Voll­brem­sung in der Au­to­stadt

Nach 40-stün­di­ger Hän­ge­par­tie ist Is­maël sei­nen Trai­ner­job beim VfL Wolfs­burg los

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT -

Wolfs­burg (sid). Voll­brem­sung in der Au­to­stadt: Fast 40 St­un­den nach der un­glück­li­chen Nie­der­la­ge ge­gen Wer­der Bre­men hat sich der VfL Wolfs­burg von Trai­ner Va­le­ri­en Is­maël ge­trennt. Ge­schäfts­füh­rung, Auf­sichts­rat und Haupt­spon­sor Volks­wa­gen trau­en dem Fran­zo­sen die Kehrt­wen­de im Ab­stiegs­kampf der Fuß­ball-Bun­des­li­ga nicht mehr zu. „Vor­aus­sicht­lich be­reits am Mon­tag“will der Club laut ei­ner Mit­tei­lung vom Sonn­tag­abend ei­nen Nach­fol­ger prä­sen­tie­ren. Als mög­li­che Kan­di­da­ten auf die Nach­fol­ge gel­ten der ehe­ma­li­ge HSV-Coach Bru­no Lab­ba­dia so­wie Wolfs­burgs U 23-Sport­di­rek­tor Pa­blo Thi­am.

„Nach Ab­wä­gung al­ler Fak­ten und Um­stän­de sind wir über­ein ge­kom­men, dass die Tren­nung die rich­ti­ge Maß­nah­me ist, um die Mann­schaft in die Er­folgs­spur zu­rück­zu­füh­ren. Wir ha­ben uns in der Ent­schei­dungs­fin­dung nicht in ers­ter Li­nie von dem jüngs­ten Er­geb­nis ge­gen Bre­men lei­ten las­sen, son­dern vor al­lem auch die Ein­drü­cke und Re­sul­ta­te aus den letz­ten Wo­chen und Mo­na­ten in die Be­wer­tung mit­ein­flie­ßen las­sen“, sag­te Sport­di­rek­tor Olaf Reb­be: „Lei­der ist es uns nicht ge­lun­gen, trotz al­ler Ge­schlos­sen­heit wie­der sport­lich er­folg­reich zu sein.“Is­maëls Ent­las­sung hat­te sich be­reits am Frei­tag­abend an­ge­deu­tet. Nach dem 1:2 ge­gen Bre­men ver­mied Reb­be trotz der lei­den­schaft­li­chen Vor­stel­lung der Wöl­fe ein Be­kennt­nis für Is­maël. Er kön­ne nichts aus­schlie­ßen, sag­te Reb­be und hal­te sich an die Fak­ten: „Es geht um Er­geb­nis­se, die ge­ra­de nicht stim­men.“Nur fünf von 15 Spie­len ge­wann der VfL un­ter Is­maëls Lei­tung, aus den letz­ten sechs Pflicht­par­ti­en gab es nur ei­nen Sieg. Vor den Aus­wärts­spie­len beim FSV Mainz 05 und RB Leip­zig ist der VfL nur noch zwei Punk­te vom Re­le­ga­ti­ons­platz 16 ent­fernt. In der Chef­eta­ge wuchs die Sor­ge, dass Wolfs­burg 20 Jah­re nach dem Bun­des­li­gaAuf­stieg trotz ei­nes mil­lio­nen­schwe­ren Ka­ders wie­der in die Zweit­klas­sig­keit stürzt.

Ei­gent­lich hat­ten die oft­mals als le­thar­gisch ge­schol­te­nen VfL-Ki­cker am Frei­tag­abend vor­bild­lich de­mons­triert, wie Ab­stiegs­kampf geht. Kämp­fe­risch am Li­mit, spie­le­risch über­zeu­gend – es war fast schon aber­wit­zig, dass die­ser Mix in ei­ne un­ver­dien­te Nie­der­la­ge mün­de­te. Bre­mens Max Kru­se schien das Er­geb­nis bei­na­he pein­lich zu sein. „Wir ha­ben glück­lich ge­won­nen und müs­sen fast ein biss­chen dar­über schmun­zeln“, sag­te der ehe­ma­li­ge Wolfs­bur­ger. 27:7 Tor­schüs­se, 13:1 Ecken, VfL-Ur­ge­stein Die­go Be­naglio konn­te nicht be­grei­fen, dass die­se frap­pie­ren­de Über­le­gen­heit nicht be­lohnt wur­de. „Wir hat­ten hin­ten Pech und vor­ne kein Glück“, fass­te der Schwei­zer Tor­hü­ter knapp zu­sam­men und schob ein in­di­rek­tes Be­kennt­nis zu Coach Is­maël hin­ter­her: „Un­ser Ver­hält­nis ist in­takt, sonst wä­re ei­ne sol­che Leis­tung der Mann­schaft gar nicht mög­lich ge­we­sen.“Das hat den Bos­sen of­fen­sicht­lich nicht ge­nügt.

AUF­GE­BRAUCHT war die Ge­duld beim ab­stiegs­be­droh­ten VfL und Geld­ge­ber Volks­wa­gen mit Trai­ner Valé­ri­en Is­maël. Fo­to: dpa

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