Flick­werk auf den Stra­ßen vor­ge­wor­fen

„Bää­re­glopfa“stel­len Kel­terns Bür­ger­meis­ter Bochin­ger vor när­ri­sches Ge­richt

Pforzheimer Kurier - - FASCHING IM ENZKREIS -

Kel­tern-Wei­ler (ro). Da nützt dem Schul­tes auch kein Blick mehr gen Him­mel. Der kann ihm nun auch nicht mehr hel­fen und über­haupt: Dro­hend nä­hert sich so­gar von dort Un­ge­mach in Gestalt di­cker Re­gen­wol­ken. Un­ten sieht es in­des­sen auch nicht bes­ser aus. Die Nar­ren nä­hern sich dem Rat­haus im Orts­teil Wei­ler un­auf­halt­sam. Man hört die Gug­gen­mu­sik „Bää­re­glopfa“ver­nehm­lich trom­meln und die Schal­mei­en sind auch nicht gera­de Lei­se­tre­ter. Als Rü­cken­de­ckung lau­fen die Tanz­gar­den Li­la-Wei­ßFun­ken und zum letz­ten Mal agie­ren­den Rot-Weiß-Fun­ken gleich mit ih­ren Fe­der­hüt­chen mit. Die Zot­tel­bock­he­xen ver­stär­ken den när­ri­schen Marsch am „Schmut­zi­gen Don­ners­tag“und al­len vor­an mar­schiert das Prä­si­den­ten-Duo der Wei­ler­ner „Ho­nig­schle­cker“San­dra Be­cker und Rü­di­ger Streng­feld. Der­weil wähnt sich Bür­ger­meis­ter Stef­fen Bochin­ger noch recht si­cher, als er frech aus dem obe­ren Fens­ter des Rat­hau­ses schaut, ne­ben sich Käm­me­rer Frank Kern und Bau­amts­lei­ter Michael Müh­len. Ob er de­nen trau­en kann steht noch in den Ster­nen, zu­min­dest Michael Müh­len ist als Jä­ger un­ter­wegs, um den Schul­tes zu ja­gen, der sich als Ra­be ver­klei­det hat. In An­leh­nung an den ech­ten Ra­ben, der in Diet­lin­gen of­fen­bar Grund­schü­ler „be­läs­tigt“.

Von dort hört er sich die Kla­gen der Nar­ren an, die Prä­si­den­tin San­dra Be­cker vor­trägt. Flick­werk auf den Stra­ßen Wei­lers wirft sie ihm vor, was wohl die Orts­kern­sa­nie­rung dar­stel­le und dass „nichts pas­siert im ho­hen Haus“. Mit „Tee­ren“, um ihn zu be­keh­ren, droht sie. Dann aber in Weiß, da­mit man ihn gut sieht im Dun­keln. „Ihr re­det lan­ge, doch mir ist nicht ban­ge“, nimmt der Schul­tes den Mund recht voll und for­dert die Nar­ren auf: „Packt zu­sam­men und geht nach Haus, die Fli­cken rei­chen völ­lig aus.“Über­haupt rei­che das für Wei­ler völ­lig aus und „wenn al­le We­ge wir eb­nen be­stimmt Be­quem­lich­keit eu­er Le­ben“, spuckt er wei­ter gro­ße Tö­ne. Von we­gen mit Blüm­chen-Un­ter­wä­sche auf dem Rat­haus-Tisch tan­zen, das will er ver­hin­dern. Doch die Nar­ren ma­chen ih­re Dro­hung wahr: Sie stür­men das Rat­haus, dro­hen so­gar, ihm mehr ab­zu­schnei­den als nur den Schlips (was sie dann aber nicht tun), fes­seln die Hän­de von Stef­fen Bochin­ger und dann wird er der ju­beln­den Men­ge vor­ge­führt.

SCHNIPP-SCHNAPP: Nicht nur das Amt ist für die nächs­ten Ta­ge weg, auch die Kra­wat­te von Bür­ger­meis­ter Stef­fen Bochin­ger fällt in die Hän­de der Nar­ren. Foto: ro

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