Ber­lin be­stä­tigt Tod deut­scher Gei­sel

Is­la­mis­ten brin­gen Mann auf den Phil­ip­pi­nen um

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ma­ni­la/Stutt­gart (dpa/lsw). Is­la­mis­ti­sche Ter­ro­ris­ten ha­ben auf den Phil­ip­pi­nen ei­nen Deut­schen nach mehr als drei Mo­na­ten Gei­sel­haft bru­tal er­mor­det. Die Ter­ror­grup­pe Abu Say­yaf ver­öf­fent­lich­te ges­tern ein Vi­deo, das die Ent­haup­tung des 70 Jah­re al­ten Man­nes zeigt. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ver­ur­teil­te die Tat als „bar­ba­risch“und „ab­scheu­lich“und rief zu ei­nem ent­schlos­se­nen Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus auf. Der Mann war An­fang No­vem­ber ent­führt wor­den, als er zu­sam­men mit sei­ner Le­bens­ge­fähr­tin in den Ge­wäs­sern zwi­schen den Phil­ip­pi­nen und Ma­lay­sia un­ter­wegs war. Die 59 Jah­re al­te Frau wur­de bei dem Über­fall er­schos­sen. Ih­re Lei­che wur­de spä­ter auf der ver­las­se­nen Jacht der bei­den ent­deckt.

Im Sü­den der mehr­heit­lich ka­tho­li­schen Phil­ip­pi­nen kämp­fen mus­li­mi­sche Se­pa­ra­tis­ten seit den 1960er Jah­ren für Au­to­no­mie. Un­ter dem Ein­fluss von Al Qai­da ent­stand 1991 die Or­ga­ni­sa­ti­on Abu Say­yaf. Spä­ter schwor sie der ISTer­ror­mi­liz die Treue. Die phil­ip­pi­ni­sche Re­gie­rung hat­te die Echt­heit des Hin­rich­tungs-Vi­de­os zu­erst be­stä­tigt. Die deut­schen Si­cher­heits­be­hör­den prüf­ten die Auf­nah­men ein­ge­hend, be­vor das Aus­wär­ti­ge Amt in Ber­lin sie eben­falls für au­then­tisch er­klär­te. „Es gibt nun kei­nen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel mehr, dass der auf den Phil­ip­pi­nen ent­führ­te Deut­sche nicht mehr am Le­ben ist“, er­klär­te ein Spre­cher. „Wir sind zu­tiefst er­schüt­tert über das un­mensch­li­che und grau­sa­me Vor­ge­hen der Tä­ter.“

Das Paar war mit sei­nem Boot 2008 schon ein­mal ent­führt wor­den, da­mals vor der Küs­te So­ma­li­as. Nach mehr als 50 Ta­gen ka­men die bei­den ge­gen Lö­se­geld frei. Da­nach leb­te das Paar ein paar Mo­na­te in Deutsch­land, bei der Mut­ter des nun er­mor­de­ten Man­nes in der Nä­he von Stutt­gart. Im ver­gan­ge­nen Herbst war das Paar zum Zeit­punkt der zwei­ten Ent­füh­rung in der Su­lu-See un­ter­wegs, die we­gen der Pi­ra­ten als ei­ne der ge­fähr­lichs­ten Se­gel­rou­ten über­haupt gilt. Das Aus­wär­ti­ge Amt rät „drin­gend“da­von ab, in die Re­gi­on zu fah­ren. Ein Be­ra­ter des phil­ip­pi­ni­schen Prä­si­den­ten Ro­d­ri­go Du­ter­te, Je­sus Du­re­za, sag­te am Abend: „Wir al­le ha­ben un­ser Bes­tes ver­sucht. Aber oh­ne Er­folg.“Abu Say­yaf hat­te mit der Er­mor­dung des Man­nes ge­droht, falls nicht ein Lö­se­geld von 30 Mil­lio­nen phil­ip­pi­ni­schen Pe­sos (rund 570 000 Eu­ro) be­zahlt wer­de. Die phil­ip­pi­ni­sche Re­gie­rung be­zahlt in der Re­gel kein Lö­se­geld. Die Bun­des­re­gie­rung macht grund­sätz­lich kei­ne An­ga­ben über Lö­se­geld­ver­hand­lun­gen. Das letz­te Le­bens­zei­chen des Seg­lers stamm­te von Mit­te Fe­bru­ar, als der Deut­sche in ei­ner Vi­deo­bot­schaft um Hil­fe fleh­te.

Kanz­le­rin Mer­kel spricht von „ab­scheu­li­cher Tat“

Ka­ri­ka­tur: Erl

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