„Das täg­lich Brot“

Müh­le Beck in Wei­ler ent­wi­ckelt zum Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um Brot­mi­schung für den Haus­halts­ge­brauch

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Kel­tern-Wei­ler (os). 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on – die­ses The­ma be­wegt der­zeit vie­le. So ha­ben sich die evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che Ba­den und Würt­tem­berg für das Ju­bi­lä­ums­jahr auf ei­ne ge­mein­sa­me Lo­sung ver­stän­digt. Sie lau­tet „... da ist Frei­heit – 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on“. Die Ju­bi­lä­ums­lo­sung soll dar­an er­in­nern, dass die Re­for­ma­ti­on die Kraft des Evan­ge­li­ums von der Ge­gen­wart Got­tes in den Mit­tel­punkt kirch­li­cher Leh­re und Ver­kün­di­gung ge­stellt hat; das täg­li­che Brot in der Aus­le­gung Mar­tin Lu­thers.

Die Re­for­ma­ti­on war ganz we­sent­lich ge­prägt von dem Rin­gen um das rech­te Ver­ständ­nis des christ­li­chen Glau­bens. So war für Mar­tin Lu­ther das Brot nicht nur ein Nah­rungs­mit­tel, son­dern auch ein Sym­bol der leib­li­chen Für­sor­ge Got­tes. In sei­ner Er­klä­rung des Va­ter­un­sers deu­tet er die Bit­te um das „täg­lich Brot“als Bit­te um all das, was der Mensch Tag für Tag zur „Lei­bes­nah­rung und zum Le­bens­un­ter­halt“braucht. Des­halb lag es na­he, zum 500-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um ein Brot­mehl für den Haus­halts­ge­brauch, aber auch für Bä­cker zum selbst Ba­cken zu ent­wi­ckeln; und was lag da, zu­min­dest in Kel­tern nä­her, als der Be­zug zur Müh­le Beck in Wei­ler. De­ren ers­te Er­wäh­nung er­folg­te 1524. Sie be­stand da­mit schon zu Lu­thers Zei­ten. Zum Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um wur­de hier ein Re­for­ma­ti­ons­brot­mehl kre­iert. Heu­te wird die Müh­le Beck von Ur­su­la Be­cker, ge­bo­re­ne Beck und ih­rem Mann Mar­tin be­reits in der zehn­ten Ge­ne­ra­ti­on ge­führt. Sie ha­ben die Brot­mi­schung, mit zum Teil al­ten Ge­trei­de­sor­ten zum Re­for­ma­ti­ons­jahr ge­schaf­fen. Ge­würzt mit Kräu­tern, die schon dem Hau­se Lu­ther zur Ver­fü­gung stan­den. So er­gibt sich le­dig­lich un­ter Zu­satz von et­was Salz ein dunk­les Brot, kräf­tig im Ge­schmack und leicht her­zu­stel­len. Von dem Ver­kaufs­er­lös ge­hen je­weils 50 Cent an die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che in Ba­den. Die­se un­ter­stützt da­mit die ge­mein­nüt­zi­ge Ge­nos­sen­schaft Kir­chenKä­se­rei Sin­dols­heim eG in Ro­sen­berg-Hir­sch­lan­den (in der Nä­he von Os­ter­bur­ken). Die bio­lo­gisch ar­bei­ten­de ba­di­sche Ein­rich­tung ist ein In­te­gra­ti­ons­be­trieb in dem 50 Pro­zent der Ar­beits­plät­ze mit be­son­ders be­trof­fe­nen schwer­be­hin­der­ten Men­schen be­setzt ist. So be­such­ten am ver­gan­ge­nen Sams­tag Pfar­rer und De­kan Rü­di­ger Krauth, des­sen Ehe­frau Ur­su­la Krauth, die als Agrar­in­ge­nieu­rin und Mol­ke­rei­fach­frau die Kir­chenkä­se­rei lei­tet, die Müh­le Beck in Wei­ler, um sich aus­zu­tau­schen und sich auch über wei­te­re Pro­jek­te zu un­ter­hal­ten. Mit da­bei war auch Rolf Pfef­fer Mit­ar­bei­ter der Ba­di­schen Lan­des­kir­che und Vor­sit­zen­der des Kel­ter­ner Hei­mat­ver­eins „Ar­beits­kreis Hei­mat­pfle­ge und Kunst (AHK)“.

ZUM REFORMATIONSTAG ha­ben Ur­su­la Be­cker (links) und Mar­tin Be­cker (Drit­ter von links) ein Re­for­ma­ti­ons­brot­mehl/-back­mi­schung kre­iert. De­kan Rü­di­ger Kraut (Zwei­ter von links), Ur­su­la Krauth (rechts) be­such­ten die Müh­le Beck in Wei­ler. Mit da­bei war auch Rolf Pfef­fer (Zwei­ter von rechts). Fo­to: Oss­mann

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