Wi­der­spens­ti­ger iri­scher Zwerg

Mo­bi­les Thea­ter Pforz­heim spielt in Kie­sel­bron­ner Haus „Betha­ni­en“

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS / WETTER -

Kie­sel­bronn (msch). Vie­le äl­te­re und pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen sind schlecht zu Fuß. Die ge­wohn­te Um­ge­bung zu ver­las­sen, ist oft kaum mög­lich. So geht es auch zahl­rei­chen Be­woh­nern des Se­nio­ren­hei­mes „Betha­ni­en“in Kie­sel­bronn. Um­so schö­ner ist es dann, wenn die Ver­an­stal­tun­gen ins Pfle­ge­heim kom­men. Im „Betha­ni­en“sorg­te jetzt das Mo­bi­le Thea­ter des Stadt­thea­ters Pforz­heim für ei­nen un­ter­halt­sa­men Nach­mit­tag. Ei­nen „Orts­wech­sel“gab es je­doch in­so­fern, als die Zu­schau­er mit­ge­nom­men wur­den auf die Bret­ter, die die Welt be­deu­ten und in ei­ne mär­chen­haf­te Welt ent­führt wur­den.

Das „Betha­ni­en“-Team um Sa­bi­na Eju­po­vic und Tobias Stö­ßer hat­te zu­vor den gro­ßen Ge­mein­schafts­raum thea­ter­ge­recht um­ge­stal­tet und mit Stüh­len und Roll­stuhl­plät­zen aus­ge­stat­tet. Die mit­wir­ken­den drei Schau­spie­ler des Stadt­thea­ters Pforz­heim, The­re­sa Mar­ti­ni, Klaus Ge­ber und Fre­di No­ël ver­stan­den es von An­fang an, ihr Pu­bli­kum mit­zu­neh­men auf ei­ne fan­tas­ti­sche Rei­se. Denn das Stück „Zwerge ver­set­zen oder: Der Gold­schatz am En­de des Re­gen­bo­gens“aus der Fe­der von Hart­mut El Kur­di und Wolf­ram Hä­nel führt hin­aus aus der ge­wohn­ten Welt. Schließ­lich be­kom­men es Mim­mie (The­re­sa Mar­ti­ni) und ihr Groß­va­ter (Klaus Ge­ber), die in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen le­ben, mit ei­nem ech­ten wil­den „Leprechaun“(Fre­di No­ël), ei­nem ori­gi­nal iri­schen Zwer­gen, zu tun. Denn bei­de ma­chen sich auf zu ei­ner sa­gen­haf­ten In­sel mit­ten im Oze­an, auf der sich, wo der Re­gen­bo­gen den Bo­den be­rührt, ein un­glaub­lich gro­ßer Schatz be­fin­den soll.

Das Pro­blem: Der wil­de Zwerg be­wacht den Schatz und gilt als un­be­sieg­bar. Dem wa­ge­mu­ti­gen Ge­spann aus Groß­va­ter und En­ke­lin ge­lingt es je­doch, den Leprechaun zu über­lis­ten. Al­ler­dings hat auch der Zwerg ge­trickst, denn am En­de des Re­gen­bo­gens fin­det sich kein Gold, da­für ein Fläsch­chen mit köst­li­chem Ho­lun­der­saft, das sich im­mer wie­der von selbst auf­füllt. Und ein wei­te­res Glück er­war­tet die Wa­ge­mu­ti­gen: Wie­der zu Hau­se an­ge­kom­men, kön­nen die bei­den Hel­den des Stücks nun ein Le­ben zwar oh­ne Geld­schatz, aber auch oh­ne Ar­mut füh­ren.

Der gro­ße Bei­fall zeig­te, wie gut das Stück beim Pu­bli­kum an­kam. Zu den Zu­schau­ern im Haus „Betha­ni­en“zähl­ten nicht nur die Se­nio­ren, son­dern auch die Hort­kin­der aus der Grund­schu­le, die eben­falls ein­ge­la­den wor­den wa­ren. Fi­nan­ziert wur­de der Thea­ter­nach­mit­tag durch ein ori­gi­nel­les Kie­sel­bron­ner Pro­jekt. Die­ter Ei­sen­mann, Rolf Ku­ge­le, Pfar­rer Mar­kus Mall, Ru­dolf Mehl und Tan­ja Sch­äff­ler ha­ben das Buch „Kie­sel­bronn in Bil­dern“ge­stal­tet, des­sen Er­lös in die För­de­rung von Thea­ter­ver­an­stal­tun­gen im Ort, sei es vor Se­nio­ren oder vor Kin­dern, flie­ßen soll.

Die Raiff­ei­sen­bank Kie­sel­bronn hat das Pro­jekt be­glei­tet. „Da­mit sol­len so­wohl un­se­re so­zia­len Ein­rich­tun­gen als auch das Pforz­hei­mer Thea­ter un­ter­stützt wer­den“, sagt Thea­ter­freund Rolf Ku­ge­le, der die Kon­tak­te zwi­schen Thea­ter und Se­nio­ren­heim her­ge­stellt hat.

EI­NE GE­LUN­GE­NE Vor­stel­lung ga­ben The­re­sa Mar­ti­ni als Mim­mie, Klaus Ge­ber als Groß­va­ter und Fre­di No­ël (von links) als Zwerg Leprechaun im Haus „Betha­ni­en“. Fo­to: msch

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