Auf­wärm­run­de für die lan­ge Os­car-Nacht

ProSie­ben rollt den ro­ten Tep­pich aus

Pforzheimer Kurier - - FILM UND TV-SZENE -

Wenn in der Nacht von Sonn­tag auf Mon­tag zum 89. Mal die An­nu­al Aca­de­my Awards ver­lie­hen wer­den, ist ProSie­ben wie­der da­bei. Ste­ven Gät­jen wird – dank ein­ma­lig ge­plan­ter Aus­lei­he vom ZDF – nach ein­jäh­ri­ger Pau­se wie­der vom Ro­ten Tep­pich in Hol­ly­wood be­rich­ten. Vi­via­ne Gep­pert und Michael Mich­als­ky hin­ge­gen kom­men­tie­ren, wel­ches Kleid ei­nem Top-Star wun­der­bar sitzt. Oder eben nicht. Ein Na­me al­ler­dings fehlt bei der Auf­lis­tung der ein­ge­setz­ten Cr­ew für den Münch­ner Sen­der bei den dies­jäh­ri­gen Os­cars: An­ne­ma­rie Car­pen­da­le! An­geb­lich ha­be die „taff“-Mo­de­ra­to­rin kei­ne Zeit, wie es heißt.

Der Grund sei „It’s Show­time“, ei­ne neue Show bei SAT.1, die An­ne­ma­rie Car­pen­da­le ge­mein­sam mit ih­rem Mann mo­de­rie­re. Die kom­men­de Ta­len­teSich­tung soll im Früh­jahr star­ten, die Pro­duk­ti­on der Rei­he läuft aber be­reits ab En­de Fe­bru­ar, zeit­gleich zur Ver­lei­hung der Os­cars.

We­nigs­tens ein klei­ner Trost für die „taff“-Mo­de­ra­to­rin ist, dass sie mit der Ma­ga­zin-Sen­dung „Big Block­bus­ter“in ei­nem Spe­cial (heu­te, 20.15 Uhr) auf die bes­ten Hol­ly­wood-Fil­me bli­cken darf. Mehr als drei St­un­den ha­ben Car­pen­da­le und ih­re „taff“-Kol­le­gin Vi­via­ne Gep­pert Zeit, noch ein­mal Span­nen­des über die er­folg­reichs­ten Strei­fen der Film­ge­schich­te zu er­zäh­len. Zu­dem kom­men­tie­ren Stars wie Will Smith, Jus­tin Tim­ber­la­ke oder Da­ko­ta John­son in Ein­spie­lern, was sie mit Ki­no-Klas­si­kern wie bei­spiels­wei­se „Ben Hur“oder „Ti­ta­nic“ver­bin­den.

Be­vor die 89. Ver­lei­hung end­lich be­ginnt, soll Ste­ven Gät­jen mög­lichst vie­le und kna­cki­ge State­ments von den TopS­tars ein­fan­gen. Vi­via­ne Gep­pert und De­si­gner Michael Mich­als­ky, auch be­kannt aus „Ger­ma­ny’s next Topmo­del“, kom­men­tie­ren et­wai­ge Fa­shion-Fails. Ge­mein­sam zeigt sich das neu zu­sam­men­ge­stell­te Os­cars-Trio von ProSie­ben nur in der et­was mehr als ein­stün­di­gen Auf­wärm-Sen­dung „red. Der Os­carCount­down“(ab 23.20 Uhr). Gät­jen, Gep­pert und Micha­els­ky ha­ben die Auf­ga­be, den Zu­schau­er am spä­ten Sonn­tag­abend wach zu hal­ten, bis Star-Auf­lauf und Ga­la-Show be­gin­nen.

Erst­mals ist Jim­my Kim­mel (49) als Mo­de­ra­tor der Os­car-Show ver­pflich­tet wor­den. Der ame­ri­ka­ni­sche Ko­mi­ker und Talk­show-Gast­ge­ber kom­men­tier­te sein De­büt auf sei­ne ty­pisch-wit­zi­ge Art im De­zem­ber, als zu­gleich be­kannt wur­de, dass sei­ne Frau ihr zwei­tes Kind er­war­tet. Sein Le­ben lau­fe mo­men­tan sehr auf­re­gend, wit­zel­te Kim­mel. „Ich mo­de­rie­re die Os­cars und ich hat­te Sex. Zwei Din­ge, die ich als Te­enager nicht für mög­lich ge­hal­ten hät­te.“

Nach sei­nen An­fän­gen in Ra­dio-Shows hat es der Ko­mi­ker weit ge­bracht. Seit 2003 pro­du­ziert und mo­de­riert er beim Sen­der ABC die La­te-Night-Show „Jim­my Kim­mel Live!“. Ein Mo­vie-Star ist er nicht, aber Kim­mel hat in Hol­ly­wood vie­le Freun­de. Zu­dem kennt er sich mit Tro­phä­en-Shows aus. Meh­re­re Ma­le mo­de­rier­te er die Em­my-Ver­lei­hung und die Ame­ri­can Mu­sic Awards. Die Pro­du­zen­ten der Os­car-Show hal­ten gro­ße Stü­cke auf den neu­en Gast­ge­ber. Sie lo­ben Kim­mels frei­mü­ti­gen Äu­ße­run­gen, sei­nen „sar­kas­ti­schen Hu­mor“und sei­ne Fä­hig­keit, auf das Pu­bli­kum ein­zu­ge­hen.

Kim­mel löst auf der Os­car-Büh­ne den bis­si­gen Ko­mi­ker Chris Rock ab, der 2016 zum zwei­ten Mal durch die Show führ­te. Im Jahr zu­vor mo­de­rier­te der Schau­spie­ler Neil Patrick Har­ris Hol­ly­woods Preis­spek­ta­kel. Da­vor stan­den El­len DeGe­ne­res, Seth MacFar­la­ne und Bil­ly Crys­tal auf der Büh­ne.

Mit gro­ßen Er­war­tun­gen dürf­te die Os­car-Ver­lei­hung auch in Deutsch­land ver­folgt wer­den, denn gleich meh­re­re Pro­duk­tio­nen dür­fen sich Hoff­nun­gen

Aus­lands-Os­car für „To­ni Erd­mann“?

auf den be­gehr­ten Gold­jun­gen ma­chen. Das hei­ßes­te Ei­sen im Feu­er: Re­gis­seu­rin Ma­ren Ade. Die Tra­gi­ko­mö­die „To­ni Erd­mann“der aus Karls­ru­he stam­men­den und in Ber­lin le­ben­den Re­gis­seu­rin geht ins Ren­nen um den Aus­lands-Os­car. Das Werk ist ei­ner von fünf An­wär­tern. Beim Eu­ro­päi­schen Film­preis wur­de das Werk An­fang De­zem­ber mit fünf Tro­phä­en aus­ge­zeich­net. Ei­ner der Kon­kur­ren­ten ist der Strei­fen „Un­ter dem Sand“: Das Dra­ma geht zwar für Dä­ne­mark ins Os­car-Ren­nen, wur­de aber auch mit Gel­dern aus Deutsch­land fi­nan­ziert und ist des­we­gen ei­ne dä­nisch­deut­sche Ko­pro­duk­ti­on. „Land of Mi­ne“, wie der eng­li­sche Ti­tel des Films lau­tet, spielt nach dem Zwei­ten Welt­krieg: Jun­ge deut­sche Sol­da­ten müs­sen als Kriegs­ge­fan­ge­ne Land­mi­nen in Dä­ne­mark ber­gen. Der letz­te deut­sche Os­car-Ge­win­ner? 2007 hol­te der Sta­siFilm „Das Le­ben der An­de­ren“von Flo­ri­an Henckel von Don­ners­marck die Aus­zeich­nung nach Deutsch­land.

Wei­te­re deut­sche Os­car-Hoff­nun­gen: Do­ku­men­tar­fil­mer Mar­cel Met­tel­sie­fen ist mit sei­ner Flücht­lings-Do­ku „Wa­ta­ni: My Home­land“ei­ner von fünf An­wär­tern in der Spar­te „Bes­ter Kur­zDo­ku­men­tar­film“. Und für den Sound­track zu dem Dra­ma „Li­on“ist der deut­sche Kom­po­nist und Pia­nist Vol­ker Ber­tel­mann no­mi­niert. Der Düs­sel­dor­fer (Jahr­gang 1966) ist be­kannt un­ter dem Künst­ler­na­men Hausch­ka – und ist nun ge­mein­sam mit dem US-Mu­si­ker Dus­tin O’Hall­oran mit „Li­on“im Ren­nen. Andreas Schöttl

EINSTIMMEN AUF DIE OS­CAR-NACHT: An­ne­ma­rie Car­pen­da­le (links) und Vi­via­ne Gep­pert prä­sen­tie­ren die größ­ten, span­nends­ten und ac­tion­reichs­ten Fil­me aus der Traum­fa­brik Hol­ly­wood. Foto: ProSie­ben / Ne­la Kö­nig

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