Fast der Ech­te

Mu­si­cal „El­vis“im Fest­spiel­haus Ba­den-Ba­den

Pforzheimer Kurier - - KULTUR - EL­VIS? Nein, sein Dou­ble Gra­ha­me Patrick. Fo­to: pr

„Ich woll­te mei­ne Lei­den­schaft für sei­ne Mu­sik auch an­de­ren Men­schen in ei­ner rea­lis­ti­schen, ein­fühl­sa­men Form ver­mit­teln und sie auf­rich­tig be­we­gen“, sagt Gra­ha­me Patrick, der in Du­blin ge­bo­re­ne und in To­ron­to auf­ge­wach­se­ne El­vis-Darstel­ler, das Dou­ble ei­ner der größ­ten Le­gen­den der Mu­sik­ge­schich­te des 20. Jahr­hun­derts – El­vis Pres­ley. Die­se In­kor­po­ra­ti­on sei­nes seit frü­her Ju­gend ver­ehr­ten Idols ge­lang Patrick bis fast in ein iden­ti­sches Tim­bre der ei­ge­nen Stim­me. Die prä­gnan­ten Un­ter­schie­de und ei­ne ge­wis­se in­ter­pre­ta­to­ri­sche Ei­gen­heit wirk­ten her­vor­ra­gend vor ei­nem be­geis­ter­ten Pu­bli­kum im Fest­spiel­haus in Ba­den-Ba­den ge­gen­über den naht­los ge­schal­te­ten mul­ti­me­dia­len Fil­m­ein­spie­lun­gen von Ori­gi­nal­auf­nah­men aus den wich­tigs­ten Sta­tio­nen der mu­si­ka­li­schen Kar­rie­re von El­vis. Mit den Bil­dern der Nach­richt und Ori­gi­nal­bei­trä­gen aus der Ta­ges­schau vom Tod des Mu­si­kers am 16. Au­gust 1977, der zu die­sem Zeit­punkt be­reits ei­ne mu­si­ka­li­sche Le­gen­de ge­wor­den war und prä­gen­den Ein­fluss auf Grö­ßen wie „The Beat­les“oder „Rol­ling Sto­nes“ge­nom­men hat­te, und den welt­wei­ten Re­ak­tio­nen dar­auf be­ginnt das Mu­si­cal ge­lun­gen sich mit ei­ner auf die wich­tigs­ten Sta­tio­nen von El­vis mu­si­ka­li­scher Kar­rie­re kon­zen­trie­ren­den, le­ben­di­gen Darstel­lung sei­nes Le­bens. Die­ser trau­ri­ge Ein­stieg wird auf der Büh­ne mit dem Gos­pel „Why me, Lord?“vor­ge­tra­gen von Ed Enoch (ge­bo­ren 1942 in Ten­nes­see) und von dem le­gen­dä­ren „The Stamps Quar­tet“au­then­tisch um­ge­setzt. Enoch, der von 1971 bis zu El­vis Tod bei über 1 000 Auf­trit­ten der Lei­ter des Gos­pel Chors war, wur­de von El­vis selbst einst mit den Wor­ten vor­ge­stellt: „La­dies and Gen­tle­men, bit­te be­grü­ßen Sie mei­nen Freund, den bes­ten und kraft­volls­ten Le­ad-Vo­ka­lis­ten welt­weit, Ed Enoch.“Ei­ne Aus­zeich­nung, die durch­aus wie ei­ne Brü­cke für die­ses Mu­si­cal im 21. Jahr­hun­derts ist. Denn ge­ra­de mit Enoch und sei­nen Mu­si­kern wie auch den Mu­si­kern der „Las Ve­gas Show Band“und na­tür­lich dem Dou­ble, Gra­ha­me Patrick, wenn er auch manch­mal et­was zu viel „El­vis the pel­vis (das Be­cken) war, ge­lang es hier noch ein­mal in den Songs von „Jail­hou­se Rock“, „See, See Ri­der“, „Hound Dog“bis „Su­s­pi­cious minds“und an­de­ren Blues, Rock ’n’ Roll und Gos­pel die Emo­tio­nen und Er­leb­nis­se ei­ner gan­zen Ge­ne­ra­ti­on mu­si­ka­lisch zu ver­bild­li­chen. Al­ler­dings wirk­ten die Show­girls der „He­art­brea­kers“ein we­nig wie über­flüs­si­ges, nicht au­then­ti­sches De­kor. Denn bis heu­te bleibt mit El­vis Pres­ley das Bild ei­ner Büh­nen­per­sön­lich­keit fest ver­bun­den: Ein Büh­nen­en­ter­tai­ner im wei­ßen Ein­tei­ler (Jump­su­it) mit Schmuck­stein­be­satz. Bri­git­te Zi­kesch

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