sams­tag (16.30 Uhr MEZ/ZDF und Eu­ro­sport). Die Qua­li­fi­ka­ti­on ge­wann der Po­le Da­wid Ku­ba­cki mit 99,0 Me­tern. Den stärks­ten Ein­druck hin­ter­ließ aber Team­kol­le­ge Ka­mil Stoch, der mit 103,5 Me­tern Schan­zen­re­kord sprang.

WEIT GE­FLO­GEN: Ca­ri­na Vogt si­cher­te sich ih­ren zwei­ten WM-Ti­tel. Foto: dpa

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