The­ma Ar­beit steht vor Si­cher­heit

Fra­ge­bo­gen-Ak­ti­on der SPD in der Fuß­gän­ger­zo­ne / Po­li­ti­ker se­hen sich mit Zu­spruch und Kri­tik kon­fron­tiert

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ha­rald Bott

Kri­tik, Zu­spruch aber teil­wei­se auch ziem­lich bi­zar­re Po­si­tio­nen: Da­mit ist man kon­fron­tiert, wenn man sich als Po­li­ti­ker dem Dia­log mit dem Bür­ger stellt. Ein Mann in sei­nen 50ern ha­be zu ihm ge­sagt, er­zähl­te der SPD-Kreis­vor­sit­zen­de Fre­de­ric Strieg­ler, dass er über­haupt kei­ne Steu­ern be­zah­len wol­le, weil ja der Staat über­haupt nichts für ihn tue. „Da kommt man dann ar­gu­men­ta­tiv auch nicht wei­ter“, sag­te Strieg­ler.

An­de­re be­schäf­tigt nach wie vor die Flücht­lings­kri­se. Ein Rent­ner aus Schöm­berg er­zähl­te, dass er Ver­trie­be­ner sei. Er und sei­ne El­tern sei­en völ­lig auf sich selbst ge­stellt ge­we­sen. Heu­te da­ge­gen wür­den die Flücht­lin­ge sämt­li­che Leis­tun­gen be­zie­hen, oh­ne je­mals et­was da­für er­bracht zu ha­ben. Und noch auf ei­nen an­de­ren Un­ter­schied zwi­schen den Ver­trie­be­nen da­mals nach dem Zwei­ten Welt­krieg und den Flücht­lin­gen, mach­te der Rent­ner auf­merk­sam: Die Flücht­lin­ge heu­te hät­ten noch ih­re Hei­mat – sei­ne sei für im­mer ver­lo­ren ...

Die SPD hat­te sich mit ih­rem Wahl­kampf-Stand am Sams­tag zwi­schen 10 und 13 Uhr beim Di­cken am Ein­gang der Fuß­gän­ger­zo­ne auf­ge­stellt. Auch dem blen­den­den Wet­ter war es zu dan­ken, dass dort ei­ne gu­te Fre­quenz zu ver­zeich­nen war. Man­che der Pas­san­ten dis­ku­tier­ten mit den re­gio­na­len Par­tei­ver­tre­tern, der ein oder an­de­re un­ter­schrieb so­gar ei­nen Mit­glieds­an­trag oder füll­te den Fra­ge­bo­gen aus, der am Stand aus­lag. Dar­in wol­len die So­zi­al­de­mo­kra­ten vor al­lem zwei­er­lei wis­sen: Wie si­cher füh­len sich die Bür­ger in Pforz­heim und wie zu­frie­den sind sie mit ih­rer Le­bens- und Ar­beits­si­tua­ti­on. An­hand der Aus­sa­gen von Pas­san­ten wur­de deut­lich: Si­cher­heit ist of­fen­sicht­lich in Pforz­heim nicht das vor­dring­li­che Pro­blem. „Wir brau­chen nicht un­be­dingt an je­der Ecke ei­ne Vi­deo­über­wa­chung“, sag­te ei­ne Frau aus Ho­hen­wart.

Was da­ge­gen die Men­schen deut­lich stär­ker be­schäf­tigt, sei das The­ma „be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge“. Vie­le, mein­te Strieg­ler, auch sol­che, die nicht mehr im ak­ti­ven Ar­beits­le­ben stün­den, sä­hen dar­in ein Hin­der­nis bei der Le­bens­pla­nung für jun­ge Men­schen. Ein wei­te­rer Punkt, der in den Äu­ße­run­gen der Pas­san­ten deut­lich her­aus­zu­hö­ren war, ist der Un­mut über die Po­li­tik von Kanz­le­rin Mer­kel. Be­reits ge­gen 12 Uhr hat­ten die Ver­tre­ter der SPD gut 50 aus­ge­füll­te Fra­ge­bö­gen ge­sam­melt. Noch­mals rund 200 hät­ten sie an Pas­san­ten ver­teilt, er­zähl­te Strieg­ler. Ein Er­geb­nis mit dem nicht nur er, son­dern auch die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Kat­ja Mast und der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de im Pforz­hei­mer Ge­mein­de­rat, Ralf Fuhr­mann, sehr zu­frie­den wa­ren. Die Fra­ge­bo­gen-Ak­ti­on soll mehr­fach wie­der­holt wer­den.

Die nächs­te ist für kom­men­den Frei­tag am Pfäl­zer Platz zwi­schen acht und zehn Uhr an­ge­setzt. Die Er­geb­nis­se der Um­fra­ge will die SPD An­fang Mai aus­ge­wer­tet ha­ben.

„Brau­chen nicht an je­der Ecke Vi­deo­über­wa­chung“

DIE SPD such­te am Sams­tag in der Fuß­gän­ger­zo­ne das Ge­spräch mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Un­ser Bild zeigt (von links) Ralf Fuhr­mann, Ur­su­la Si­ckin­ger, Kat­ja Mast und Fre­de­ric Strieg­ler. Fo­to: Wa­cker

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