Stadt­ge­spräch

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Im­mer we­ni­ger Pforz­hei­mer kön­nen sich an die kal­te Nacht im Früh­jahr 1945 er­in­nern. In nicht all­zufer­ner Zu­kunft wird es kei­ne Zeit­zeu­gen mehr ge­ben. Doch die Er­in­ne­rung wird nicht ver­blas­sen, weil auch nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen den Bom­ben­an­griff in den emo­tio­na­len Er­zäh­lun­gen ih­rer El­tern und Groß­el­tern nach­er­lebt ha­ben. Und weil im­mer mehr Men­schen auf der Flucht vor Krieg und Bom­ben Schutz in Pforz­heim su­chen.

Jahr für Jahr wird es deut­li­cher, dass die Men­schen die­ser Stadt, die in­zwi­schen zu ei­nem Schmelz­tie­gel der Na­tio­na­li­tä­ten und Re­li­gio­nen ge­wor­den ist, ei­ne Leh­re aus der voll­stän­di­gen Zer­stö­rung ge­zo­gen ha­ben.

Sie ha­ben ge­lernt, zu­sam­men­zu­ste­hen und ge­gen die Agen­ten des Frem­den­has­ses de­mons­triert. Sie al­le ha­ben ih­re Über­zeu­gung laut und deut­lich ge­macht, dass Hass, Ras­sis­mus, Na­tio­na­lis­mus und letzt­lich der Krieg, den die­se Geis­tes­hal­tun­gen ge­bä­ren, nie wie­der die Ober­hand ge­win­nen darf. Nicht in Pforz­heim, nir­gend­wo, nicht am 23. Fe­bru­ar, nie­mals. Ro­land Wei­sen­bur­ger

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