Geht „sin­ken­des Schiff“un­ter?

KSV-Chef Koch kri­ti­siert Rin­ger­ver­band scharf / Trai­ner­fra­ge in Isprin­gen wei­ter un­ge­klärt

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ger­not Ot­to

Isprin­gen. Nach kräf­ti­gem Ader­lass an leis­tungs­star­ken Ak­teu­ren – be­dingt we­gen Hin­wen­dung zur neu ge­grün­de­ten Deut­schen Rin­ger-Li­ga (DRL) –, wel­chen der deut­sche Rin­ger-Vi­ze­meis­ter KSV Isprin­gen der­zeit zu be­kla­gen hat, gleicht die an­ste­hen­de per­so­nel­le Auf­rüs­tung ei­ner neu­en, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Trup­pe im Win­ter­rain für die Fün­fer­run­de ge­gen SVG Wein­gar­ten, ASV Nen­din­gen, VfK Schif­fer­stadt und KAC Mans­fel­der Land ei­ner wah­ren Kärr­ner­ar­beit im KSV-La­ger. Ins­be­son­de­re der Vor­sit­zen­de Werner Koch so­wie die neu fürs Amt der sport­li­chen Lei­te­rin en­ga­gier­te Dia­na Meh­ner (45) sind da ge­for­dert, zu­mal auch die Trai­ner­fra­ge nach dem Weg­gang von Bernd Rei­chen­bach zum TuS Adel­hau­sen noch nicht ge­klärt ist.

Nach­dem am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de die Ab­spal­tung der fünf Clubs vom Deut­schen Rin­ger-Bund (DRB) zur DRL wäh­rend der Tech­ni­schen Ta­gung des Nord­ba­di­schen Rin­ger-Ver­ban­des (NBRV) in Dax­lan­den aus­gie­big und hef­tig dis­ku­tiert wor­den war, pro­du­zier­ten ei­ni­ge Äu­ße­run­gen ins­be­son­de­re von Prä­si­dent Ger­hard Ro­nel­len­fitsch aus der re­gio­na­len Ver­bands­spit­ze hef­ti­ge Kri­tik bei Isprin­gens Boss Werner Koch. „Wir wol­len den Rin­ger­sport auf­recht­er­hal­ten, aber al­te Funk­tio­nä­re mit Scheu­klap­pen las­sen lie­ber das sin­ken­de Schiff un­ter­ge­hen“, feu­ert der Vor­sit­zen­de aus dem Win­ter­rain schwe­re Breit­sei­ten ge­gen den in Östrin­gen be­hei­ma­te­ten Ro­nel­len­fitsch ab („Der hört in die­sem Jahr doch so­wie­so auf“). Koch wei­ter: „Mit Pa­ra­gra­fen, Vor­schrif­ten und ho­hen Geld­stra­fen kann ich kei­nen mo­der­nen Rin­ger­sport auf­bau­en.“

Der Isprin­ger Vor­sit­zen­de er­in­nert wei­ter­hin dar­an, dass der DRB kei­ne recht­li­che Grund­la­ge be­sit­ze, um ge­gen die DRL vor­zu­ge­hen und die Or­ga­ni­sa­ti­on aus­zu­glie­dern. Und dann fragt Koch rhe­to­risch: „War­um soll man mit Gel­dern der Mit­glie­der ei­nen Rechts­streit an­fan­gen, der nichts bringt?“Die Deut­sche Rin­ger-Li­ga sie­delt der Isprin­ger Ma­cher in ei­ner „ein­wand­frei­en Rechts­po­si­ti­on“an.

Al­ler Vor­aus­sicht nach wird der KSV Isprin­gen ge­gen En­de Sep­tem­ber die­ses Jah­res in die Ver­bands­run­de 2017/18 star­ten, wo­bei je­der Ver­ein aus dem Fün­fer­feld bis Fe­bru­ar 2018 ins­ge­samt zwölf Kämp­fe zu be­strei­ten hat. Die bei­den erst­plat­zier­ten Ver­ei­ne tra­gen das Fi­na­le in ei­nem Vor- und Rück­kampf aus. Na­men von pro­mi­nen­ten Neu­zu­gän­gen beim Vi­ze­meis­ter aus dem Kämp­fel­bach­tal gibt es of­fi­zi­ell noch kei­ne zu ver­mel­den. Der Ku­ri­er er­fuhr gleich­wohl von ei­nem be­son­de­ren Coup der Isprin­ger: Mit Rustam Assaka­low (86 kg, G), dem Bru­der des im Win­ter­rain be­reits ak­ti­ven Rus­lan Assaka­low, kö­der­te der KSV ei­nen für Us­be­kis­tan ak­ti­ven Griff­künst­ler, der 2015 im­mer­hin Vi­ze-Welt­meis­ter wur­de und bei den Olym­pi­schen Spie­len 2016 in Rio de Janei­ro auf Rang acht lan­de­te.

In­ner­halb der DRL-Quo­ten­re­ge­lung, bei wel­cher in ei­nem Zeh­ner-Team künf­tig vier deut­sche und sechs aus­län­di­sche Rin­ger zum Zu­ge kom­men, könn­te sich nach Aus­sa­ge von Dia­na Meh­ner im Feld der deut­schen KSV-Ath­le­ten nach dem Ab­schied vie­ler Ak­teu­re aus dem Win­ter­rain wo­mög­lich ein klei­ner Rück­gang an Qua­li­tät er­ge­ben. Doch bei den Aus­län­dern stuft die 45-Jäh­ri­ge das Leis­tungs­for­mat denn „min­des­tens ge­nau so gut wie vor­her – wenn nicht gar bes­ser“ein.

NEU IM WIN­TER­RAIN: Rustam Assaka­low (rechts), hier im Ach­tel­fi­na­le der Olym­pi­schen Spie­le 2016 ge­gen Ben­ja­min Er­rol Pro­vi­sor aus den USA. Foto: dpa

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