Oh­ne Kin­som­bi, da­für mit bes­ten Vor­sät­zen

KSC muss am Mil­l­ern­tor im Ab­wehr­zen­trum um­dis­po­nie­ren / Kreu­zer-Sohn leis­tet Schüt­zen­hil­fe

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­ren Re­dak­ti­ons­mit­glie­dern Re­né Dankert und Ger­hard Wolff

Karls­ru­he. KSC-Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer war weit vor der Mann­schaft an die El­be ge­reist. So ver­folg­te der frü­he­re HSV-Mann ges­tern in ei­nem Ho­tel sei­ner al­ten Hei­mat am Fern­se­her, wie sein Sohn Ni­k­las in Aue ein Ver­spre­chen ein­lös­te. „Wir hel­fen euch“, hat­te der Rechts­ver­tei­di­ger von Dy­na­mo Dres­den dem Pa­pa zu­ge­sagt und dann beim 4:1 der Sach­sen beim Karls­ru­her Ab­stiegs­kampf-Ri­va­len FC Erz­ge­bir­ge tat­säch­lich ein Tor vor­be­rei­tet und ei­nes selbst er­zielt. Da­nach stand fest, dass we­der der KSC noch sein heu­ti­ger Gast­ge­ber FC St. Pau­li (20.15 Uhr/Sport 1) den 22. Zweit­li­ga-Spiel­tag am Ta­bel­len­en­de be­schlie­ßen wer­den. Gibt es am Mil­l­ern­tor ei­nen Sie­ger, so wird die­ser den DSC Ar­mi­nia Bie­le­feld vom 15. Rang ver­drän­gen, der am Sams­tag zu ei­nem 2:2 beim Ta­bel­len­zwei­ten Han­no­ver 96 ge­kom­men war. Na­tür­lich hofft man im KSCTross schwer dar­auf, tat­säch­lich auch noch am Di­ens­tag um 8.35 Uhr über dem Strich zu ste­hen, wenn man den Flie­ger mit Des­ti­na­ti­on Stutt­gart be­steigt.

Wäh­rend am Spiel­ort beim ges­tern Mit­tag aus ak­tu­el­lem An­lass gut ge­laun­ten KSC-Sport­di­rek­tor „ty­pi­sches Ham­bur­ger Schmud­del­wet­ter“herrsch­te, lug­te zu Hau­se im Wild­park ge­gen En­de des Ab­schluss­trai­nings zag­haft die Son­ne zwi­schen Wol­ken her­vor. KSCChef­trai­ner Mir­ko Slom­ka trat die wäh­rend der Ein­heit ge­lo­cker­ten Ra­sen­fet­zen wie­der fest. Auf dem neu­en Grün, das An­fang der Wo­che auf sein Drän­gen hin aus­ge­legt und am Sams­tag dann von den Pro­fis erst­mals be­spielt wor­den war, war auch vor dem Ab­flug des 20-köp­fi­gen Ka­ders um 16.35 Uhr vom Ba­denAir­park nach Ham­burg längst nicht al­les nach sei­nen Vor­stel­lun­gen ver­lau­fen. „To­re ma­chen!“, for­der­te er wäh­rend des Übungs­spiel­chens ein. Ei­ne kur­ze Schreck­se­kun­de gab es auch. Näm­lich, als Bjar­ne Tho­el­ke ei­nen Schlag ab­be­kam und lie­gen blieb. Bald aber folg­te Ent­war­nung. Tho­el­kes Aus­fall wä­re ei­ner zur Un­zeit ge­we­sen. Denn am Sams­tag hat­te sich Da­vid Kin­som­bi bei ei­nem Lauf­du­ell mit Er­win Hof­fer an den Ad­duk­to­ren ver­letzt, wes­halb er am Mil­l­ern­tor von Tho­el­ke im Ab­wehr­zen­trum ver­tre­ten wird. Der sag­te für heu­te vor­aus: „Die Mann­schaft, die als Team mehr ar­bei­tet und ge­gen den Ball kämpft und im Kol­lek­tiv nach vor­ne und nach hin­ten figh­tet, wird das Spiel auch für sich ent­schei­den.“Dem ge­sperr­ten Franck Kom, der sich beim 1:2 ge­gen Ber­lin gut ins Team ein­füg­te, kann dies­mal kei­ne Rol­le im 4-2-3-1-Sys­tem zu­fal­len, in dem der KSC zu er­war­ten ist.

Gin­ge es nur nach der Sta­tis­tik, müss­te es ein „klas­si­sches Null-Null“ge­ben, schätz­te Kreu­zer der­weil, rech­ne­te dann aber um­ge­hend noch den jüngs­ten To­re­trend ein und kor­ri­gier­te sich: „Eher ein klas­si­sches Eins-Eins.“Im Mil­l­ern­torS­ta­di­on, wo man eben­falls ge­ra­de ei­nen neu­en Ra­sen aus­roll­te, tref­fen zwei der drei of­fen­siv­schwächs­ten Mann­schaf­ten der Li­ga auf­ein­an­der. St. Pau­li hat 16 To­re, der KSC nur ei­nes mehr vor­zu­wei­sen. Pau­lis Ab­wehr­spie­ler Da­ni­el Bu­bal­la er­war­tet den KSC nicht als Punk­te­lie­fe­ran­ten. „Das ist ei­ne Mann­schaft, die ger­ne Fuß­ball spie­len will und den Ball gut lau­fen lässt. Wir wer­den ver­su­chen, sie im De­fen­siv­ver­bund zu schla­gen“, kün­dig­te er an. Die Fra­ge im Kel­ler­du­ell wird aber eben auch sein, ob ei­nes der Teams sei­ne Ab­schluss­schwä­che ab­streift. Bei­de zeig­ten da­hin­ge­hend in den ers­ten vier Par­ti­en nach der Win­ter­pau­se zwar Fort­schrit­te (St. Pau­li: fünf To­re, KSC: sechs), aber auch wei­ter Nach­hol­be­darf. „Gie­ri­ger“müs­se der KSC agie­ren, fand Tor­wart Dirk Or­lis­hau­sen. Hi­ro­ki Ya­ma­da, der nach ver­büß­ter Sper­re eben­so wie Gri­scha Prö­mel wie­der da­bei ist, for­der­te: „Wir müs­sen schnel­ler um­schal­ten.“

Vor fast 30 000 Zu­schau­ern, dar­un­ter min­des­tens 1 200 KSC-Fans, wol­len sich die Ba­de­ner ei­nen fah­ri­gen Be­ginn wie ge­gen Uni­on nicht noch ein­mal leis­ten. „Der Plan ist, gleich Schwung auf den Platz zu brin­gen – und das wird in Ham­burg auch ge­fragt sein“, sag­te Kreu­zer. Kom­pakt ste­hen wol­le man, und vor al­lem ei­nes: die Ru­he be­wah­ren.

AUF FRISCHEM GRÜN: Di­mi­tris Dia­man­ta­kos, be­ob­ach­tet von Dirk Or­lis­hau­sen und Bjar­ne Tho­el­ke, im Ab­schluss­trai­ning.

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