Streich selbst­kri­tisch

SC-Coach schreibt sich Schuld an 0:3 ge­gen BVB zu

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Frei­burg (dpa). Chris­ti­an Streich wirk­te mür­risch. Das La­chen war dem Trai­ner des SC Frei­burg nach dem 0:3 ge­gen Bo­rus­sia Dort­mund ver­gan­gen. Mit vor der Brust ver­schränk­ten Ar­men und frus­trier­tem Blick war­te­te er ab, wie sein glück­li­cher Kol­le­ge Tho­mas Tu­chel sein Team lob­te. Als er dran war, nahm der 51 Jah­re al­te Streich den chan­cen­lo­sen Auf­tritt sei­ner Ba­de­ner auf sei­ne Kap­pe. „Der Feh­ler lag bei mir, das ist ja klar“, sag­te Streich und ha­der­te: „Ich hät­te ein­fach weg­ge­hen sol­len vom 4-4-2, das ha­be ich nicht ge­macht. Ich ha­be falsch ge­han­delt. Ich bin ex­trem ent­täuscht.“

Schnell hat­te der dienst­äl­tes­te Coach der Bun­des­li­ga in ei­ner ein­sei­ti­gen Par­tie vor 24 000 Zu­schau­ern im aus­ver­kauf­ten Schwarz­wald-Sta­di­on er­ken­nen müs­sen, dass sei­ne ge­wohn­te Tak­tik nicht funk­tio­nier­te. So un­ter Druck ha­ben die ei­gent­lich heim­star­ken Frei­bur­ger sel­ten ge­stan­den. Nach dem ers­ten Ge­gen­tref­fer durch So­kra­tis (13.) wech­sel­te Streich Mit­te der ers­ten Hälf­te und stell­te mit dem Ein­satz des Rück­keh­rers Marc-Oli­ver Kempf um. „Sie ha­ben au­ßer­ge­wöhn­li­che Spie­ler“, sag­te Streich. „Da musst du al­les rich­tig ma­chen tak­tisch, da­mit du ei­ne Chan­ce hast.“Auch an­schlie­ßend war es je­doch Glück für den SC, dass der über­le­ge­ne Gast ver­schwen­de­risch mit sei­nen Chan­cen um­ging. „Wir hät­ten auch 8:0 ge­win­nen kön­nen. Das wä­re noch nicht mal in ir­gend­ei­ner Wei­se zu hoch ge­we­sen“, sag­te BVBS­port­di­rek­tor Micha­el Zorc in An­spie­lung auf den Bay­ern-Sieg ge­gen den HSV. Erst in der zwei­ten Halb­zeit er­höh­te Pier­re-Eme­rick Auba­meyang mit zwei To­ren (55., 70.). „Dort­mund hat die Räu­me im­mer so be­setzt, dass man ge­fühlt im­mer zwei Ge­gen­spie­ler hat­te“, sag­te Links­ver­tei­di­ger Chris­ti­an Gün­ter. „Dort­mund hat uns ein Stück weit die Gren­zen auf­ge­zeigt“, sag­te Ni­co­las Höf­ler. „Sie wa­ren in ei­ni­gen Be­lan­gen ei­nen Tick bes­ser und in man­chen auch ei­nen gro­ßen Tick.“

Klar ist aber, dass sich die Süd­ba­de­ner trotz des zwei­ten sieg­lo­sen Spiels in Fol­ge vor­erst wei­ter im si­che­ren Ta­bel­len-mit­tel­feld hal­ten. „Ich ge­he nicht da­von aus, dass ein Riss kommt. Wir ha­ben gut ge­spielt in die­sem Jahr, das war das ers­te schwa­che Spiel“, er­klär­te Streich. „Sie ha­ben mit der bes­ten Mann­schaft ge­gen uns ge­spielt. Dann ist es schwie­rig, wenn wir nicht voll da sind.“Stamm­spie­ler Ja­nik Ha­be­rer hat­te we­gen sei­ner fünf­ten Gel­ben Kar­te ge­fehlt. Aus dem glei­chen Grund wird nun al­ler­dings am Sonn­tag in Frank­furt in Ma­xi­mi­li­an Phil­ipp er­neut ein Leis­tungs­trä­ger aus­set­zen müs­sen.

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