Re­li­gio­nen wol­len zu­sam­men­rü­cken

Wo­che der Brü­der­lich­keit be­ginnt am 5. März / Ra­mi Suli­man kri­ti­siert feh­len­des En­ga­ge­ment der Mus­li­me

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ca­ro­lin Frey­tag

Man will sich wie­der nä­her­kom­men in Pforz­heim. In we­ni­gen Ta­gen be­ginnt die Wo­che der Brü­der­lich­keit. Dies­mal un­ter dem Mot­to „Nun ge­he hin und ler­ne“. Was An­fang der 50er Jah­re als christ­lich-jü­di­sches Pro­jekt be­gann, hat sich mitt­ler­wei­le – zu­min­dest in der Gold­stadt – zum Event ver­schie­de­ner Re­li­gio­nen ent­wi­ckelt. Chris­ten, Ju­den, Ale­vi­ten und Hin­dus sind dies­mal mit da­bei. Beim Pres­se­ge­spräch stell­ten die Be­tei­lig­ten nun das Pro­gramm vor. Da­bei gab es nicht nur Lob für die er­folg­reich or­ga­ni­sier­te Wo­che, son­dern auch Kri­tik vom Vor­stands­vor­sit­zen­den der jü­di­schen Ge­mein­de Pforz­heim, Ra­mi Suli­man. Er wün­sche sich mehr En­ga­ge­ment der Mus­li­me. Di­tib, die größ­te mus­li­mi­sche Ver­ei­ni­gung in Pforz­heim, ha­be be­reits das zwei­te Jahr in Fol­ge ab­ge­sagt.

„Wir sind in Ge­sprä­chen mit Di­tib, da­mit sie im kom­men­den Jahr wie­der bei der Wo­che da­bei sind“, er­klärt An­ge­li­ka Dre­scher vom Kul­tur­amt, das die Wo­che der Brü­der­lich­keit fe­der­füh­rend or­ga­ni­siert. Es sei aus or­ga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den ab­ge­sagt wor­den, wie be­reits im Vor­jahr. Al­ler­dings en­ga­gie­re sich Di­tib zwi­schen­zeit­lich wie­der in der Christ­lich-Is­la­mi­schen Ge­sell­schaft, merk­te To­bi­as Gfell vom ka­tho­li­schen De­ka­nat an. Und die Ge­sell­schaft be­tei­li­ge sich ja an der Wo­che. „Ich den­ke, das ist ein Kon­flikt zwi­schen den ver­schie­de­nen Rich­tun­gen der Mus­li­me“, sagt Suli­man. „Ich wün­sche mir aber, dass ir­gend­wann al­le ge­mein­sam an der Wo­che teil­neh­men.“

Er­öff­net wird sie dies­mal am Sonn­tag, 5. März, 18 Uhr, im Reuch­lin­haus durch OB Gert Hager. Mu­sik gibt es von der Ale­vi­ti­schen Ge­mein­de und dem HildaGym­na­si­um. Bis zum 12. März ste­hen ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen an – in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Kul­tur­haus Os­ter­feld und dem Kom­mu­na­len Ki­no. So ist bei­spiels­wei­se am 8. März, 19 Uhr, im KoKi der Film „El­ser“über den gleich­na­mi­gen Hit­ler-At­ten­tä­ter zu se­hen. Schü­ler des Hil­da-Gym­na­si­ums füh­ren In­ter­es­sier­te am Don­ners­tag, 9. März, ab 9 Uhr (Treff­punkt Hil­da-Gym­na­si­um), zur Her­zJe­su-Kir­che, zum Hin­du­tem­pel, zur Ayasofia-Mo­schee und zur Sy­nago­ge. Die jü­di­sche Ge­mein­de lädt am Frei­tag, 10. März, 18 Uhr, zum of­fe­nen Got­tes­dienst in ih­ren Ge­mein­de­saal. Mu­sik wer­de es dort von den fünf Kan­to­ren „Maf­teach Soul“ge­ben, sagt Suli­man. Ein Kon­zert der Fünf gibt es üb­ri­gens be­reits am Don­ners­tag zu­vor, 9. März, 19 Uhr – eben­falls im Ge­mein­de­saal. Die Ale­vi­ti­sche Ge­mein­de öff­net am Frei­tag, 10. März, von 17 bis 19.30 Uhr ih­re Tü­ren. Im Hin­du­tem­pel gibt es am sel­ben Tag ei­nen of­fe­nen Got­tes­dienst um 19 Uhr. Im Nach­gang zur Wo­che wird im KoKi am 24. März, 18.30 Uhr, der Film „Wir sind Ju­den aus Bres­lau“ge­zeigt. „Re­gis­seu­rin Ka­rin Ka­per wird da­bei sein“, sagt KoKi-Lei­te­rin Chris­ti­ne Müh.

Dre­scher: Di­tib-Ab­sa­ge aus or­ga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den

GE­MEIN­SAM EIN PRO­GRAMM ER­AR­BEI­TET ha­ben Bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler, An­ge­li­ka Dre­scher (Kul­tur­amt), To­bi­as Gfell, Chris­ti­ne Müh (KoKi), Edith Dre­scher (Hil­da-Gym­na­si­um), Ger­hard Fried­rich Heinz­mann, Ra­mi Suli­man und Ma­ria Ochs (KH Os­ter­feld, al­le von links). Foto: Eh­mann

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